Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Vom Blick in die Kristallkugel

Gestern wurde gemeldet, dass der ifo Geschäftsklima-Index gegenüber dem Vormonat um 0,1 auf 106,6 Punkte zurückgegangen ist.

Der ifo Geschäftsklima-Index wird oft als das „wichtigste Konjunkturbarometer“ oder als der „wichtigste Frühindikator der deutschen Wirtschaft“ bezeichnet.

In den Medien konnten Sie lesen, dass sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im April etwas eingetrübt habe, insgesamt jedoch gut geblieben sei.

An anderer Stelle konnten Sie die Überschrift „Stimmungsdämpfer für die deutsche Wirtschaft“ zu der Meldung lesen.

Die Original-Meldung des ifo Instituts selbst begann mit dem Satz: „Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft bleibt positiv.“

Eine Meldung, zwei Meinungen.

Stimmungs-Indikatoren hinterfragt

Vergleichbare Umfrage-Ergebnisse zur Stimmung der Unternehmen, Verbraucher oder Anleger, wie z. B. dem o. g. ifo Geschäftsklima-Index oder auch dem GfK Konsumklima-Index, und daraus resultierende Marktprognosen können Sie regelmäßig lesen.

Für den ifo Geschäftsklima-Index werden 7.000 Unternehmen befragt. Mal ganz abgesehen davon, dass nicht klar ist, wer im Unternehmen antwortet (Chef, Sekretariat oder soll mal ein Azubi ran?), stellt sich mir die Frage:

Wie soll man eine Stimmung bewerten, wenn es um die Erwartungen geht, die sich um rund 0,9 Promille verändert haben?


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Der ifo Geschäftsklima-Index ist von 106,7 um 0,1 auf 106,6 Punkte gefallen, das sind 0,9 Promille – ein Nichts. Daraus eine Veränderung der Stimmung herzuleiten, ist wie das Lesen aus dem Kaffeesatz oder der Blick in die Kristallkugel.

Dazu passt, dass vor rund 2 Wochen eine Umfrage des Handels-Verbandes Deutschland (HDE) die Stimmung im Einzelhandel auf einem 5-Jahres-Hoch gesehen hat.

Das, so der HDE, sei für die Wirtschaft „eine ganz wichtige Stütze“. Also wiederum eine andere Meinung bzw. Stimmung.

Wenn Sie mich fragen, warum der ifo Geschäftsklima-Index viel beachtet und eifrig kommentiert wird, lautet meine Antwort: Ich weiß es nicht. Ich beachte ihn für meine Anlage-Empfehlungen auch nicht.

Börsenkurse: Mal steigen sie, mal fallen sie

Sie können beobachten, wie sich Börsen-Medien ständig bemühen, jedes Gezappel des DAX vermeintlich klug zu begründen, so z. B. mit dem ifo Geschäftsklima-Index.

Anstatt diesen Nonsens zu lesen oder gar als Trading-Grundlage zu nehmen, ist es besser, gar nicht hinzuschauen.

Mal geht es rauf, mal runter – das ist die ganze Weisheit. Nur: Damit kommt man weniger klug daher, als wenn man Stimmungs-Indizes, Markt-Barometer und andere Indikatoren heranzieht.

Wenn überhaupt: Stimmungs-Indikatoren als Kontra-Indikatoren nehmen

Ich empfehle Ihnen, solche Untersuchungen bei Ihren Anlage-Entscheidungen zu ignorieren oder gegebenenfalls als Kontra-Indikatoren zu bewerten.

Euphorie ist Gift für die Börse. Euphorie ist ein Kontra-Indikator. Dann ist abzusehen, dass es bald abwärts geht.

Auf der anderen Seite ist aber großer Pessimismus auch als Kontra-Indikator zu werten. Wenn die Stimmung am tiefsten ist, kann sie kaum weiter fallen. Es geht bald aufwärts.

Derzeit haben wir weder das eine noch das andere. Fast möchte ich sagen: Gemessen an der Stimmung ist normaler Börsen-Alltag. Zwischen Hoffen und Bangen zittern sich die Börsen-Kurse aufwärts.

Das Entscheidende ist:

Zu Aktien und Optionen (Rechte auf Aktien) gibt es keine Alternative. Das viele Geld, das in die Märkte gepumpt wird, muss irgendwo hin. Andere renditeträchtige Anlagen als die Börse gibt es nicht.

Es ist abzusehen dass die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank Fed die Zinsen nicht nachhaltig anheben werden. Also wird es weiter keine nennenswerte Alternativen zu Aktien und Optionen geben.

Und weil das so ist, spielen Stimmungs-Indikatoren keine Rolle für die Entwicklung der Aktien-Indizes: Es geht aufwärts, so oder so.

Zum guten Schluss: Heute vor 127 Jahren, also am 26.04.1889, kam der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein zur Welt. Er schrieb:

„Auf seinen Lorbeeren auszuruhen, ist so gefährlich, wie auf einer Schneewanderung ausruhen. Du nickst ein und stirbst im Schlaf.“

Das gilt für all unser Können, so auch für die Börse: Die Erfolgs-Strategien von „damals“ heute unverändert anzuwenden, wäre gefährlich, denn, Du wirst bequem und verlierst Dein Geld im Schlaf, um es mit dem abgewandelten Zitat Wittgensteins zu sagen.

Ich bemühe mich, Ihnen hier immer wieder Neues anzubieten. In der Hoffnung, dass es mir oft gelingt, sende ich beste Grüße und wünsche Ihnen eine spannende Woche.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

26. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Rainer Heißmann. Über 344.000 Leser können nicht irren.
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt