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Wie lange dauert die Krise noch?

Natürlich fragen wir uns in diesen Tagen, wie lange es dauert, bis die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise abgeschüttelt sind. Am Rosenmontag fällt es zumindest den Rheinländern schwer sich mit ernsthaften Themen zu befassen.

Das Karnevalsmotto in Köln lautet auch „in Kölle gebützt“, was so viel bedeutet wie „in Köln geküsst“ und soll der rheinischen Lebensfreude Rechnung tragen. Dennoch, spätestens am Aschermittwoch kehrt der Alltag zurück und damit die Frage, wie es künftig weitergehen wird mit der Wirtschaft und den Finanzen, den globalen sowie den persönlichen.

Mit dieser Frage intensiv beschäftigt hat sich der früherer IWF-Chef Ökonom und Harvard Professor Kenneth Rogoff, der in einigen Kommentaren in der jüngsten Zeit, davor gewarnt hat, allzu forsch auf ein Ende der Krise zu hoffen. Grundsätzlich, so das Ergebnis seiner Analysen, dauert es rund 7 Jahre, bis die Volkswirtschaften nach einem Einbruch, wie wir ihn 2008/2009 erlebt haben, wieder das alte Niveau erreicht haben. In der Zwischenzeit sehen wir nie mehr als 1% Wachstum.


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Allerorten hören wir jetzt, dass die Finanzkrise eingedämmt sein soll, die Bilanzen der Banken sehen wieder gut aus, Banker kassieren Boni, so als ob nichts gewesen wäre. Die Aktienkurse sind wieder auf einem erfreulichen Niveau. Also können wir uns zurücklehnen und die Krise abhaken. Dazu ist es noch zu früh. Eine Untersuchung der Bank Morgan Stanley zeigt, dass auch die Börse jahrelang braucht, um sich von einem Crash zu wiederholen.

Stellen Sie sich auf Schaukelbörsen ein

Der typische Verlauf sieht demnach so aus: Zunächst sinkt der Kurs  um durchschnittlich 57%, darauf folgt eine Erholungsrallye, die Kurse an den Börsen steigen wieder um 71%. Das hört sich gut an, tatsächlich hat der Markt aber nur etwa zwei Drittel seines alten Niveaus erreicht. Schauen wir uns den Verlauf des DAX seit seinem Hoch Mitte 2007, so sehen wir eine frappierende Parallele. Nach diesem Anstieg geht es laut Morgan Stanley erst mal nicht weiter.

Solange die Volkswirtschaften vor sich hin wurschteln, tritt die Börse auf der Stelle. Es kommt zu kurzfristigen Schwankungen, aber zu keiner nachhaltigen Erholung. Bis es wieder aufwärts geht, kann es Jahre dauern. Die Entwicklung in den ersten beiden Monaten dieses Jahres deutet in diese Richtung: Auch wenn es noch zu früh ist genaue Prognosen anzustellen, richten Sie sich auf Schaukelbörsen ein.

Eine weitere Entwicklung sollten wir ebenfalls nicht außer Acht lassen. Alle Volkswirtschaften haben sich massiv verschuldet. Zwar können sie sich theoretisch über Jahre oder Jahrzehnte über Wasser halten, bevor es zum Zusammenbruch kommt. Bei jeder Gelegenheit wird uns ja versichert, dass Staaten nicht zusammenbrechen werden.

Aber der jüngste Fall Island zeigt, dass es doch zumindest sehr knapp werden kann. Die Argentinien-Krisen im letzten Jahrhundert dürften Ihnen noch in Erinnerung sein. In allen Fällen waren Stützungsaktionen notwendig. Wie lange es dauern wird, bis Griechenland ein Fall für den IWF wird, bleibt abzuwarten, denn ob es zu einem Zusammenbruch kommt, hängt eher von psychologischen denn von ökonomischen Faktoren ab. Am Ende zählt das Vertrauen der Investoren.

Allen Staaten, die sich Schuldenberge angehäuft haben, bietet sich eine denkbar einfache Lösung an ihre Schulden abzutragen: die Inflation. Das ist bereits schon häufig angewandt worden. So haben die USA in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ihre Schulden erfolgreich, und das zulasten der Europäer, „weginflationiert“. Der Wert des Dollars sank, und damit der Schulden im Ausland auch.

Was uns Sorgen bereiten sollte, ist der die große Abhängigkeit der USA von ausländischem Geld. Vor allem bei den Chinesen haben sich die Amerikaner hoch verschuldet. Die Asiaten sehen jetzt, dass ihnen das gleiche passieren könnte wie den Europäern vor 30 Jahren, dass nämlich die Amerikaner Inflation zulassen und damit den Wert ihrer Schulden verringern, zulasten der Chinesen. Ob China das so einfach hinnehmen wird, ist zu bezweifeln.

15. Februar 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Susanne Schmitt
Von: Susanne Schmitt.