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Windeln.de-Aktie: Börsenneuling vervielfacht Verluste

Anfang Mai habe ich Ihnen den Neuling Windeln.de im Zuge des Börsengangs bereits vorgestellt. Mein Fazit lautete: Interessantes Geschäftsmodell, aber zu hohe Bewertung.

Der Aktienkurs notiert mit 14,20 Euro mittlerweile 23% unter dem Ausgabepreis von 18,50 Euro. Jetzt hat der Internetkonzern seine Quartalszahlen veröffentlicht. Ob sich hier eine deutliche Besserung zeigt werde ich Ihnen heute im Detail analysieren.

Hohes Wachstum hält an

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres zeigte das Unternehmen ein strammes Umsatzwachstum von 87%. Insgesamt fuhr Windeln.de Erlöse von 36 Mio. Euro ein. Auf der Ergebnisseite konnte die Gesellschaft allerdings nicht überzeugen.

Unterm Strich vervielfachte sich der Verlust auf 5,4 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum standen lediglich 0,7 Mio. Euro Verlust zu Buche. Der Verlust je Aktie sank von 0,27 Euro auf 0,03 Euro.

Sie sollten allerdings wissen, dass es diverse Einmalfaktoren gab, die eine Bewertung der Ertragskraft verzerren. So wurden vor dem Börsengang die Derivate neu bewertet.


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Dies führte zu einem Extra-Ertrag von 2,3 Mio. Euro, der jetzt entfiel. Zusätzlich führten die Kosten für den Börsengang (0,9 Mio. Euro) und Kosten für Aktienoptionen (-2,9 Mio. Euro) zu einen schwächeren Ergebnis.

Margen durch Zukäufe belastet

Kurz nochmals zum Geschäftsmodell. Windeln.de ist einer der führenden Onlinehändler für Baby- und Kinderprodukte. Das Spektrum reicht von Windeln und Babynahrung über Kindermöbel, Spielzeug, Kleidung bis hin zu Babyphones und Autositzen.

Um die Erlöse zu steigern, setzt das Münchener Unternehmen auch auf Zukäufe. Zuletzt wurde der polnische Anbieter Feedo für 11 Mio. Euro gekauft. Der Umsatz der Gesellschaft belief sich zuletzt auf 6 Mio. Euro und wurde ausschließlich in Tschechien erzielt.

Ab dem dritten Quartal soll Feedo dann zum ersten Mal voll in die Bilanzen einfließen. Mit den Zukäufen wollen die Münchener schnell ihre Position in Auslandsmärkten voranbringen. Feedo plant ein Wachstum von 50% in diesem Jahr.

Zusätzlich ist der Markteintritt in Italien geplant. Hier könnten 1-2 Mio. Euro Umsatz rausspringen. Zum Jahresende soll dann auch ein Lager in Italien zur Verfügung stehen.

Verhaltene Prognose

Für das Gesamtjahr erwartet das Management ein organisches Wachstum von 70-80%. Das ist sicher beeindruckend. Die bereinigte EBIT-Marge wird allerdings im besten Fall leicht verbessert sein. Konkret wird eine Marge von -6 bis -8% angepeilt. Zum Vergleich: Von Januar bis März wurde eine Marge von -3,6% gemeldet.

Fazit:

Das hohe Wachstumstempo ist bemerkenswert. Der Sprung in die Gewinnzone lässt allerdings weiter auf sich warten. Lediglich die Plattform in Deutschland meldete positive EBIT-Werte.

Positiv ist die hohe Wiederkaufrate von 83%. Die Kundenbindung ist also hoch. Käufer werden mit Einstiegsprodukten wie Windeln und Babynahrung gewonnen. Im Anschluss werden zielgerecht margenstärkere Produkte vermarktet.

Der Vorteil: das Unternehmen kennt auf Grund des Warenkorbs das Alter des Kindes und kann dadurch passende Werbung schalten. Daraus ergeben sich sehr niedrige Marketingkosten von 3,60 Euro pro Einkauf.

Dennoch erscheint eine Börsenbewertung von 360 Mio. Euro überhöht. Jetzt kommt es darauf an, wie die über den Börsengang eingeworbenen Mittel sinnvoll investiert werden. Immerhin stehen aktuell knapp über 120 Mio. Euro Cash zur Verfügung.

1. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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