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Xetra Gold und Steuern: Rechnen Sie mit Zahlungspflicht

Wer auf Gold setzt, dem empfehlen wir eindeutig physische Investitionen. Das bedeutet:

Kaufen Sie Gold in Form von Barren oder Münzen oder als Anteil an Gold-Fonds. Denn:

Diese halten das Gold in einer Form, die Sie sich faktisch liefern lassen können. Die Goldfonds haben Gold in Tresoren, deren Inhalt Ihnen gehört, wenn Sie Anteile an einem Gold-Fonds halten. Steuerlich ist die Lage einigermaßen verwirrend, wie Anlegerschützer zu Recht bemängeln. Wer Gold in Form von Münzen oder Barren hält, hat Vorteile.

Steuerpflicht nach einem Jahr aufgehoben

So existiert nach einem Jahr faktisch keinen Steuerpflicht mehr für Gold, wenn Sie es physisch halten. Wer Fondsanteile besitzt, müsste demnach aus einer etwas naiveren Sicht ebenfalls steuerfrei sein, sofern die Anteile bereits seit mehr als einem Jahr im Depot sind. Nur: die Steuerverwaltung sieht dies anders und versucht auszudehnen.

Demnach ist die Situation bei Fonds – aus unerfindlichen Gründen – anders. Wer verkauft, muss in Deutschland damit rechnen, unabhängig von der Haltedauer jeden Gewinn nach der Abgeltungssteuer abrechnen zu müssen. Dagegen gehen verschiedene Investoren vor, sodass immer noch keine eindeutige Rechtslage herrscht. Achtung:

  • Der XetraGold, der an sich als Goldfonds in Deutschland nicht anerkannt ist, weil er faktisch wie ein Zertifikat konstruiert wurde, ist hinsichtlich der Lieferansprüche wie ein Fonds. Sie dürften sich Ihre Anteile nach Hause senden lassen, weil diese Konstruktion mit Gold hinterlegt wurde.
  • Nur: Nach dem Willen der Steuerverwaltung wird auch jeder Gewinn mit XetraGold der Abgeltungssteuer unterliegen. Die Rechtsprechung dazu ist noch unklar, auch wenn inzwischen neue Nachrichten über die Besteuerung durch die Medien geistern. Wir stellen klar:
  • Der BFH (Bundesfinanzhof) hat per Urteil festgestellt, dass der Verkauf von Anteilen ein privates Veräußerungsgeschäft sei und daher nicht der Abgeltungssteuer unterliegt (Az. BFH IX R 62/10). So weit die gute Nachricht. Die schlechte Botschaft, die in den Medien derzeit teils untergeht:
  • Diese Entscheidung fusst auf einem Fall, für den die Rechtslage von 2000 bis 2002 maßgeblich ist. Daher gab es damals noch keine Abgeltungssteuer und entsprechend kann auch keine Steuer nach den heutige gültigen Regeln anfallen. Das bedeutet:
  • Für Investoren ergibt sich keine Entlastung. Anlegerschützer und Goldfreunde freuen sich allenfalls darüber, dass zumindest die Besteuerung insgesamt wieder zum Thema wird.

GeVestor meint: Dieses Urteil bedeutet keine Entlastung. Rechnen Sie letztlich damit, dass Gold in Fonds wie Aktien der Abgeltungssteuer unterliegen wird. Sofern dies aktuell noch nicht gilt, wird die Politik den gesetzlichen Rahmen für künftige Besteuerungen sicher noch ändern.

Wer die Steuer vermeiden möchte, sollte statt Fonds oder Zertifikaten Münzen und Barren kaufen und sich Nettorendite(n) sichern.

23. Juli 2012

Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.