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Wall Street: So erkennen Sie eine Trendwende

Wer behauptet, er würde stets an einem Tiefpunkt in den Aktienmarkt einsteigen und am höchsten Punkt wieder aussteigen, der sagt entweder die Unwahrheit oder er hatte einfach nur unverschämtes Glück.

Tatsächlich ist es für Ihren langfristigen Investment-Erfolg nach meiner inzwischen mehr als 35-jährigen Börsenerfahrung völlig unwichtig, exakt diese Extremwerte zu „treffen“. Weit wichtiger ist es, eine gute Wahrscheinlichkeit dafür auszumachen, dass der Aktienmarkt soeben eine Wende vollzogen hat.

Die Charttechnik bietet uns dafür diverse Alternativen an. Ich zeige Ihnen heute eine ausgesprochen einfach nachzuvollziehende Möglichkeit mit Kerzencharts (englisch: Candlestick-Charts).

Diese Form der Kursdarstellung hat gegenüber dem Linien- oder Balkenchart einen gewichtigen Vorteil: Sie können auf einen Blick den Kursverlauf eines Handelstages nachvollziehen.

Schauen wir das einmal auf dem nachfolgenden Chart des Nasdaq Composite an.

Nasdaq Composite-11-06-2015

Nasdaq Composite bildet Trendwende-Muster aus

In dem obigen Chart habe ich für Sie drei Stellen gelb unterlegt. An diesen Punkten prägte der Index für die amerikanischen Technologie-Aktien jeweils ein Zwischentief aus.

Wie Sie unschwer erkennen können, legte der Nasdaq Composite nach dem Auftreten dieser Muster deutlich und über einen längeren Zeitraum hinweg zu.

Was ist hier passiert?

Der Kampf zwischen Bullen und Bären

Nach einer Abwärtsbewegung eröffnet der Kurs tiefer und bricht zunächst deutlich ein. Der Markt markiert ein tieferes Tief. Die Bären (Verkäufer) haben klar die Oberhand.

Doch dann ändert sich das Bild plötzlich: Noch am selben Handelstag steigt der Index wieder signifikant an und schließt am Ende der Sitzung über dem Eröffnungskurs. Die Kerze erhält einen weißen Körper. (Hinweis: Schließt der Kurs unter dem Eröffnungskurs, ist der Kerzenkörper schwarz.) Das bedeutet:

Die Bullen (Käufer) haben den Angriff der Bären nicht nur abgewehrt, sondern auch viel des zuvor verlorenen Terrains zurückerobert. Einen solchen Handelsverlauf erkennen Sie stets daran, dass die Kerze eine lange Lunte hat (der Strich unter dem Kerzenkörper) und / oder einen langen weißen Kerzenkörper aufweist.

(Hinweis: Der Strich über dem Kerzenkörper wird, wie bei Kerzen üblich, als Docht bezeichnet.)

Eine solche Kerze ist jedoch zunächst nur die Basis für eine „mögliche“ Trend-Wende in diesem Markt. Erst wenn am nächsten oder übernächsten Handelstag eine Kerze mit einem langen weißen Körper folgt, haben Sie in aller Regel eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Bullen für einige Zeit das Zepter übernommen haben.

Nasdaq Composite prägt Trendwende-Muster aus

Wenn Sie unter diesem Aspekt nun auf die blau unterlegte Entwicklung der letzten beiden Handelstage schauen, dann stellen Sie schnell eine hohe Ähnlichkeit fest. Es gibt nur einen Unterschied:

Die Kerze, die am Dienstag das Zwischentief markierte, hat zwar einen langen Docht, aber weder einen schwarzen, noch einen weißen Körper. Das heißt:

Der Index wurde nach der Eröffnung von den Bären zunächst deutlich nach unten gedrückt. Er hat sich dann jedoch kräftig erholt und ist sogar über das Eröffnungsniveau gestiegen.

Doji: Remis zwischen Bullen und Bären

Allerdings konnten die Bullen das Tageshoch nicht verteidigen. Am Ende der Handelssitzung schloss der Index nahe dem Eröffnungskurs: Der Kampf zwischen Bullen und Bären ist unentschieden ausgegangen. Allerdings:

Diese auch als Doji bezeichnete Kerze ist indes eine ebenso gute Ausgangsbasis für eine „mögliche“ Trendwende in diesem Markt. Denn immerhin wurde der massive Angriff der Bären ja gestoppt und die Bullen haben auch hier viel des zuvor verlorenen Terrains zurückerobert.

Wie Sie weiterhin sehen, folgte dem Doji vom Dienstag am gestrigen Handelstag eine lange weiße Kerze: Die Bullen haben mithin ihre Stärke demonstriert und den Index mit weiteren Käufen deutlich nach oben getrieben.

Und noch etwas können Sie der Kerze vom Mittwoch entnehmen:

Da Lunte (a) und Docht (b) recht kurz ausgefallen sind, haben die Bullen (a) gleich nach der Eröffnung das Zepter übernommen und (b) von dem im Sitzungsverlauf eroberten Terrain am Ende nur sehr wenig wieder hergeben müssen.

Auch das ist eine erwartungsvoll stimmende Entwicklung.

Der Kursverlauf der beiden letzten Handelstage erhöht mithin die Wahrscheinlichkeit, dass die Bullen den Nasdaq Composite in den kommenden Wochen noch deutlicher nach oben treiben können.

11. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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