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Vorsicht vor dem großen Bafin-Prüfungs-Irrtum bei Prospekten

Oft lesen wir dieser Tage, bestimmte Produkte wie Zertifikate oder Fonds seien vom Bundesaufsichtsamt für Finanzdienstleistungen (Bafin) geprüft. Damit ist die Sicherheit der Anlage hoch – so sieht es auf den ersten Blick aus. Dies aber ist ein großer Irrtum.

Die Prüfung der Bafin bezieht sich nicht auf die Sicherheit des „Produktes“, also des Wertpapiers wie einem Zertifikat. Die Bafin prüft ausschließlich formal den Prospekt. Dies erhöht Ihre Sicherheit kaum.

Emittent kann mit Bafin werben

Der Emittent eines Wertpapiers, etwa eines Zertifikates oder den Anleihen darf sogar damit werben, dass die Bafin geprüft hat. Dies hat sie auch. Damit aber ist der Anlageprospekt im Sinne der Bafin „verständlich“ und enthält die erforderlichen Angaben.

Dies sind Zinsen, Zinstermine oder Bedingungen für den Ausfall der Zahlungen, die WKN – alles formale Angaben, die Sie wissen müssen, um den formalen Verlauf bei einer Investition zu kennen. Nur:


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Selbst Betrüger können und dürfen einen solchen Prospekt erstellen. Die Bafin prüft den Emittenten, also den Herausgeber des Wertpapieres, nicht. Unsere Empfehlung: Sie können selbst sehr einfach entscheiden: Besuchen Sie a) die Webseite eines Emittenten oder b) konzentrieren Sie sich nur auf die großen Häuser, die Sie kennen. Deren Angebot ist groß genug.

Anleihen: Börse stellt Bedingungen auf

Wenn Sie in Anleihen investieren, ist die Bafin-Prüfung ebenso wertlos für Sie. Voraussetzung ist, dass Sie nur solche Papiere wählen, die Sie an den Börsen handeln können. Für diese Anleihen haben die Börsen selbst Regeln aufgestellt, nach denen die Emittenten ihre Prospekte erstellen müssen.

Diese Regeln sind zumindest ähnlich denen der Bafin. Formal ist alles korrekt. Aber: auch die Börsen prüfen die Emittenten bei den Anleihen nicht. Die Emittenten der „Mittelstandsanleihen“ lassen sich meist von kleineren Agenturen „raten“ – wie der Creditreform.

Selbst wenn ein Emittent aber „seriös“ ist, hilft das Bafin-Urteil kaum weiter. Denn: das Anlageprodukt bewertet die Bafin ebensowenig. Sie könnten ohne weiteres ein Hebel-Zertifikat kaufen, das morgen bereits eine Totalverlust bringt. Bei mehreren hundert Hebel-Zertifikaten passiert genau dies täglich. Die Bafin-Prüfung ist daher problematisch:

  • Sie erfahren von der Bafin lediglich, ob der Prospekt formal korrekt ist.
  • Die (Rückzahlungs-)Qualität des Emittenten müssen Sie selbst ermitteln.
  • Die Produkt-Qualität – auch bei gefährlichen Hebel-Zertifikaten – müssen Sie selbst ermitteln.

GeVestor meint: Konzentrieren Sie sich daher auf Investitionen, die Sie als seriös einschätzen können. Ein Bafin-Zusatz hilft in aller Regel nicht weiter. Achtung: wir werden Ihnen mit unseren Produkt-Einschätzungen zur Seite stehen. Gerade bei Zertifikaten sind die Bedingungen häufig kaum noch verständlich. Höchste Vorsicht vor Papieren, deren Regeln Sie nicht verstehen.

11. Oktober 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.