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Wie Sie Ihre Kauf und Verkaufsaufträge an der Börse richtig platzieren

Warum Sie durch eine gezielte Auftragsvergabe viel Geld verdienen können

Vielleicht haben Sie es vor einiger Zeit ja auch in der Zeitung gelesen: In Frankfurt am Main ist der Angestellte eines amerikanischen Wertpapierhauses in den Verdacht geraten, den Kurs einer Aktie manipuliert zu haben, um dadurch bei einem gerade auslaufenden Optionsschein bessere Ergebnisse für das Emissionshaus zu erzielen. Es handelte sich dabei um einen so genannten Knockout-Optionsschein, der wertlos verfällt, sobald die zugrunde liegende Aktie eine bestimmte Kursmarke unter oder überschreitet. In diesem Fall gewinnt das Emissionshaus, weil es die bis dahin aufgelaufenen Prämien nicht mehr auszahlen muss, während Sie als Käufer des Scheins von einem Tag auf den anderen Ihren gesamten Einsatz und dazu noch die gewonnenen Prämien verlieren.

Sie entnehmen daraus, wie wichtig es ist, dass die Kursfeststellung an der Börse korrekt durchgeführt wird. Dafür gibt es Regeln und Handelsusancen, die nicht in das Belieben der Kursmakler gestellt sind und – je nach Marktsegment im Prime oder General Standard – einer unterschiedlich strengen Kontrolle unterliegen.

Wenn Sie sich schon längere Zeit an der Börse engagieren, werden Sie sich wahrscheinlich schon häufiger darüber geärgert haben, dass ein von Ihnen mit einem Kurslimit versehener Auftrag nicht ausgeführt worden ist. Manchmal verfehlt ein Limit den Kurs vielleicht nur um ganze 10 Cent. Und wenn sich die Marktlage dann am nächsten Tag erheblich verändert und Sie neu limitieren müssen, geht Ihnen auf diese Weise womöglich viel Geld verloren.

Ich könnte Ihnen von zahlreichen solcher Fälle berichten, in denen Lesern des „Geldanlage Beraters“ Gewinnchancen nur dadurch entgangen sind, dass sie über die Art und Weise der Kursfindung, die Bedeutung der Kurszusätze und die Unterschiede der seit Jahresanfang 2003 gerade neu eingeteilten Marktsegmente nicht genau Bescheid wussten.

Allein schon die Analyse der veröffentlichten Notierungen und Kurszusätze und die darauf abgestimmte Ordervergabe sind eine erhebliche Quelle Ihres Erfolgs an der Börse. Und wenn Sie die Ihnen von Ihrer Bank abgerechneten Kurse nicht einfach so hinnehmen, sondern vor dem Hintergrund der veröffentlichten Kurse und Kurszusätze regelmäßig einer genauen Prüfung unterziehen, wird dies Ihre Performance weiter beflügeln.

TecDaxHebelZertifikat: Kursausschläge um 30% sind jederzeit sehr kurzfristig möglich

Fr 20:00Fr 20:00Fr 20:00Fr 20:00Fr 20:00Fr 20:00Fr 20:00Fr 20:00 Di 19:45Di 19:45Di 19:45Di 19:45Di 19:45Di 19:45Di 19:45Di 19:45 Do 14:00Do 14:00Do 14:00Do 14:00Do 14:00Do 14:00Do 14:00Do 14:00 Mo 13:451,22 1,20Euro 1,15 1,10 1,05

Die Kursentwicklung des Zertifikats zeigt, wie stark die Kursbewegungen gerade von Hebelprodukten innerhalb kürzester Zeit sein können. Umso wichtiger ist es daher für Sie, Ihre Börsenaufträge richtig zu platzieren.

1,00 0,95 0,90

Nach meinen Erfahrungen werden noch immer mindestens 2 von 10 Aufträgen nicht korrekt ausgeführt und/oder abgerechnet – und zwar meistens zu Ihren Lasten als Anleger und nicht zum Schaden der Bank oder des Maklers. Gerade im Freiverkehr und im Telefonverkehr, wo der größte Teil von Auslandsaktien und Nebenwerten, aber auch von Optionsscheinen, Zertifikaten und Ähnlichem gehandelt wird, sind die Möglichkeiten für eine gezielte „Beeinflussung“ der Kurse noch immer sehr groß.

