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Vorsicht vor Penny-Stock-Phishing

Für heute haben Sie sicherlich den zweiten Teil meines gestern begonnenen Beitrages zum Thema Mode oder die Vorteile von Börsentrends erwartet. Den verschiebe ich aus aktuellem Anlass auf Donnerstag.

Denn heute Morgen las ich im Handelsblatt Online, dass das amerikanische FBI einen der größten Betrugsfälle der letzten Jahre aufgedeckt hat.

In dem hier vorliegenden Fall haben die Betrüger treuherzige Privatanleger um insgesamt 140 Mio. USD erleichtert. Sieben der beteiligten 9 Betrüger konnten verhaftet werden. Zwei von ihnen, darunter der Kopf der Bande, befinden sich auf der Flucht.

Möglicherweise hatten auch Sie schon Kontakt zu diesen oder ähnlichen Betrügern.

Die Vorgehensweise ist dabei beinahe so alt wie die Börse selbst: Penny-Stocks, also Schrott-Aktien, die unter 1 Euro oder 1 USD notieren, werden von betrügerischen Gruppierungen massiv gekauft.

Anschließend werden extrem positive Nachrichten veröffentlicht, um die Aufmerksamkeit zu erregen und Privatanleger zum Einstieg zu ermutigen.

Die Betrüger verkaufen dann Ihre vorher preiswert eingesammelten Anteile zu höheren Kursen an die Privatanleger, die ihrerseits dann auf den Aktien sitzenbleiben, die (auch weiterhin) nichts wert sind und die ihnen deshalb niemand mehr abkauft.

Heutzutage funktioniert diese Masche noch weit besser als früher, weil die Betrüger das Internet, E-Mail-Adressen und die sozialen Netzwerke für ihre Zwecke missbrauchen können.

Ich selbst erhielt im Juli eine E-Mail mit folgendem Inhalt – vielleicht kommt Ihnen dieses Strickmuster ja bekannt vor:

“Put this company Back On Your Radar NOW! On a Good Momentum Run –

More Ahead?

Trade: H A I R

Name: Biostem Corporation


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Target: $1.30

Latest Pricing: $.105

Trade Date: Fri, July 19, 2013

It Came Roaring Back. Perfect Time To Add!”

Übersetzt heißt das: „Nehmen Sie diese Aktie JETZT auf Ihre Beobachtungsliste. Sie entwickelt gerade Momentum. Kommt da wohl noch mehr? … Sie (die Aktie) kam mit Wucht zurück. Perfekter Zeitpunkt, um Stücke zuzukaufen!“

Hier handelt es sich vermutlich um einen eher kleinen Fisch, also einen Einzeltäter und der Deal ist wohl auch nicht ganz so gelaufen, wie sich der Initiator das vorgestellt hatte. Dennoch wird das Prinzip deutlich, wie diese Betrugsmasche funktioniert.

Achten Sie auf „Penny-Stock-Phishing“

Ich nenne Sie „Penny-Stock-Phishing“, weil Sie wie der Versuch abläuft, über den Versand von E-Mails Identitätsdaten sowie Logins und Passwörter zu stehlen.

In diesem speziellen Fall kommt hinzu, dass der Betrüger mit Geschick eine Aktie ausgewählt hat, die im Februar 2010 schon einmal 5.150 USD wert war. Das regt die Phantasie der Empfänger der E-Mails natürlich zusätzlich an.

Hier der Chart der mir „empfohlenen“ Aktie:

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Vorsicht vor „Penny-Stock-Phishing“!

An den mit den senkrechten grünen Balken markierten Handelstagen hat der E-Mail-Versender offenbar massiv eingekauft. Der mittlere Balken kennzeichnet den 19. Juli, also der Tag, an dem ich die E-Mail erhielt.

Wie Sie unschwer erkennen, sind die Umsätze an diesen Tagen extrem angestiegen. Im Schnitt dürften hier 5,1 Mio. Aktien zum geschätzten Durchschnittspreis von 0,086 USD im Volumen von 438.000 USD gekauft worden sein.

Wie gesagt: Dieser spezielle Deal hat wohl nicht so gut geklappt: An den rot unterlegten Tagen dürfte die Transaktion beendet worden sein. Hier wurden noch einmal hohe Umsätze zu Kursen zwischen 0,05 und 0,10 USD getätigt.

Allerdings hätte es ganz anders ausgesehen, wenn der Kurs nur noch einmal in Richtung 0,20 USD gezogen worden wäre – kein unrealistisches Szenario. Dann hätte der Initiator dieses E-Mails seinen Einsatz mal eben verdoppelt.

Mein Tipp:

Falls Sie derartige E-Mails erhalten, kennzeichnen Sie sie umgehend als Spam und setzen Sie den Adressaten auf Ihre Spam-Liste.

Solche Empfehlungen sind es nicht wert, dass Sie sich auch nur länger damit beschäftigen, als Sie benötigen, um sie als Betrugsversuch zu identifizieren!

Wenn Sie sich nicht zutrauen, selbst attraktive Kaufgelegenheiten zu recherchieren, dann sollten Sie ausschließlich Quellen vertrauen, die Sie kennen und deren Integrität Ihnen bekannt ist.

Und noch ein Tipp:

Bitte machen Sie sich von dem Gedanken frei, Sie könnten mit einem einzigen Investment in kurzer Zeit ein Vermögen machen.

Aus meiner mehr als 33-jährigen Börsenerfahrung heraus kann ich Ihnen sagen, dass nur kontinuierliche Analyse-Arbeit und maßvolles Investieren über viele Jahre hinweg Vermögen schafft.

Trotzdem sind auch bei kontinuierlicher Arbeit kleinere Rückschläge unvermeidbar. Doch letztlich zählt, was „unter dem Strich herauskommt“. Ein Beispiel:

Ein Fußballverein wie Bayern München hat – auch wenn es sein formulierter Anspruch ist – nicht jedes Jahr alle möglichen Wettbewerbe gewonnen.

Doch gleichgültig, wie man zum Verein stehen mag: Er spielt seit vielen Jahren kontinuierlich und erfolgreich in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga und auf höchstem Niveau im internationalen Fußball!

In meinem Börsendienst Momentum-Trader bemühe ich mich für meine Leser mittels der von mir entwickelten Strategie „Gewinne mit Wachstumsaktien“ seit mehr als 9 Jahren um das Schaffen von Vermögen.

Und das mit insgesamt sehr gutem Erfolg: Eine durchschnittliche jährliche Rendite (vor Steuern) von +15,5% (Stand: 31.03.2013) spricht für sich.

Um das einmal in Euro auszudrücken: Wer beim Start am 7. Juli 2003 für die Momentum-Trader-Strategie 40.000 Euro eingesetzt hat, hat daraus in 9 Jahren 146.318 Euro gemacht.

14. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.