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Warum der US-Leitzins wohl auch künftig nicht mehr angehoben wird

Bis zum 3. Juni waren sich die meisten Analysten sicher:

Die amerikanische Notenbank FED (Federal Reserve Bank) leitet auf ihrem Treffen am 14./15. des Monats mit der zweiten Anhebung des Leitzinses seit Dezember 2015 die endgültige Aufwärtswende im Zins-Zyklus ein.

Staatsanleihen würden dann zu einer Konkurrenz für Aktien, so war von einigen Experten zu hören und zu lesen.

Dann wurden am 3. Juni überraschend schwache US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht – die Zahl neu geschaffener Jobs belief sich auf 38.000 statt der erwarteten 161.000. Nachdem die Notenbank, wie von mir erwartet, im Juni nichts tat, rechnen die meisten „Experten“ nun mit der nächsten Leitzinsanhebung im August oder September.

Ich hatte Ihnen in meinem Chartanalyse-Trends-Beitrag vom 2. Juni „3 Gründe, warum Sie eine US-Leitzinsanhebung nicht fürchten müssen!“ ausführlich erläutert, warum ich die genannten Experten-Erwartungen für zu kurz gedacht halte.

Nicht nur der Arbeitsmarkt hindert die FED

Doch es gibt, neben den Arbeitsmarktdaten, noch einen anderen Grund, warum die US-Notenbank mit einer Leitzinsanhebung zögert. Und dieser Grund dürfte die FED-Chefin Janet Yellen auch noch in den kommenden Monaten von einem Zinsschritt abhalten:


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Es geht um den Sektor der Energie-Unternehmen in den USA. Der Verfall des Ölpreises (Sorte Crude West Texas Intermediate) von knapp 108 USD je Barrel (=Fass=159 Liter) im Sommer 2014 auf 26 USD im Februar dieses Jahres sorgte für zahlreiche Pleiten:

Insolvenzen im US-Energiemarkt erreichen neues Hoch

Seit Anfang 2015 mussten bislang 83 Energie-Unternehmen Insolvenz anmelden. Laut Experten repräsentieren diese Firmen eine Schuldenlast von annähernd 54 Mrd. USD.

Trotzdem sich der Ölpreis seit Februar fast verdoppelt hat, wird es auch in den kommenden Monaten noch weitere Insolvenzen, insbesondere bei den Ölproduzenten, geben. Der Grund:

Rein theoretisch können Ölförderquellen und Produzenten von Öl aus Schiefergestein auf dem aktuellen Ölpreis-Niveau wieder profitabel arbeiten. Allerdings benötigt es rund 3 Monate, eine geschlossene Schiefergestein-Förderung wieder ins Laufen zu bringen. Ölquellen brauchen noch mehr Zeit.

Niedrigste Zahl an Ölförderquellen seit 1975

Laut Baker Hughes lag der letzte Gipfel arbeitender Ölquellen (Rigs) in den USA im November 2014 bei 1.925. Seither wurden sage und schreibe 1.517 Quellen geschlossen.

Im Mai wurde mit nur noch 408 arbeitenden Förderquellen der tiefste Stand seit Beginn der Zählungen im Jahr 1975 erreicht. Zum dritten Mal in Folge wurde das bisherige Rekordtief von 496 vom April 1999 unterboten. Das Top lag übrigens bei 4.520 im Dezember 1981!

Fazit

Laut einer Erhebung von Yahoo Finance und Factset müssen die Unternehmen des US-Energiesektors derzeit rund 86% ihres operativen Einkommens ausschließlich dafür aufwenden, die Zinszahlungen für die insgesamt 370 Mrd. USD Schuldenlast der Branche zu stemmen!

Mit einer Verteuerung der Zinsen würde die US-Notenbank die Lage im amerikanischen Energiesektor mithin nur noch verschärfen. Die Renditen für Anleihen aus dem Energiesektor liegen derzeit knapp unter 9% und haben sich seit dem Top bei fast 20% im Februar dieses Jahres (Ölpreistief) glatt halbiert.

Die nachfolgende Grafik macht noch einmal unmissverständlich deutlich, warum das Argument „Anleihen würden zur Konkurrenz für Aktien“ hanebüchen ist:

vergleich rendite 10- und 30-jährige us-staatsanleihen-22-06-2016

Renditen für US-Staatsanleihen seit Dezember gesunken

Seit der Leitzinsanhebung im Dezember 2015 sind die Renditen für 10- und 30-jährige US-Staatsanleihen nicht gestiegen, sondern gesunken. Wenn überhaupt, dann waren US-Staatsanleihen seinerzeit mit 3,00% und 2,27% mehr Konkurrenz für Aktien als aktuell mit 2,49% und 1,70%.

Mich würde es nicht überraschen, wenn die US-Notenbank zwar weiterhin mit einer erneuten Leitzinserhöhung „droht“, aber tatsächlich keine mehr umsetzt!

So oder so bleiben Aktien für den Anleger derzeit alternativlos!

22. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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