Ich zeige Ihnen daher in diesem Beitrag,

  • wie die neuen Segmente an der deutschen Börse heute aufgeteilt sind und was sie für Sie bedeuten,

  • was Sie über die Kursfeststellung, die Kurszusätze und die Ausführung Ihrer Order wissen sollten

  • und wie Sie diese Zusammenhänge bei Ihren Dispositionen strategisch vorteilhaft nutzen können.

Diese 2 neuen Segmente sind für Sie als Anleger seit Anfang 2003 bestimmend

Im Herbst vergangenen Jahres erschien das „Handelsblatt“ mit einer Todesanzeige im Aufmacher auf der Seite 1. Gewidmet war die Anzeige dem Neuen Markt, der nach einem heftigen, aber kurzen Leben am 1. Januar 2004 zu Grabe getragen wird. Für Sie als Anleger hat dieser Abgesang einige Konsequenzen, wenn Sie beispielsweise in Zertifikaten des entsprechenden Börsenindexes, des Nemax, angelegt hatten. Denn dieser Index wird ab 2004 ganz eingestellt werden, und er verändert schon jetzt mit jedem Unternehmen, das vorzeitig dem Neuen Markt den Rücken kehrt oder Pleite geht, seine Zusammensetzung.

Bereits im November 2002 hatte der Börsenrat die neue Segmentierung des deutschen Aktienmarktes an der Frankfurter Wertpapierbörse/FWB beschlossen. Mit der Neustrukturierung, die zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten ist, entstand für Aktien und aktienvertretende Zertifikate – neben dem General Standard mit den gesetzlichen Mindestanforderungen des früheren Amtlichen Marktes oder Geregelten Marktes – das neue Segment Prime Standard mit einheitlichen Zulassungsfolgepflichten.

Für Sie als Anleger ist diese Neuordnung nicht unwesentlich. Denn ob Sie Aktien in dem einen oder anderen Börsensegment erwerben, hat Auswirkungen auch auf die Sicherheit und Transparenz Ihrer Aktienanlagen und auf die Ausführungskontrolle Ihrer Wertpapierorder. So ist etwa der Prime Standard auf Unternehmen zugeschnitten, die sich auch gegenüber internationalen Investoren positionieren wollen. Sie müssen über das Maß des General Standard hinaus hohe internationale Transparenzanforderungen erfüllen, beispielsweise

  • eine regelmäßige Quartalsberichterstattung garantieren,

  • internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS oder USGAAP) genügen,

  • einen Unternehmenskalender mit den wichtigsten Ter minen veröffentlichen,

  • mindestens einmal im Jahr eine Analystenkonferenz abhalten sowie

  • AdhocMitteilungen herausgeben und laufend Bericht erstatten.

Wie die deutsche Börse seit Anfang 2003 gegliedert ist

Bluechips TechnologieBranchen klassische Branchen

Das Schaubild zeigt Ihnen, wie die deutsche Börsenlandschaft seit Jahresanfang 2003 geordnet ist. Je höher der Börsenstandard für ein Unternehmen, desto stärker wird es auch von der Börsenaufsicht überwacht.

Nach der Neueinteilung gibt es also nur noch 2 Börsensegmente. Das eine IST der Prime Standard, in dem derzeit 383 Unternehmen notiert sind. Das andere ist der General Standard mit weiteren 400 Werten.

Aus den 30 größten Werten des Prime Standard wird der DAX gebildet. Unterhalb des DAX gibt es 2 weitere Segmente im Prime Standard: den MDAX mit 50 Unternehmen mittlerer Größe und den SDAX für die 50 mittleren und kleineren Unternehmen der klassischen Branchen sowie deM aus 30 Werten bestehenden TecDAX für Technologiewerte. Im TecDAX finden Sie das Gros der bisherigen NeuenMarktTitel wieder.

