Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Mit Wechselfinanzierungen zu Euriborsätzen sparen

Wechsel können Sie für Ihre kurzfristigen Finanzierungen in vielfältiger Form einsetzen, und zwar als:

  • Bankakzept (Akzeptkredit),

  • Solawechsel,

  • Handelswechsel und

  • Umkehrwechsel.

Da die Konditionen für Kontokorrentkredite und Diskontkredite, also Wechselkredite, unterschiedlich sind, können Sie durch Umwandlung von Kontokorrentkredit in Wechselkredit Zinskosten sparen. Der nachfolgenden Zusammenstellung können Sie die aktuellen Zinssätze entnehmen.

Zinssätze für Wechsel- und Kontokorrentkredite
Wechselkredite, notenbankfähige Abschnitte bis unter 50.000 €Durchschnitt 6,23 %
Kontokorrentkredite unter 100.000 €Durchschnitt 10,66 %
Kontokorrentkredite von 100.000 € bis 500.000 €Durchschnitt 9,64 %
Kontokorrentkredite von 500.000 € bis 2.500.000 €Durchschnitt 8,44 %

Je nachdem, in welcher Größenordnung Sie Kredite benötigen, können Sie mit einem Wechsel gegenüber einem Kontokorrentkredit im Durchschnitt 3 Prozentpunkte an Zinskosten einsparen.

Pro 100.000 € Kredit können Sie also 3.000 € Zinskosten im Jahr einsparen.

So können Sie prüfen, ob Ihnen die Bank einen günstigen Wechselzins (Diskontsatz) abrechnet

Den Basissatz jeder Wechselabrechnung bildet der 3-Monats-Euribor. Wie hoch der 3-Monats-Euribor ist, können Sie jederzeit in der Wirtschaftspresse nachlesen oder von Ihrer Bank erfragen.

Fachworterklärung

Euribor bedeutet Euro Interbank Offered Rate. Es handelt sich dabei um einen Zinssatz, der täglich von 58 europäischen Banken festgestellt und in Frankfurt am Main veröffentlicht wird. Sie finden diesen Zinssatz täglich in der Wirtschaftspresse (beispielsweise in Handelsblatt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Financial Times Deutschland).

Mitte Februar 2002 lag der 3-Monats-Euribor bei rund 3,3% p.a.

Zu diesem Satz kann sich Ihre Bank refinanzieren. Da sie an dem Wechselgeschäft noch etwas verdienen möchte, schlägt sie Ihnen gegenüber noch ihre Marge auf den 3-Monats-Euribor auf.

Beispiel: 3-Monats-Euribor 3,3% plus Marge Ihrer Bank 0,5% = Diskontsatz für Sie 3,8%.

So können Sie die Marge Ihrer Bank bei Wechselabrechnungen bewerten
Bankmarge +0,5 %sehr gute Kondition
Bankmarge +1,0 %gute Kondition
Bankmarge +1,5 %zufrieden stellende Kondition
Bankmarge +2,5 %ungünstige Kondition

Ein Vorurteil: Wechsel sind gefährliche Finanzierungsinstrumente

Fälschlicherweise halten viele Leute Wechsel für ein gefährliches Finanzierungsinstrument, das vorwiegend von finanziell schwachen Betrieben eingesetzt wird. Ein Vorurteil, das sich durch nichts belegen lässt.

Wenn Sie die Wechselfinanzierung „richtig“ einsetzen, eröffnen Sie sich damit eine äußerst zinsgünstige Finanzierungsmöglichkeit.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Gefährlich wird die Wechselfinanzierung nur dann, wenn Sie nicht sicher sind, dass Sie den fälligen Wechsel auch pünktlich einlösen können.

Die „Spielregeln“ für das Wechselgeschäft

Die Laufzeit eines Wechsels liegt zwischen 1 und 6 Monaten. Als Basiszinssatz wird der 3-Monats-Euribor zu Grunde gelegt. Eine weitere Teilnahmevoraussetzung: Ihr Unternehmen muss „notenbankfähig“ sein. Die Prüfung auf Notenbankfähigkeit wird von den jeweils zuständigen Landeszentralbanken (LZB) im Auftrag der Europäischen Zentralbank (EZB) durchgeführt.

Wie die Banken Wechselkredite abrechnen

Der 3-Monats-Euribor liegt derzeit bei 3,3%. Da die Bundesbank einen Bewertungsabschlag von 2% vornimmt, bedeutet dies, dass Ihrer Bank von 100.000 € Wechselbetrag nur 98.000 € zur Verfügung gestellt werden. Die restlichen 2% werden als Sicherheit einbehalten.

