Verkäufermarkt – Der Markt dünnt sich aus

Neben den günstigen Zinsen für Baudarlehen sorgten auch die damit verbunden niedrigen Gewinne bei Geldanlagen dafür, dass Investoren wie Privatkäufer sich um Immobilien rissen. Die Folge: Die Nachfrage stieg, der Markt lichtete sich, der Angebotspreis stieg noch weiter. Rund 15,6 Millionen Einfamilienhäuser gibt es in Deutschland, dazu 41,5 Millionen Wohnungen. Davon wurden um Juli 2015 in den verschiedenen Immobilienportalen monatlich nahezu 60.000 Immobilien zum Verkauf angeboten, im April, Mai und Juni 2016 lag die Anzahl konstant bei etwa 4000. Korrespondierend zu den Preiseinbrüchen stieg im Januar und März 2016 die Angebotsmenge kurzfristig an, jedoch führte der Trend deutlich nach unten. Auch dieser Faktor begünstigt den exorbitanten Preisanstieg in Deutschland.

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Auch zur Miete werden immer weniger Objekte angeboten. Die Anzahl schwankt zwischen ca. 6250 (Februar 2016) und ca. 14.400 (März 2016), innerhalb nur eines Monats also ein Anstieg von ganzen 140 Prozent. Aber auch nach der Spitze von März liegt die Angebotsmenge deutlich unter dem Mittelwert. Wer in diesem Jahr umziehen wollte, suchte häufig lange oder wurde ganz enttäuscht. Besonders in den Hochburgen Berlin, München und Hamburg herrschte gähnende Leere am Markt. Auf unserer Heatmap sollten diese dicht besiedelten und bebauten Regionen eigentlich in tiefstem Blau leuchten – dem ist aber nicht so. Während die Hauptstadt noch in die zweitgrößte Kategorie mit 10.000 bis 20.000 Angeboten fällt, gab es in Hamburg lediglich 1000 bis 2000 Mietimmobilien zu besichtigen.

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10. März 2017

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Von: Matthias Kruse. Über den Autor

Seit 2008 ist Herr Kruse im Immobilienbereich bei der GeVestor Financial Publishing Group tätig und befasst sich u.a. mit aktuellen, digitalen Trends in der Immobilienbranche.

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