Dagegen stellt die deutsche Börse den Neuen Markt und das Börsensegment SMAX für die mittleren Werte Ende 2003 ein. Die Notierung im Prime Standard ist eine Voraussetzung für die Aufnahme in die Auswahlindizes DAX, MDAX, SDAX, TecDAX oder (bis 2004) NEMAX 50.

Wie der Makler den Kurs ermittelt und was Sie den Kurszusätzen entnehmen können

Grundsätzlich gilt: Der Preis für eine Ware, wie sie auch ein Wertpapier (eine Aktie, eine Anleihe oder ein Optionsschein) darstellt, richtet sich in einem freien Markt nach Angebot und Nachfrage. Je größer die Nachfrage nach einer Aktie bei unverändertem Angebot ist, desto eher werden Sie als Marktteilnehmer in der Regel auch bereit sein, einen höheren Preis dafür zu zahlen. Und je größer das Angebot bei ansonsten gleich bleibender Nachfrage, desto eher weisen die Aktienkurse nach unten.

Der Kursmakler ist daher verpflichtet, den Kurs so festzusetzen, dass jeweils ein maximaler Umsatz (= Kurs x Stückzahl) zustande kommt. Diese Verpflichtung beruht auf der Überzeugung, dass nur ein solches Verfahren eine faire Preisbildung garantiert, weil dann alle Marktteilnehmer die gleichen Chancen haben, ihre Interessen zur Geltung zu bringen. Die praktische Durchführung der Kursfeststellung durch den Makler ist dabei ein reines Rechenexempel.

Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie haben Ihrer Bank einen Auftrag zum Kauf von 100 ABCAktien erteilt. Nach der von mir verschiedentlich empfohlenen Splittingmethode haben Sie davon 50 Stück „billigst“ und 50 Stück mit einem Kurslimit von 24,50 Euro aufgegeben.

Ihre „billigst“Order besagt, dass Sie bereit sind, jeden sich zum Zeitpunkt der Kursfeststellung an der Börse ergebenden Kurs zu akzeptieren. Selbst wenn sich also aufgrund der jeweiligen Marktlage ein Kurs ergeben sollte, der um 10 oder 20% über Ihren Erwartungen zum Zeitpunkt der Ordervergabe liegt, sind Sie in diesem Fall verpflichtet, die aufgegebenen Stücke abzunehmen und den ermittelten Preis zu zahlen.

Ihr limitierter Kaufauftrag wird nur dann ausgeführt, wenn die Aktie zum Zeitpunkt der Kursfeststellung genau bei 24,50 Euro oder darunter notiert. Bei einem limitierten Verkaufsauftrag müsste der Kurs entweder auf dieser Höhe oder darüber liegen, damit Ihre Order zum Zuge kommt.

Es kann aber auch sein, dass zwar ein Kurs auf der Höhe des Limits festgestellt wird, aber die zu diesem Limit vorliegenden Aufträge nicht vollständig ausgeführt werden können. In diesem Fall haben Sie keinen Anspruch auf die Ausführung Ihrer Order. Es kommt dann nur zu Teilausführungen, bei denen Ihr Auftrag nicht zwingend berücksichtigt werden muss. Also erst eine Kursfeststellung unterhalb Ihres Limits (im Kauf) und oberhalb Ihres Limits (im Verkauf) macht Sie daher ganz sicher, dass Ihr Auftrag vollständig ausgeführt worden sein muss.


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Das Auftragsbuch des Kursmaklers zeigt, wie die Kursfeststellung im angenommenen Fall nach dem maximalen Umsatz und unter Zugrundelegung der gegebenen Orderlage erfolgt.

O r d e r b u c h d e s K u r s m a k l e r s

Kursfeststellung: 25,00 bB

Kaufaufträge Verkaufsaufträge Stück Limit in Euro Stück Limit in Euro 300 billigst*

300 bestens *

500 25,01*

200 24,96 *

1.000 25,00*

300 24,97 *

bB = bezahlt Brief: Zu diesem Kurs kamen nicht alle Verkaufsaufträge zum Zuge; alle unterhalb des Kurses angesiedelten Aufträge wurden ausgeführt.

