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Wacker Chemie-Aktie: Schauen Sie lieber genauer hin!

Wacker Chemie legt heute überraschend gute Zahlen für das abgelaufene Quartal vor.

Wenn Sie lediglich die Überschrift der heutigen DGAP-Meldung (Deutsche Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität) lesen, dann könnten Sie zu einem Einstieg geneigt sein:

„Wacker Chemie AG: Wacker erzielt im 2. Quartal 2015 deutliches Plus bei Umsatz und Ertrag“

Und tatsächlich erfahren wir beim Weiterlesen, dass der Umsatz um etwa +10% verbessert wurde. Der Gewinn kletterte gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum gar um das 3,7-fache von 29,4 auf 108,2 Mio. Euro.

Ist die Aktie des im MDAX angesiedelten Spezialchemiekonzerns damit ein Kauf?

Analyse der Wacker-Chemie-Meldung

Ich bin da aus fundamentalen und charttechnischen Gründen eher skeptisch. Beginnen wir mit den Zahlen:

Die starke Gewinnsteigerung begründet sich auf Sondereffekten: Zahlreiche Wacker Chemie-Kunden aus der Solarbranche haben nämlich in der jüngeren Vergangenheit ihre „Vertrags- und Lieferbeziehungen“ beendet.

Woher dann die Gewinne stammen, wenn Verträge aufgelöst wurden, fragen Sie? Nun, die positiven Ergebnisse rekrutieren sich aus einbehaltenen Anzahlungen und Schadensersatzleistungen in Höhe von 87 Mio. Euro.


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Rückgang des Nettogewinns in 2015

Das relativiert die Ergebniszahlen dann doch erheblich. Aber noch eine Passage in der DGAP-Meldung lässt mich aufhorchen:

„Der Konzernjahresüberschuss wird voraussichtlich geringer sein als vor einem Jahr. Der Grund dafür ist, dass die Sondererträge in diesem Jahr wahrscheinlich nicht so hoch sein werden wie 2014.“

Das sind nicht ganz die Wachstumsaussichten, die wir uns als Investoren wünschen würden. Und nach hohen Sondererträgen in 2014 wird auch das laufende Geschäftsjahr von diesen anormalen Effekten offensichtlich maßgeblich beeinflusst.

Konzentrieren wir uns also auf den zweiten Teil unserer Analyse: Wie steht es um die Charttechnik?

Chartanalyse zu Wacker Chemie

Ich habe für Sie eine Grafik vorbereitet, welche die Aktie links im Wochen-Chart mit On-Balance-Volumen (OBV) und rechts als Tages-Chart mit dem 50-Tage-Momentum zeigt.

wacker chemie aktie wochen- und tages-chart-03-08-2015

Wacker Chemie Aktie: Mehr Verkaufs- als Kaufargumente

Schauen wir auf die Pros und Kontras, die wir dem Chart entnehmen können:

PRO:

  • Wochen-Chart: Das OBV hat zuletzt auf dem seit 2012 bestehenden Aufwärtstrend aufgesetzt. Die zuletzt doch recht heftigen Verkäufe der Großinvestoren scheinen aktuell einen Boden gefunden zu haben.

Eine Garantie bietet das natürlich nicht – dieser Punkt sollte daher weiter beobachtet werden.

  • Tages-Chart: Das 50-Tage-Momentum hat den im März initiierten Abwärtstrend nach oben durchbrochen.

KONTRA:

  • Wochen-Chart: Der seit dem Jahr 200 existierende Aufwärtstrend wurde Ende Juni dieses Jahres nach unten verlassen.
  • Tages-Chart: Wacker Chemie befindet sich seit Mai in einem Abwärtstrend. Aktuell verliert die Aktie knapp -2%. Die veröffentlichten Zahlen hatten somit bis zum Redaktionsschluss keinen positiven Effekt.
  • Tages-Chart: Der Kurs notiert seit Mitte Juni klar unter der 200-Tagelinie und damit unter dem langfristigen Trend-Indikator.
  • Tages-Chart: Das Momentum bewegt sich trotz des Trend-Bruchs noch immer im negativen Bereich und ist somit noch „mit Vorsicht zu genießen“.

Fazit

2 Kaufargumenten stehen 4 Verkaufssignale gegenüber. Zudem ist das aus dem Momentum resultierende Kaufargument derzeit noch eingeschränkt positiv zu bewerten.

Wenn Sie so wollen, bestätigt die Charttechnik die nur auf den ersten Blick erfreulichen Quartalszahlen des Wacker Chemie-Konzerns.

Die genauere Analyse der Wacker Chemie-Unternehmensmeldung ergibt, dass Sie sich nicht auf die für die Aktionäre meist geschönten Überschriften verlassen sollten.

Meiner Ansicht nach gibt es derzeit gewiss attraktivere deutsche Aktien.

3. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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