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Volkswagen baut eigenen Zulieferer

Not macht erfinderisch – auch in Wolfsburg:

VW-Chef Matthias Müller kündigte im Kontext der Hauptversammlung vor wenigen Wochen tiefgreifende Maßnahmen an, u. a. eine Neuausrichtung der Komponenten-Werke.

Diese sollen gebündelt und neu ausgerichtet werden, kurzum: Volkswagen baut sich seinen eigenen Zulieferer.

Details zu diesen Plänen sind bislang kaum bekannt, erst im Herbst soll das Ganze klarer umrissen werden.

Viele offene Fragen

Aus Sicht der Anleger stellen sich derzeit zahlreiche Fragen: Wie soll der konzerneigene Zuliefer-Betrieb organisiert werden?

Geht er womöglich selbst an die Börse, wie es zahlreiche andere namhafte Autobauer mit ähnlichen Projekten bereits vorgemacht haben?

Immerhin haben General Motors, Ford, Toyota oder Peugeot ebenfalls ihre Komponenten-Segmente gebündelt und ausgelagert; mit teils größerem, teils geringerem Erfolg.

Entscheidend dürfte dabei auch die angebotene Produkt-Palette sein. Der klassische Karosserie- und Motorenbau wird zwar weiterhin gebraucht, verspricht aber kaum Wachstums-Perspektiven.

Auch die Margen-Entwicklung dürfte in diesen Bereichen eher rückläufig sein. Gefragt sind stattdessen Lösungen für die anhaltenden Megatrends:


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  • autonomes Fahren,
  • Infotainment-Systeme,
  • Vernetzungs-Angebote,
  • nicht zuletzt auch Elektro-Antriebe sowie damit verbunde Batterien mit enormer Leistung und Reichweite.

All das gehört bislang jedoch nicht zu den Kernkompetenzen der VW-Komponenten-Werke. Es dürften also Einschnitte und Neuausrichtungen hinsichtlich der Produkt-Palette anstehen.

Margen und Wachstums-Perspektiven fraglich

Auch die Kosten-Struktur sorgt bei Anlegern für Stirnrunzeln: Da die Arbeitnehmer-Vertretung dem Strategieplan zugestimmt hat, ist von einer bei VW üblichen recht hohen Entgelt-Struktur auszugehen.

Dies jedoch könnte der Wettbewerbs-Fähigkeit des Zulieferers im Wege stehen, wie das Beispiel von Delphi, dem von GM ausgelagerten Zulieferer, verdeutlicht hat.

Man wird sich also konzentrieren müssen auf bestimmte Bereiche mit möglichst guten Wachstums-Perspektiven – allerdings könnte es schwierig werden, sich gegen bereits etablierte Hersteller durchzusetzen.

Nach wie vor unbeantwortet ist zudem die Frage, ob der VW-Zulieferer die Wolfsburger Konzern-Marken exklusiv beliefert oder auch für die Konkurrenz tätig sein wird.

Klar ist unterdessen v. a. eines: Der VW-Konzern ist schwer gezeichnet von seinem selbstverschuldeten Abgas-Skandal, in den mutmaßlich weite Teile der Führungs-Ebene bereits zu einem frühen Zeitpunkt eingeweiht waren.

Die Devise schien dabei weniger zu sein, Fehlverhalten zu unterbinden – sondern sich nicht erwischen zu lassen. Das hat bekanntlich nicht geklappt.

VW-Aktie: Schwer gezeichnet vom Skandal

Knapp 1 Jahr ist es nun her, dass die gezielten Manipulationen an Diesel-Fahrzeugen aufgeflogen sind. Wie hoch die Kosten sein werden, die Volkswagen daraus entstehen, lässt sich noch nicht abschließend beziffern.

Klar ist nur: In den USA werden Milliarden-Strafen fällig, von denen auch die dortigen Kunden ein gutes Stück abbekommen werden – anders als in Europa, wo Entschädigungen in dieser Größenordnung juristisch nicht vorgesehen sind.

Teuer zu stehen kommen könnte Volkswagen auch der Image-Verlust, der durch den Skandal einerseits und das teils desaströse Krisen-Management andererseits erlitten wurden.

Die VW-Aktie hat sich von ihrem tiefen Absturz im vergangenen September jedenfalls noch lange nicht erholt:

Sie dümpelt seit Monaten in einer Seitwärts-Bewegung vor sich hin, Aufs und Abs im Chartverlauf kennzeichnen dabei die jeweilige aktuelle Nachrichtenlage:

Rückschläge sind v. a. dann immer wieder zu erkennen, wenn Negativ-Schlagzeilen die Runde machen, etwa über eine Klage gegen aktuelle und ehemalige Vorstands-Mitgliedern oder über die Summe der in den USA fälligen Strafzahlungen.

So pendelt die VW Aktie seit einigen Monaten im Bereich zwischen 100 und 130 €. Die Stimmung der Analysten hat sich zuletzt aber wieder aufgehellt:

Während sich die Mehrheit neutral positioniert, überwiegen die Kaufempfehlungen deutlich gegenüber den Verkaufstendenzen – bei breit gefächerter Kurs-Ziel-Spanne.

Diese reicht von 84 € (Credit Suisse: Sell) bis 210 € (Berenberg: Buy). Die Mehrheit tummelt sich im Bereich zwischen 120 und 170 €.

2016-08-10 VW

12. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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