100 24,99 350 24,98 *

400 24,98 100 24,99 *

Umsatz: 1.800 Stück = 45.000 Euro

200 24,97 700 25,00**

500 25,01

* vollständig ausgeführt, ** teilweise ausgeführt: (hier: 550 Stück)

Zur Kursermittlung geht der Makler dabei folgendermaßen vor:

Zunächst werden alle Kauf und Verkaufsaufträge berücksichtigt, die ohne Kurslimit als „billigst“ oder „bestens“Order erteilt wurden.

Der Makler im amtlichen Handel, der an der Börse außer zum Ausgleich von Spitzen keine Eigengeschäfte betreiben darf, ermittelt dann den Kurs durch eine Gegenüberstellung der vorliegenden limitierten Kauf und Verkaufsaufträge.

In unserem Beispiel kommt es zu einem Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage bei einem Kurs von 25,00 Euro. Zu diesem Preis werden 1.800 Aktien umgesetzt, wobei sich auf der Verkaufsseite noch ein Überhang von 150 nicht zur Abwicklung gekommenen Stücke ergibt. Dies besagt, dass zum festgestellten Kurs noch ein Angebot von 150 Aktien bestand. Die Notierung des Maklers lautet daher „25,00 Euro bB“. Der Kurszusatz ist eine Abkürzung für „bezahlt Brief“, was nach den einheitlichen Definitionen an der Börse bedeutet, dass ein Umsatz zu diesem Kurs zustande gekommen ist (= bezahlt), aber noch weitere Wertpapiere zu diesem Kurs verkauft werden sollten (= Brief). Auf dieser Höhe errechnet sich ein maximal möglicher Umsatz von 45.000 Euro.

Alle übrigen Kauf und Verkaufsaufträge lagen beim Kurslimit im Kauf unter, im Verkauf über der festgestellten Notiz von 25,00 Euro. Entsprechend konnten sie zum Zeitpunkt der Kursfeststellung nicht ausgeführt werden.

Manchmal kommt es – vorrangig bei kleineren, umsatzschwachen Aktien, Optionsscheinen oder Zertifikaten – auch vor, dass zu einem festgestellten Kurs nur Nachfrage oder nur Angebot besteht. In diesem Fall macht der Makler den Kurszusatz „G“ (= Geld) beziehungsweise „B“ (= Brief).

Bei Aktien mit durchschnittlich sehr geringen Umsätzen kann es sogar geschehen, dass an einem Tag weder Ange bot noch Nachfrage bestehen. Der Makler versucht dann vor dem Hintergrund der übrigen Marktlage, einen Kurs ausfindig zu machen, bei dem seiner Einschätzung nach eigentlich ein Umsatz stattfinden könnte. Er „taxiert“ auf diese Weise die Aktie, was mit dem Kurszusatz „T“ (= Taxe) vermerkt wird.

Im angeführten Beispiel bedeutet die Kursfeststellung für Sie, dass Sie nur 50 Aktien für 25,00 Euro erhalten haben.

Warum Sie bei Ihrer Ordervergabe die Börsensegmente beachten sollten

Diese Kursfeststellung ist der Ausdruck einer vielleicht nur wenige Minuten lang existent gewesenen Marktlage. Das ist jedenfalls bei Aktien der Fall, deren Notierungen (auch) im so genannten variablen Handel erfolgen, bei dem die Kurse fortlaufend während der ganzen Börsensitzung festgestellt werden. In diesem Börsensegment haben Sie also erheblich größere Chancen, mit einem limitierten Auftrag irgendwann einmal im Laufe des Tages zum Zuge zu kommen, sofern Ihre Limits nicht allzu weit von der wirklichen Marktsituation entfernt liegen.

Grundsätzlich sind alle Kurse nach einem ähnlichen Verfahren zu ermitteln. Vor allem für den Prime Standard ist die korrekte Durchführung der Kursfeststellung jederzeit ohne größere Schwierigkeiten überprüfbar. Die Börsenaufsicht geht hier automatisch jeder ungewöhnlich erscheinenden Kursbildung nach.