Dies verursacht eine entsprechende Kostenerhöhung, so dass der Zinssatz von 3,3% durch diesen Bewertungsabschlag auf 3,4% (3,3% × 102% = 3,37%) ansteigt.

Auf diesen Zinssatz, zu dem die Deutsche Bundesbank Wechsel gegenüber Ihrer Hausbank abrechnet, schlägt diese ihre Marge auf, die im Regelfall zwischen 0,5 und 2 Prozentpunkten liegt.

Bei einem 3-Monats-Euribor von 3,4% können Sie mit einer Kondition rechnen, die zwischen 3,9 und 6% liegt. Vergleichen Sie hierzu die Angaben im Monatsbericht der Deutschen Bundesbank, den Sie kostenlos beziehen können.

3 Möglichkeiten, wie Sie zinsgünstige Diskontkredite nutzen können

Das klassische Wechselgeschäft funktioniert folgendermaßen: Sie erhalten eine Warenlieferung und „bezahlen“ mit einem Wechsel. Ihr Lieferant ist Aussteller, und Sie sind Bezogener dieses Wechsels. Einen solchen Wechsel bezeichnet man als Handelswechsel.

Ihr Lieferant „diskontiert“ den Wechsel bei seiner Hausbank und kann unter Abzug des Diskonts sofort über das Geld verfügen. Der Wechsel hat eine Laufzeit von bis zu 6 Monaten – im Regelfall jedoch 90 Tage –, nach der Sie den Wechsel einlösen müssen.

Zur Einlösung wird Ihnen der Wechsel bei Ihrer Hausbank vorgelegt. Im Normalfall haben Sie Ihrem Lieferanten den Diskont zu erstatten, wobei es sein kann, dass dieser Ihnen einen höheren Satz belastet.

Wenn sich keiner Ihrer Lieferanten bereit erklärt, Wechselfinanzierungen mit Ihnen vorzunehmen, muss Ihnen trotzdem die zinsgünstige Finanzierungsart „Wechsel“ nicht verschlossen bleiben.

Es gibt einen Ausweg. Sie vereinbaren mit Ihrer Bank ein Bankakzept und erreichen das gleiche Ziel.

Mit einem Bankakzept nutzen Sie ebenfalls die Konditionenvorteile der Wechselfinanzierung

Treten Sie einfach an die Stelle des Lieferanten und fungieren als Aussteller. Ihre Bank tritt an Ihre Stelle und unterschreibt als Bezogener. Jetzt ist der Wechsel vollständig und kann von Ihnen als zinsgünstige Finanzierungsquelle genutzt werden.

Die Bank will Ihnen kein Bankakzept geben: Der Ausweg ist ein Solawechsel

Falls Ihr Banker keinen Akzeptkredit mit Ihrem Unternehmen machen möchte, nach dem Motto: „Tut mir Leid, aber wir geben unser Akzept nur ganz großen Firmen“, sollten Sie ihm einen Solawechsel vorschlagen.

Mit einem Solawechsel, auch Eigenwechsel genannt, können Sie zum gleichen Ergebnis kommen. In diesem Fall können Sie das Wechselgeschäft mit sich selbst abwickeln. Sie stellen einen Solawechsel aus und versprechen, zum Verfalltag die Wechselsumme zu bezahlen.

Jetzt ist auch dieser Wechsel einsatzbereit und kann zur zinsgünstigen Finanzierung genutzt werden.

Da auch Solawechsel zum gleichen Satz abgerechnet werden wie Bankakzepte, kann die Bank Ihren Solawechsel der Landeszentralbank zum Ankauf einreichen.

Die Landeszentralbank berechnet Ihrer Bank hierfür den jeweils aktuellen 3-Monats-Euribor-Satz. Auf diesem Wege beschafft sich Ihre Bank Liquidität und kann Ihnen die Betrag zum 3-Monats-Euribor plus ihrer Marge zur Verfügung stellen.

Wie Sie mit Umkehrwechseln Zinsen sparen

Sie können Ihre Lieferantenrechnungen skontieren und haben entsprechende Skontoeinnahmen.

Sie finanzieren Ihren Material- oder Wareneinkauf mit dem wesentlich günstigeren 3-Monats-Euribor-Zinssatz an Stelle des teuren Kontokorrentzinssatzes.

Durch die Wechselzahlung gewinnen Sie Liquidität, da Sie im Regelfall ein Zahlungsziel von 90 Tagen erreichen.

