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Volkswagen: Eine Ära geht zu Ende

Der Dax blieb zum Wochenausklang im Korrekturmodus. Gewinnmitnahmen dominierten das Geschehen in der vergangenen Handelswoche und drückten den Leitindex auch am Donnerstag noch einmal ins Minus auf deutlich unter 11.800 Punkte.

Am Freitag aber gelang es dann, einen Teil der Verluste wieder reinzuholen. Nach einem positiven Ifo-Geschäftsklimaindex drehte der Dax ins Plus und legte um mehr als 1 Prozent zu. Zwar konnten nicht alle Gewinne über die Ziellinie gebracht werden, doch unterm Strich blieb immerhin ein Plus von 0,7 Prozent auf 11.810 Punkte.

Der Ifo-Index stieg von 107,9 auf 108,6 Zähler und legte damit etwas stärker zu als erwartet. Zarte Hoffnung keimte auch auf mit Blick auf das Treffen der Euro-Finanzminister in Riga. Dort musste sich Griechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis von seinen Amtskollegen einiges anhören. Mit einer schnellen Einigung wird ebenso wenig gerechnet wie mit einer akut bevorstehenden Staatspleite.

Gerüchte um Varoufakis-Rücktritt

Anleger schauen nun erwartungsvoll auf das nächste Treffen der Finanzminister der Euro-Gruppe, das für den 11. Mai angesetzt ist. Ob Varoufakis daran noch teilnehmen wird, scheint allerdings plötzlich fraglich: Am Wochenende wurden Gerüchte laut, wonach der Finanzminister abgelöst werden könnte.

Varoufakis hatte in den vergangenen Monaten den Unmut vieler Geldgeber auf sich gezogen, da er versuchte, möglichst weitgehend die Politik umzusetzen, für die das Syriza-Bündnis im Januar gewählt worden war: Abkehr von der Sparpolitik, Neuverhandlung der Auflagen.


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Bislang allerdings waren vor allem verhärtete Fronten die Folge. Griechenlands Regierung agiert scheinbar relativ konzeptlos, während sich die europäischen Partner wenig kompromissbereit zeigen, was eine Aufgabe der Sparauflagen angeht.

Ungewiss bleibt allerdings, ob sich diese Situation allein dadurch entspannen würde, wenn Varoufakis gegen einen anderen Minister ausgetauscht würde. Die grundlegende Linie der griechischen Politik scheint sich vorerst nicht zu ändern. Aus Sicht der Märkte bleiben daher viele Fragezeichen.

Deutsche Bank kann Rekordstrafe verschmerzen

Mit Blick auf die Dax-Konzerne gab es vor allem bei zweien große Neuigkeiten: bei der Deutschen Bank und bei Volkswagen.

Das größte deutsche Geldinstitut muss in der Aufarbeitung des Libor-Manipulationsskandals eine Rekordstrafe von 2,5 Milliarden Dollar an die Behörden zahlen. Gerechnet hatte man zuvor mit etwa 1,5 Milliarden Dollar.

Damit fiel die Strafe deutlich höher aus als gedacht. Dennoch meldete die Bank inzwischen einen Überschuss von mehr als 500 Millionen Euro für das erste Quartal. Die Strafzahlung wird also gut verkraftet.

Außerdem hat man sich nach wochenlanger Diskussion nun auf eine Zukunftsstrategie verständigt. Die Deutsche Bank will sich von ihrer Postbank-Mehrheit trennen. Damit sind zwei große Themen vom Tisch, die das Geldhaus und seinen Aktienkurs immer wieder unter Druck gesetzt hatten.

Dennoch bleiben genug Baustellen bestehen. Noch immer laufen diverse juristische Streitigkeiten, und auch die beiden Co-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen stehen in der Kritik.

Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis wirklich Ruhe einkehrt in den Frankfurter Zwillingstürmen. Für die Aktie lief es in der vergangenen Woche am Ende recht gut. Sie legte am Freitag um 0,5 Prozent zu.

Volkswagen: Eine Ära geht zu Ende

Mit einem Paukenschlag endet unterdessen eine Ära bei Volkswagen. Firmenpatriarch Ferdinand Piëch sowie seine Ehefrau Ursula legen ihre Aufsichtsratsmandate mit sofortiger Wirkung nieder, wie das Unternehmen am Wochenende mitteilte.

Damit zogen die Piëchs die Konsequenz aus einem zweiwöchigen Machtkampf, der für viele völlig überraschend aus heiterem Himmel kam. Piëch hatte sich kürzlich im Nachrichtenmagazin Spiegel mit den Worten zitieren lassen:

„Ich bin auf Distanz zu Winterkorn.“ Damit hatte der Chefaufseher eine Spirale in Gang gesetzt, an deren Ende er sich nun selbst zurückzieht. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sei nicht mehr möglich gewesen, hieß es von Seiten des Konzerns.

Die Aktie hatte am Freitag noch kräftig zulegen können und zählte mit einem Plus von 2 Prozent zu den stärksten Dax-Werten. Wie die Anleger auf die neuerlichen Entwicklungen reagieren werden, bleibt abzuwarten.

27. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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