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Warren Buffett: Inflation wird steigen

Die Berkshire Hauptversammlung in Omaha ist für Investoren einer der wichtigsten Tage.

Warren Buffet teilt hier ausgewählten Journalisten seine Meinungen über die Weltwirtschaft mit. Die diesjährigen Prognosen sehen nicht gerade rosig aus.Warren Buffet erwartet eine steigende Inflation.

Hier die Fragen und Antworten direkt aus Omaha.

Wie schätzen Sie das Inflationsrisiko in den USA ein?

Antwort Warren Buffett: „Ich mache mir schon Sorgen über die Inflation. Die Anzeichen für einen deutlichen Anstieg der Inflation haben sich verstärkt. Und das gilt nicht nur für die USA sondern fast auf der ganzen Welt.

Große Staatsausgaben, die durch die Finanzkrise ausgelöst worden waren, waren vielleicht die passende Maßnahme, aber für die Länder selbst ist es schwierig „diese Medizin wieder abzusetzen.“

Ich sehe für Länder keine Chance einer steigenden Inflation zu entgehen, wenn es auf der anderen Seite ein sehr hohes Staatsdefizit gibt. Wenn man mit einer Wette auf eine hohe Inflation setzt, kann man vielleicht sogar gewinnen.“

Wie werden die Manager der Berkshire Firmen bezahlt?

Antwort Warren Buffett: „Bis jetzt haben wir dafür noch keinen Berater gebraucht. Allerdings ist es schwierig einen Standard bei den vielen verschiedenen Firmen festzustellen. Einige Firmen sind nun einmal leicht zu managen als andere. Andere brauchen dazu auch noch mehr Kapital als andere.

Die Bezahlung orientiert sich dabei an der Kennzeichen der Branche. Das braucht nicht so viel Zeit und es ist auch keine hochkomplizierte Wissenschaft.

Dazu muss man aber das Geschäft verstehen und auch mit den Managern sprechen, damit klar ist, was der Einzelne zum Erfolg des Unternehmens beiträgt.

Bei einigen Managern bezahlt Berkshire sehr viel Geld – aber die sind das dann auch wert. Das gilt vor allem dann, wenn es ihnen gelingt den Abstand zur Konkurrenz zu vergrößern.“

Frage: Welche Funktion haben Derivate?

Antwort von Charlie Munger: „Derivate auf Weizen oder andere Rohstoffe zur direkten Absicherung sind in Ordnung. Wenn aber alle anderen Derivate verschwinden würden, dann hätte ich kein Problem damit.“


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Wird Berkshire jemals eine Dividende zahlen?

Antwort Warren Buffett: „Jeder Dollar, der im Unternehmen verbleibt, schafft aktuell einen Wert von 1,30 Dollar. Dabei hat Berkshire auch den Test bestanden profitable Investments zu finden.

Bis jetzt hat jeder eingehaltene Dollar Gewinn wieder mehr Unternehmenswert geschaffen. Wenn das so bleibt, wird Berkshire auch weiterhin langfristig wachsen.“

Antwort Charlie Munger: „Ich bin sehr optimistisch, dass wir das auch schaffen.“

Wann werden die einzelnen Berkshire Firmen wieder anfangen Leute einzustellen?

Antwort Warren Buffett: „Wir werden wieder damit anfangen, wenn es wieder genug zu tun gibt. So sind allein im Teppichgeschäft 6.000 Stellen weggefallen.

Die Menschen werden auch wieder mehr Teppich kaufen. Aktuell gibt es aber keinen Grund jemanden einzustellen, wenn es nicht wirklich etwas zu tun gibt.

Daher braucht das Land ein gutes soziales Netz für Menschen ohne Arbeit, vor allem wo derzeit so viele Menschen keinen Job haben. Das wird sich zwar wieder ändern, aber nicht so schnell, Allerdings kann Berkshire hier nicht das soziale Netz sein.“

Können Sie etwas über Value Investing sagen?