Auf diesem Weg können Sie eine beachtliche Ertragssteigerung erreichen.

Umkehrwechsel sind eine vielfach praktizierte und seriöse Finanzierungsart zur Regulierung von Warenrechnungen.

Auch hier gilt die Voraussetzung: Ihr Unternehmen muss notenbankfähig sein.

Sprechen Sie – bevor Sie erstmals einen Umkehrwechsel in Umlauf bringen – diese Finanzierungsart mit Ihren Lieferanten und Ihren Banken ab, damit es zu keinen Missverständnissen kommt.

Da der Wechselfinanzierung immer noch und immer wieder von vielen Leuten Skepsis entgegengebracht wird, sollten Sie Ihr Motiv klarstellen.

Verdeutlichen Sie, dass Sie die Umkehrwechselfinanzierung nicht aus Liquiditätsschwäche einsetzen, sondern dass Sie diese Finanzierungsart wegen des günstigen Zinssatzes gewählt haben.

4 Möglichkeiten, Lieferantenrechnungen zu regulieren

Wenn Sie die Regulierung Ihrer Lieferantenrechnungen fremdfinanzieren müssen, haben Sie grundsätzlich 4 Möglichkeiten der Abwicklung:

1. Sofortige Zahlung bei Inanspruchnahme von Kontokorrentkredit unter Ausnutzung von Skonto

Sie bezahlen Ihre Lieferantenrechnungen über Ihr Kontokorrentkonto, nehmen dort Kredit in Anspruch und erhalten, wenn Sie sofort zahlen, im Regelfall 3% Skonto. Vom Zahlungstag an müssen Sie den Betrag bei Ihrer Bank zum Kontokorrentzinssatz verzinsen.

2. Zahlung mit Zielinanspruchnahme ohne Skonto

Sie bezahlen Ihre Lieferantenrechnungen erst nach 90 Tagen, das heißt im Regelfall nach der 3. Mahnung. Sie haben für diesen Zeitraum keinen Zinsaufwand, erhalten aber auch kein Skonto.

3. Zahlung über Handelswechsel ohne Ausnutzung von Skonto

Sie bezahlen Ihre Lieferantenrechnungen mit einem einfachen Wechsel, den Sie Ihrem Lieferanten zuschicken. Dieser gibt den Wechsel bei seiner Bank zur Abrechnung und berechnet seine Kosten mit einem Aufschlag von 1 Prozentpunkt an Sie weiter. Sie erhalten kein Skonto. Den Wechselbetrag müssen Sie nach 90 Tagen einlösen.

4. Zahlung mit Umkehrwechsel bei Erhalt von Skonto

Sie bezahlen Ihre Lieferantenrechnungen mit einem Umkehrwechsel. Das heißt, Sie schicken Ihrem Lieferanten zum Rechnungsausgleich einen Scheck und erhalten Skonto. Gleichzeitig schicken Sie ihm einen Wechsel.

Für die sofortige Gutschrift der Wechselsumme berechnet Ihnen die Bank für 90 Tage den 3-Monats-Euribor plus ihrer Marge. Sie erhalten eine Gutschrift, die um den Zinsbetrag vermindert ist. Den Wechsel müssen Sie im Regelfall nach 90 Tagen einlösen.

Wie Sie am günstigsten Ihre Lieferantenrechnungen bezahlen

Für die Beispielberechnungen gehen wir von folgenden Konditionen aus:

Kontokorrentzinssatz: 9,5% 3-Monats-Euribor einschließlich Bankmarge: 4,5% Lieferantenzinssatz für Wechsel: 5,5% Skontosatz: 3% Wechsellaufzeit: 90 Tage.

Vergleichen Sie selbst, was für Sie günstiger ist.

Bei einer Lieferantenzahlung von 100.00 € beträgt der Unterschied, je nach Wahl der Zahlungs- und Finanzierungsart, beispielsweise bis zu 3.250 €.

Geld, das Sie in 90 Tagen einfach durch die Wahl des richtigen Zahlungs- und Finanzierungsmodells verdienen können.

Kalkulieren Sie selbst. Im Beispiel haben Sie einen Rechnungsbetrag von 100.000 €.

Annahme: Sie bezahlen diese Rechnung aus Ihrem Kontokorrentkredit. Der Betrachtungszeitraum: 90 Tage. Der Kontokorrentzinssatz beträgt 9,5%, der Satz für die Wechselabrechnung der Hausbank 4,5%, der Zinssatz des Lieferanten 5,5% und der Skontosatz liegt bei 3%.

6. März 2002

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt