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Warren Buffett: Tageskurse von Optionen sind unwichtig

Warren Buffett verbucht im Depot Verluste mit Optionen. Verbucht heißt, nicht realisiert.

Aber Warren Buffett interessiert sich nicht für die Tageskurse von Optionen, denn er weiß: Abgerechnet wird erst zum Schluss. Damit bestätigt er meine entsprechende und regelmäßig wiederholte Aussage.

Mehr zum Thema: Warren Buffett: Das Investment-Genie

Warren Buffett: Hintergrund der vermeintlichen Verluste

In den letzten Tagen ging durch die Medien, Warren Buffett habe sich mit Put-Optionen verzockt. Die in diesem Zusammenhang genannten Beträge sprachen von 1,5 bis 2,0 Milliarden USD. Es geht dabei um Put-Optionen, die Warren Buffett im Jahr 2007 als Stillhalter verkauft hat.

Exkurs Stillhalter: Ein Stillhalter verkauft Optionen, die er nicht im Depot hat. Dafür erhält der Stillhalter den Kaufpreis, den der Käufer zahlt (die Prämie). Der Stillhalter erzielt Gewinne, wenn er diese Optionen später für weniger Geld kaufen kann, als er erhalten hat. Ein kleines Zahlenbeispiel:

Der Stillhalter verkauft einen Kontrakt Optionen für 300 Euro.

Er hat im Depot eine Position mit minus 1 (Kontrakt).

Dafür hat er 300 Euro erhalten.

Später kauft der Stillhalter den Kontrakt für z.B. 100 Euro.

Erst Verkauf, dann Kauf – die Position ist glattgestellt (und damit aus dem Depot).

Der Stillhalter hat beim Verkauf 300 Euro erhalten, jetzt nur 100 Euro bezahlt – sein Gewinn 200 Euro.


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Warren Buffett hat bei seinem Stillhalter-Geschäft mit Put-Optionen auf Aktienindizes rund 5 Milliarden USD erhalten. Die Laufzeit dieser Put-Optionen ist von dem Jahr 2018 bis zum Jahr 2026, also immer noch 7 bis 15 Jahre. Nun sind die Aktienindizes gefallen, die Put-Optionen stehen mit einem Buchverlust in den Büchern. Dieser wird zum Tageswert bilanziert.

Die Medien melden plakativ: Warren Buffett habe sich um 2 Milliarden USD verzockt.

Warren Buffett: Buchverluste mit Optionen interessieren nicht

Warren Buffett schließt dieses Geschäft nur dann mit einem Verlust ab, wenn er an den Fälligkeitstagen (also in den Jahren 2018 bis 2026) insgesamt deutlich mehr als die vereinnahmten Prämien von etwa 5 Milliarden USD für den Kauf (das Glattstellen) der Put-Optionen zahlen muss.

Deutlich mehr als 5 Milliarden USD schreibe ich, weil Warren Buffett bis zu den Fälligkeitstagen mit den vereinnahmten Geldern arbeiten kann.

Wie die Aktien-Indizes in 7 bis 15 Jahren stehen, ist heute völlig unklar. Langfristig sind sie immer gestiegen. Das spricht für Warren Buffett, der bei steigenden Kursen der Aktien-Indizes Milliarden verdienen würde. Das Geniale: Selbst wenn die Aktien-Indizes deutlich fallen, verdient er als Stillhalter viel Geld.

Warren Buffett: Das Geschäft als Zahlenbeispiel

Ich kenne die genauen Beschreibungen der Put-Optionen von Warren Buffett nicht.

Aber ein vergleichbares Geschäft sähe so aus:

Ein Anleger hat im Jahr 2007 Put-Optionen auf den DAX als Stillhalter verkauft.

Der DAX stand bei 8.000 Punkten.

Basispreis der Put-Optionen z.B. 3.000 Punkte.

Laufzeit der Put-Optionen von 2018 bis 2026.

Heute, im Jahr 2011, notiert der DAX um 6.000 Punkte.

Die Put-Optionen sind also deutlich teurer geworden.

Für einen heutigen Kauf zur Positionsschließung müsste der Anleger deutlich mehr bezahlen, als er im Jahr 2007 eingenommen hat. Es wäre ein Buchverlust entstanden.  (Aber nur) bei Glattstellung wäre es ein realisierter Verlust.

Abgerechnet wird zum Schluss

Der heutige Kurs ist jedoch nebensächlich. Denn der Anleger (Stillhalter) schließt dieses Geschäft nur dann mit einem Verlust ab, wenn der DAX an den Fälligkeitstagen deutlich unter 3.000 Punkte (also unter dem Basispreis der Put-Optionen) notiert. Das bedeutet:

Wenn sich der DAX in diesem Beispiel von heute aus gerechnet (Stand 6.000 Punkte) halbiert und dann mit 3.000 Punkten notiert, haben die Put-Optionen an den Fälligkeitstagen keinen Wert. Da der Anleger (Stillhalter) diese kaufen muss, um die Position zu schließen, ist das sein Vorteil und Gewinn. Da spielt der heutige Kurs keine Rolle.

Tageskurse von Optionen sind unwichtig

Wie eingangs geschrieben: Warren Buffett interessiert sich nicht für Tageskurse von Optionen, denn er weiß: Abgerechnet wird erst zum Schluss. Damit bestätigt er meine gleich lautende und regelmäßig wiederholte Aussage.

Bei der hohen Hebelwirkung von Optionen ist der oft stark schwankende Kurs innerhalb der Haltedauer relativ unwichtig und vor allem: Er hat so gut wie keine Aussagekraft über das Ergebnis des Geschäftes bei Positionsschließung. Das gilt für den Stillhalter ebenso wie für den Käufer von Optionen (wie z.B. im Optionen-Profi).

Zum guten Schluss: Am 15.11.1708, also heute vor 303 Jahren, kam William Pitt, 1. Earl of Chatha und Premierminister von Großbritannien, zur Welt. Von ihm stammen die Worte:

„Es ist besser, einen leeren Geldbeutel zu haben, als an einer leeren Seele zu leiden.“

Dem stimme ich zu. Aber es geht noch besser: Ich wünsche Ihnen, einen vollen Geldbeutel und eine „volle“ Seele zu haben.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

15. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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