Antwort Warren Buffett: „Es gibt vielleicht weniger Anlagechancen wenn es Spekulationsblasen gibt, aber es gibt auch Chancen in solchen Marktphasen. Wenn man eher kleinere Summen managt, ist zudem die Chance größer auch außerordentliche Renditen zu erzielen.

Daher muss man immer vorbereitet sein, auch kurzfristig Chancen zu ergreifen. Wenn Montag das Telefon klingelt und mir würde ein lukrativer 20 Mrd. Deal angeboten, würde ich schnell zuschlagen und mich erst dann um die Finanzierung kümmern.

Bei guten Chancen muss man schnell sein und auch mal ein größeres Risiko eingehen.“

Sind kommunale Anleihen ein gutes Investment?

Antwort Warren Buffett: „Ich weiß nicht, wie hoch die Ausfallraten in den nächsten Jahren sein werden, aber ich mache mir schon einige Sorgen bei den ausufernden Defiziten.

Klar ist aber auch, dass die US-Regierung keinen Bundesstaat wird pleite gehen lassen, nachdem GM mit staatlichen Mitteln vor der Insolvenz bewahrt worden ist.“

Antwort Charlie Munger: „Anleger sollten sich auf Schuldner konzentrieren, die

Was gibt es aktuell für Anlagechancen und wie überwindet man die Angst vor dem Verlust?

Antwort Warren Buffett: „Aktien werden auf Sicht der nächsten 10 bis 20 Jahre mehr abwerfen als Anleihen oder einfach nur Bargeld. Klar ist aber auch: wenn man zu ängstlich ist, wird man langfristig auch nur wenig Geld verdienen.

Einen Grundsatz muss man verinnerlichen: wenn eine Aktie fällt, ist das eine sehr gute Zeit zum Kauf. Wenn man sich diese Einstellung jedoch nicht aneignet, dann wird man auch ängstlich sein, wenn alle anderen ängstlich sind.

Munger sagte dazu: „Ich bin weniger ängstlich geworden, als ich gemerkt habe, dass ich auch mit harten Umständen gut umgehen konnte. Mein Rat: Holen Sie sich auch mal nasse Füsse und stecken Sie einige Verluste ein.

Was eben wichtig ist, ist der Kauf eines guten Unternehmens zu einem anständigen Preis und dann kann man ein solches Investment auch für sehr lange Zeit nicht mehr anschauen

. Das ist aber eine Frage des Naturells: Einige können das – andere eben nicht. Zudem werden die Erträge in der Zukunft nicht mehr so hoch sein, wie wir das auch der Vergangenheit gewohnt sind.“

Wie kann ein Unternehmer erfolgreich sein?

Antwort Warren Buffett: „Bleib bei den Sachen, die du magst und schau dich um, bis du das gefunden hast, was du wirklich liebst.

Rose Blumkin, die Gründerin vom Nebraska Furniture Markt hat ihr Geschäft wirklich geliebt und es zum größten Möbelhaus der USA gemacht. Wenn man bedenkt, was ein Mensch bewegen kann, ist das schon erstaunlich.“

Beim letzten Satz der Antwort musste ich etwas stutzen, denn das was Buffett da über Rose Blumkin gesagt hat, gilt ebenso für ihn selbst. Und das sehen immer mehr Investoren so:

Vor 30 Jahren kamen nur rund 40 Besucher zur Hauptversammlung. In diesem Jahr waren es schon fast 40.000. Ganz klar: die Fangemeinde wächst.

Und auch ich freue mich schon auf das nächste Jahr. Und so fit wie Warren und Charlie in diesem Jahr wirkten, werden die beiden Hauotdarsteller bestimmt auch wieder mit dabei sein. Das ist keine Selbstverständlichkeit im Alter von fast 80 (Buffett) und 86 (Munger).

Am Mittwoch schließe ich die Berichterstattung über die Berkshire Hauptversammlung mit einem Blick hinter die Kulissen ab.

Mehr zum Thema: Warren Buffett: Das Investment-Genie

3. Mai 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.