Im so genannten Freiverkehr, dem nicht amtlichen deutschen Börsensegment, in dem neben einigen deutschen Aktien überwiegend ausländische Aktien, Optionsscheine und alle sonstigen Finanzinnovationen gehandelt werden, erfolgt die Kursfeststellung dagegen durch Freimakler, die aber auch unter amtlicher Aufsicht stehen. Auch bei diesen haben Sie zwar Anspruch auf eine nach den oben dargestellten Prinzipien durchgeführte Kursbildung. Im Einzel

fall ist es aber viel schwerer, den Freimaklern Unregelmäßigkeiten nachzuweisen, da sie auch auf eigene Rechnung handeln können.

Was Sie den Kurszusätzen entnehmen können

A Teilabnahme Teilabnahme im Aktienoptionshandel, sinngemäß wie bB im Aktienhandel B Brief Es war nur Angebot vorhanden, ohne dass es zu Umsätzen kam.

–B gestrichen Brief Selbst „bestens“Verkaufsaufträge konnten wegen mangelhafter Nachfrage nicht bedient werden.

b, bz, bez bezahlt Angebot und Nachfrage waren ausgeglichen. Alle „bestens“ und „billigst“ aufgegebenen Aufträge wurden ausgeführt. Alle zum festgestellten Kurs oder darunter limitierten Kaufaufträge wurden abgewickelt. Alle zum festgestellten Kurs oder darunter limitierten Verkaufsaufträge konnten abgewickelt werden.

bG, bzG, bezG bezahlt Geld Die zum festgestellten Kurs limitierten Kaufaufträge konnten nur teilweise abgewickelt werden, da zu diesem Kurs noch weitere Nachfrage bestand. Die darüber liegenden Kaufaufträge kamen vollständig zum Zuge.

bB, bzB, bezB bezahlt Brief Die zum festgestellten Kurs limitierten Verkaufsaufträge konnten nur teilweise abgewickelt werden, da zu diesem Kurs noch weiteres Angebot bestand. Die darüber liegenden Verkaufsaufträge kamen vollständig zum Zuge.

bB rep/rat bzG rep/rat bezG rep/rat bezahlt Brief repartiert oder rationiert Alle zum festgestellten Kurs und niedriger limitierten sowie die unlimitierten Verkaufsaufträge konnten nur durch eine teilweise Zuteilung bedient werden.

bG rep bzG rep/rat bezG rep/rat bezahlt Brief repartiert oder rationiert Alle zum festgestellten Kurs und höher limitierten sowie die unlimitierten Kaufaufträge konnten nur durch eine teilweise Zuteilung bedient werden.

etw. bG etw. bzG etw. bezG etwas bezahlt Geld Die zum festgestellten Kurs limitierten Kaufaufträge konnten nur zum kleinen Teil ausgeführt werden.

etw. bB etw. bzB etw. bezB etwas bezahlt Brief Die zum festgestellten Kurs limitierten Verkaufsaufträge konnten nur zum kleinen Teil ausgeführt werden.

G Geld Es war nur Nachfrage vorhanden, ohne dass es zu Umsätzen kam.

–G gestrichen Geld Selbst „billigst“Kaufaufträge konnten wegen mangelnden Angebots nicht bedient werden.

T Taxe Geschätzter Kurs. Es kam zu keinerlei Umsatz, weil keine Börsenaufträge vorlagen oder die vorliegenden nach der gegebenen Marktsituation dem Makler unvertretbar erschienen.

exB, exBR ex Bezugsrecht Handel ohne Bezugsrecht; Kurszusatz am Tage des Bezugsrechtsabschlags exBA ex Berichtigungsaktien Handel ohne Berichtigungsaktien; Kurszusatz am Tage des Berichtigungsaktienabschlags exD ex Dividende Handel ohne Dividende; Kurszusatz am Tage des Dividendenabschlags Z Teilzuteilung im Aktienoptionshandel, sinngemäß wie bG im Aktienhandel

Noch ungeschützter sind Sie, wenn Sie Aufträge im Telefonhandel platzieren, weil sich die Orderlage zum Zeitpunkt der Kursfeststellung selten eindeutig nachprüfen lässt. Hier sind Sie als Anleger – ähnlich wie bei einer Ordervergabe für den von den Kreditinstituten betriebenen Interbankenhandel – im Zweifelsfall Kontrahent eines einzelnen Käufers oder Verkäufers. Damit wächst die Gefahr, dass man Ihnen Kurse abrechnet, die immer etwas ungünstiger für Sie sind, als es in den breiteren amtlichen Börsensegmenten der Fall wäre.

