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Wegen Monsanto: Bayer-Großaktionär stellt neuen Chef in Frage

Gestern bestätigten sich Gerüchte, dass der deutsche Chemie- und Pharma-Konzern Bayer ein Auge auf den US-Saatguthersteller Monsanto geworfen hat. Bayer hat den Amerikanern einen Übernahme-Vorschlag unterbreitet, der derzeit vom Monsanto-Management geprüft wird.

Ein Deal ist zwar noch in weiter Ferne doch ist es durchaus vorstellbar, dass Bayer am Ende Monsanto übernimmt. Durch die Branche rollt eine Konsolidierungswelle und wenn Bayer der Auffassung ist, dass eine Übernahme her muss, um nicht ins Hintertreffen zu gelangen, dann ist Monsanto strategisch eine sehr gute Lösung.

Bayer ist im Pflanzenschutz-Bereich die aktuelle Nummer 2 hinter Syngenta und im Saatgut-Bereich ist Monsanto Nummer 1. Eine Vereinigung würde einen neuen Branchenprimus schaffen, der noch mächtiger ist als die Bündnisse von Syngenta/ChemChina und DuPont/DowChemical.

Wenn da nicht eine Reihe von Problemen wäre, die aus „strategisch richtig“ leider „kaum möglich“ macht…

Kommt es im Falle einer Monsanto-Übernahme zu einer 27 Mrd. Euro schweren Kapitalerhöhung?

Dass strategisch sinnvoll häufig doch nicht in eine Übernahme mündet, ist hinlänglich bekannt. In diesem Fall sind die Probleme sogar noch gravierender als gewöhnlich.

So ist zum einen die Preisfrage nur sehr schwer zu knacken. Die Preise die Monsanto vorschweben werden sich im günstigsten Fall in der Region um 130 Dollar je Aktie bewegen. Das bedeutet, dass Bayer mehr als 52 Mrd. Euro braucht.


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Wenn Bayer die Bilanz nicht zu stark mit Schulden beladen will, dann geht das nur über eine massive Kapitalerhöhung. Das Analysehaus Bernstein kommt zu dem Schluss, dass Bayer 27 Mrd. Euro über die Kapitalerhöhung einsammeln müsste.

Das sind die günstigen Werte. Wenn Monsanto bei den Übernahme-Verhandlungen die Forschungspipeline ins Spiel bringt und auf die mittelfristigen Perspektiven verweist, dann wird es noch teurer.

CFIUS könnte Übernahme-Genehmigung verweigern

Das nächste Problem sind die Behörden. Die Deal-Genehmigung aus wettbewerbsrechtlicher Perspektive dürfte schwierig, aber den meisten Analysten zufolge unter Auflagen möglich sein.

Ein größeres Problem wird in der Genehmigung durch die US-amerikanische Behörde CFIUS gesehen. Die Behörde soll US-Interessen bei Auslandsinvestitionen schützen. Da Monsantos Geschäft zum sensiblen Bereich gehört, gehen nicht Wenige davon aus, dass eine Übernahme durch Bayer nicht genehmigungsfähig ist.

Monsanto-Übernahme nicht alternativlos

Der nächste kritische Punkt sind die Softkriterien bei einem Zusammenschluss mit Monsanto sowie die Vertragsstrafe. Monsanto wird sich ein mögliches Deal-Aus, sei es aufgrund der fehlenden Finanzierung oder aufgrund der Behörden, mit sehr viel Geld absichern lassen wollen (breakup fee).

Bei dem ganzen Risiko stellt sich die Frage, ob der strategische Vorteil so groß ist, dass man deswegen auf viel günstigere und risikoärmere Alternativen verzichten sollte.

Bekanntgabe des Übernahme-Plans schockt Investoren

Die ersten Aktionäre haben gestern bereits ihre Haltung zu einer Monsanto-Übernahme Kund getan. Das Papier verliert bis zum Mittag fast 10%. 8 Mrd. Euro Marktkapitalisierung wurden nur wegen des Plans vernichtet! Zur Einordnung: Der Essener Baukonzern Hochtief bringt 7,5 Mrd. Euro an der Börse auf die Waage.

Wenn Bayer am Ende Monsanto übernehmen sollte, dann ist mit einem weiteren Blutbad beim Aktienkurs zu rechnen. Selbst wenn Bayer einen anschließenden Börsengang des Unternehmensbereichs in Aussicht stellt, wird sich die Freude voraussichtlich in Grenzen halten.

Henderson-Chef: Aufsichtsrat sollte über CEO nachdenken

Erste Stellungnahmen von Großaktionären zeigen, dass die Investoren sehr besorgt sind und sich fragen ob eine Monsanto-Übernahme der richtige Weg für Bayer ist.

So richtig aufgebracht ist der fünfzehnt größte Bayer-Großaktionär John Bennett (Henderson Global Investors). Er bemängelt, dass der neue Bayer-Chef Werner Baumann erst seit Ende April im Amt ist und sofort mit der Vernichtung von Aktionärsvermögen begonnen hätte. Bennet fordert, dass der Aufsichtsrat über den Chefposten nachdenke.

Übernahme bleibt trotz Verhandlungen unwahrscheinlich

Seit dem Amtsantritt und vor allem wegen der geplanten Monsanto-Übernahme hat die Bayer-Aktie 15% nachgegeben. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Deal aber am Ende stattfindet, ist aus Sicht des Übernahme-Sensors jedoch weiterhin gering.

Und wenn der Plan erst einmal vom Tisch ist, dann dürfte sich auch ziemlich schnell die Bayer-Aktie wieder erholen. Das wiederum wird dann auch Bennetts Nerven beruhigen.

20. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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