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Weltmacht USA – Ein kritischer Blick hinter die Kulissen

Lange Zeit habe ich wiederholt darauf hingewiesen, dass es um die USA und den Dollar schlechter steht, als man es uns Europäern weismachen will.

Die USA versucht in ihrem Wahljahr 2012 Europa und der Euro-Krise die Schuld für die schwache Weltwirtschaft und die stockende US-Konjunktur zuzuschieben.

US-Verschwörungstheorie: Deutschland will Europa unterjochen

Im Sommer etwa ist US-Finanzminister Geithner eigens in das Urlaubsdomizil seines deutschen Kollegen Schäuble auf Sylt geflogen, um ihm kluge Ratschläge zu geben und die Eskalation der Euro-Krise zu verhindern.

Dabei soll laut FOCUS in einflussreichen amerikanischen Polit-Kreisen zwischenzeitlich eine wahnwitzige Verschwörungstheorie kursiert sein

Demnach hätten die Deutschen ihre ökonomische Macht genutzt, um Europa zu unterjochen und die anderen Länder absichtlich in die Krise zu treiben.

Muss man so etwas kommentieren?

USA versucht von den eigenen Defiziten abzulenken

Dabei stellt sich mir letztendlich nur eine Frage: Versucht die USA mit diesem Schauspiel nur von seinen eigenen Schwächen und Defiziten abzulenken?

Betrachtet man einige zentrale Daten rund um den Arbeitsmarkt und die wachsende Armut innerhalb der Bevölkerung, dann drängt sich dieser Eindruck förmlich auf.


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Empfänger von Lebensmittelmarken mit fast 47 Mio. Menschen auf neuem Allzeithoch

Geringverdiener können in den Vereinigten Staaten Unterstützung durch Lebensmittelmarken („food stamps“) erhalten.

Laut den offiziellen Daten des United States Department of Agriculture stieg die Anzahl der Bezieher solcher Marken im Juni 2012 auf ein neues Allzeithoch von über 46,67 Mio. Menschen, von denen fast die Hälfte Kinder sind.

Während dieser Wert vor 10 Jahren noch bei rund 20 Mio. Menschen lag, ist er seit Ausbruch der Finanzkrise Anfang 2009 (damals etwa 29 Mio. Menschen) rasant angestiegen.

Die oberen Zehntausend – Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer

Auch die ungleiche Einkommensverteilung und die Kluft zwischen Arm und Reich nehmen laut der US-Bundesbehörde Census Bureau immer dramatischere Züge an.

Demzufolge konnten die oberen 20 Prozent im vergangenen Jahr 2011 gute Einkommenssteigerungen erzielen, die breite Mittelschicht jedoch hatte mit sinkenden Einkommen zu kämpfen.

Während die Einkommen in der Unterschicht stagnierten, nahm die Zahl der US-Bürger, welche unterhalb der Armutsgrenze leben, weiter zu und markierte mit 46,24 Mio. Menschen den zweithöchsten Wert seit Beginn der Datenerhebung vor über 50 Jahren.

Statistische Trickserei: Arbeitslosenquote sinkt angeblich auf 8,1 %

Unterstrichen wird die schwache Entwicklung der US-Konjunktur zu guter Letzt von dem weiterhin enttäuschenden Arbeitsmarkt.

Lassen Sie sich dabei bitte nicht von den Überschriften der Medien täuschen.

Offiziell sank die Arbeitslosenquote im August 2012 auf 8,1 %. Die Zahl der Beschäftigten sei um 96.000 gestiegen –  das reicht gerade einmal für das Bevölkerungswachstum und stellt damit keine echt Verbesserung dar.

Alternative Berechnungen gehen von über 22,0 % Arbeitslosenquote aus

Darüber hinaus gibt es in den Daten des amerikanischen Arbeitsministeriums bei genauerer Betrachtung eine Position, die vielen Experten immer wieder negativ auffällt.

Vermutlich um die Arbeitslosenquote durch statistische Tricks künstlich niedrig zu halten, steigt die Zahl derer, die dem Arbeitsmarkt angeblich nicht zur Verfügung stehen und deshalb nicht in die Berechnung der Arbeitslosenquote mit einbezogen werden, seit Jahren in einem merkwürdig hohen Tempo an.

Diverse alternative Berechnungen wie etwa die SGS Arbeitslosenquote bereinigen die Berechnung um diese Unregelmäßigkeiten und kommen aktuell stattdessen auf eine Arbeitslosenquote oberhalb von 22,0 %.

Was jetzt genau der Wahrheit entspricht, kann und will ich nicht beurteilen. Die enormen Abweichungen jedoch geben allen Grund zur Skepsis.

Statt Belehrungen für Europa lieber erst mal vor der eigenen Tür kehren

Schlussfolgernd ist zu sagen, dass die USA selbst mit einer Reihe von ernsten Defiziten zu kämpfen hat.

Die massive Staatsverschuldung, der schwache Arbeitsmarkt und die wachsende Armut innerhalb der Bevölkerung halten für Obama oder Romney allerhand Aufgaben bereit.

Wer will Europa da noch etwas vorschreiben?

Lieber erst einmal vor der eigenen Tür kehren, lautet da in meinen Augen die Devise.

19. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Felix Gode. Über den Autor

Felix Gode hegt eine langjährige Leidenschaft für die Börse. Er studierte Wirtschaftsrecht an der Hochschule Pforzheim und der California State University in Chico/USA.