Wie Sie die verschiedenen Kurszusätze gezielt nutzen können

  • In Fällen, in denen ein Wertpapier sowohl im amtlichen Handel wie auch im Freiverkehr notiert wird, sollten Sie Ihre Order lieber dem amtlichen Makler anvertrauen, um sicherer zu sein, einen fairen Preis abgerechnet zu bekommen. Besonders bei marktengen Werten wie auch bei Optionsscheinen weichen die Kursfeststellungen an den verschiedenen deutschen Börsen im Freiverkehr aufgrund der unterschiedlichen Auftragslage in vielen Fällen erheblich voneinander ab.

  • Wenn der Kurs eines Wertpapiers nach Ihren Beobachtungen häufig nur als Taxkurs mit dem Zusatz „T“ oder als Briefkurs mit dem Zusatz „B“ festgestellt wird, sollten Sie dies als Warnung verstehen. Sie können dann davon ausgehen, dass die Umsatz und Orderlage so unausgewogen ist, dass Sie im Falle eines plötzlich notwendig werdenden Verkaufs mit erheblichen Problemen und Kurszugeständnissen rechnen müssen. Solche Kurszusätze sind im marktbreiten amtlichen Handel sehr selten, im Freiverkehr und im Telefonhandel dagegen recht häufig zu finden. Noch unausgewogener ist die Situation, wenn die Kursnotierung mit dem Zusatz „–B“ (= gestrichen Brief) erfolgt. Dann konnten nicht einmal unlimitierte Verkaufsaufträge untergebracht werden, was für eine äußerst prekäre Auftragslage spricht.

  • Nur wenn Sie im zuletzt beschriebenen Fall von den Chancen der entsprechenden Werte sehr fest überzeugt sind, sollten Sie sich überlegen, ob Sie nicht von dem im Kurszusatz „B“ ausgesprochenen Angebotsdruck profitieren wollen. Legen Sie dann ein „Abstauberlimit“ um 10% oder mehr unterhalb des Briefkurses in den Markt. Sie haben dann eine gute Chance, den Wert zum Ausverkaufspreis zu erhalten, wenn irgendein Verkäufer die Nerven verliert und seine Kurserwartungen nach unten schraubt oder seine Aktien gar „bestens“ verkauft.

  • Falls Sie einen Auslandswert spesengünstiger auch an einer deutschen Börse erhalten können und aus Kostengründen diesen Weg vorziehen, sollten Sie sich zuvor bei Ihrer Bank oder beispielsweise über die auch in dieser Beziehung sehr informativen Internetseiten www.comdirect.de in jedem Fall nach den durchschnittlichen Tagesumsätzen erkundigen. Sind die zu gering, obwohl die Aktie an der Heimatbörse einen sehr viel breiteren Markt hat, verzichten Sie besser auf den Kauf an der deutschen Börse und kaufen die Aktie am Auslandsmarkt. Nur ein liquider Handel bewahrt Sie davor, in kritischen Situationen nicht erhebliche Verluste einstecken zu müssen.

  • Erfolgt die Kursfeststellung in einem bestimmten Wert und/oder an einer bestimmten Börse häufig mit dem Zusatz „G“, werten Sie das als Zeichen für ein großes Interesse der Marktteilnehmer. Wenn Sie bereits im Besitz der Papiere sind und an einen Verkauf denken, sollten Sie tagesgültige Probelimits eingeben. Gehen Sie dabei zunächst von einem sehr hohen Verkaufslimit oberhalb des festgestellten Geldkurses aus, und nähern Sie dieses Limit in täglicher Folge dem notierten Kurs an. Wenn Sie ein bisschen Glück haben, geraten Sie an einen Kaufinteressenten, der irgendwann einen erheblich höheren Kurs akzeptiert oder einen unlimitierten „billigst“Auftrag in den Markt legt. Falls der Kurszusatz „–G“ lautet, haben Sie gute Chancen, Ihre Aktien sogar zu einem noch viel höheren Kurs oberhalb der festgestellten Notierung loszuwerden. Sie sollten es dann mit einem Verkaufsauftrag versuchen, der um wenigstens 20% oberhalb des festgestellten Kurses angesiedelt ist.

  • Legen Sie unlimitierte Aufträge nur im Ausnahmefall in den Markt, und arbeiten Sie stattdessen besser mit Staffelorders, sodass Sie einen Teil Ihres Auftrags auch mit einem sehr großzügigen Limit (beispielsweise um 5% unter oder oberhalb Ihrer Erwartungen) versehen können. An umsatzarmen Tagen, bei Nebenwerten mit regelmäßig geringen Umsätzen und bei sehr volatilen Anlageinstrumenten wie den Optionsscheinen geraten Sie sonst in die Gefahr, dass man Ihnen Kurse abrechnet, die weit von Ihren Erwartungen entfernt liegen.

  • Bei Unklarheiten über abgerechnete Kurse besorgen Sie sich von der Börse das amtliche Kursblatt, das allein maßgeblich ist für den Nachweis der tatsächlich erfolgten Kursfeststellungen. Die Veröffentlichungen der Kurse in der Tagespresse reichen für einen solchen Nachweis im juristischen Streitfall nicht aus. Sind Kurse zu Ihrem Nachteil abgerechnet worden, teilen Sie dies Ihrer Bank unverzüglich schriftlich mit, und machen Sie den entstandenen Schaden geltend. Auch wenn nicht Ihre Bank, sondern die von dieser eingeschalteten Vermittler (Kommissionäre, Händler) für eine fehlerhafte Kursabrechnung verantwortlich sein sollten, muss die Bank Ihnen gegenüber dennoch für solche Fehler gerade stehen.

Warum Teilausführungen nicht zwangsläufig nachteilig für Sie sind

Selbst der Handel mit einer relativ kleinen Anzahl Aktien ist keine Garantie dafür, dass Ihre Order nicht in mehreren Schritten ausgeführt wird. Ärgerlich ist das für Sie vor allem dann, wenn die Bank oder der OnlineBroker jeden Teil als einzelnen Auftrag mit vollen Gebühren abrechnet.

Warum es überhaupt zu Stückelungen kommt

Grundsätzlich werden Aufträge in einzelne Transaktionen aufgeteilt, wenn eine Order an der Börse nicht auf ein ausreichendes Gegenangebot trifft. Das kommt vor allem bei kleinen Werten mit geringer Marktkapitalisierung oder Titeln mit geringem Streubesitz häufig vor. Was dann geschieht, können Sie dem folgenden Beispiel einer Ausführung auf der elektronischen Handelsplattform Xetra entnehmen, über die zur Zeit 93% aller inländischen Transaktionen laufen.

Zunächst wird der Auftrag eines Anlegers durch den zuständigen Händler bei entsprechender Börsenplatzwahl in das elektronische Orderbuch von Xetra gestellt. Aufträge an Online Broker werden meist über eine direkte Schnittstelle an Xetra weitergeleitet. Daraufhin überprüft das System automatisch, ob die gegenüberliegende Seite des Orderbuchs ein passendes Angebot enthält und so der Auftrag ausgeführt werden kann. Ist kein passendes Angebot vorhanden, bleibt die Order im XetraOrderbuch stehen, bis sie auf eine übereinstimmende Gegenseite trifft.

Trifft zum Beispiel eine Kauforder von 1.000 Stück mit einem oberen Kurslimit von 10 Euro auf ein Verkaufsangebot von 200 Stück zu 8 Euro, dann wird die Transaktion in diesem Umfang ausgeführt. Der Überhang von 800 Stück bleibt entsprechend der Gültigkeit im Orderbuch – tagesgültig, bis zu einem bestimmten Datum oder unbefristet.

Kommt nun ein weiteres Verkaufsangebot dazu, etwa 300 Stück zu 9 Euro, dann wird auch dieser Teil ausgeführt.

Von der ursprünglichen Kauforder bleiben jetzt noch 500 Stück offen. Es kann also zu weiteren Teilausführungen kommen. Diese Einzeltransaktionen können natürlich auch parallel ablaufen. Branchenkenner sprechen in diesem Fall von einem „angefressenen“ Limit.

Auch Ihre Orderzusätze schließen Teilausführungen nicht aus

Die Annahme, dass einige Orderzusätze bei der Auftragseingabe Teilausführungen ausschließen, ist ein weit verbreiteter Irrtum. FillorKill-Order beispielsweise sind Aufträge, die entweder vollständig ausgeführt oder annulliert werden. Laufen sie nun in das Orderbuch ein, dann können sie dort auf passende Gegenangebote zu unterschiedlichen Preisen treffen, die aber noch innerhalb des Limits liegen. Diese Transaktionen werden dann zwar sofort, aber in Teilen ausgeführt.

Grundsätzlich sollten Sie wissen, dass den Banken und Online Brokern durch den Börsenplatz in der Regel keine zusätzlichen Transaktionskosten entstehen, wenn Aufträge gestückelt werden. Die Deutsche Börse AG berechnet den angeschlossenen Teilnehmern lediglich eine Handelsgebühr pro Auftrag. Diese liegt für eine einzelne Order bis zu einem Volumen von 12.500 Euro bei 0,70 Euro. Lediglich die Clearing-Gebühren werden nach Teilausführungen abgerechnet. Allerdings sind diese von den Banken gestaffelt nach der Anzahl der Teilausführungen zu entrichten. Was die Banken und Broker wiederum von ihren Kunden fordern, liegt allein im Ermessen der jeweiligen Häuser.

GB Tipp: Sie selbst haben es daher in der Hand, auf einer fairen Abrechnung in Ihrem Interesse als Anleger zu bestehen: Reklamieren Sie bei Ihrer Bank Abrechnungen, in denen Sie vor diesem Hintergrund mit erhöhten Gebühren zu sehr zur Kasse gebeten werden, und verlangen Sie eine Neuberechnung. Im Zweifelsfall können Sie Ihre Bank darauf hinweisen, dass Sie die von Ihnen als unfair angesehene Praxis durch die Verbraucherzentralen und an den „Geldanlage Berater“ zur Veröffentlichung weiterzugeben gedächten. Ich helfe Ihnen gern dabei.

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Checkliste: So platzieren und limitieren Sie Ihre Börsenaufträge optimal

  • Analysieren Sie vor einem beabsichtigten Kauf oder Verkauf eine Zeit lang die Auftrags und Marktlage anhand der veröffentlichten Kursentwicklung und Kurszusätze.

  • Nutzen Sie vor allem bei kleineren marktengen Wertpapieren oder Anlageinstrumenten mit starken Tagesschwankungen Marktungleichgewichte anlagestrategisch aus.

  • Verlassen Sie sich bei Zweifeln an einer korrekten Kursfindung und Auftragsabwicklung nicht auf die Angaben Ihrer Bank, sondern bemühen Sie sich selbst darum, den Sachverhalt zu klären.

  • Seien Sie bei häufig vorkommenden Tax und Briefkursen besonders skeptisch, und versuchen Sie, die Gründe für diese Kursbildung herauszufinden, bevor Sie größere Summen in diesem Wert anlegen.

  • Investieren Sie nur einen sehr geringen Teil Ihres Kapitals in umsatzschwache Aktien, um die Gewähr zu haben, in einer kritischen Börsenphase bei Verkaufsaufträgen nicht allzu viel zu verlieren.

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Redaktionssprechstunden:

mittwochs 16–18 Uhr. Nur für Abonnenten des „Geldanlage Beraters“ kostenlos.

Tel.: 0551/5083545

Ein „Geldanlage Berater“Beitrag von Chefredakteur Dr. Werner Kurzawa. Als gelernter Bankkaufmann ist er ein gefragter Experte der deutschen und internationalen Wertpapiermärkte und Redner auf zahlreichen Investmentkongressen und -Seminaren.

30. Mai 2003

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.