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Zalando: Starkes Wachstum, aber schwache Gewinnmarge

Der deutsche Leitindex DAX musste heute erneut Kursabschläge hinnehmen und sackte auf 11.520 Punkte ab. Einige Anleger und Analysten zeigten sich von den präsentierten Quartalszahlen enttäuscht.

Hier muss aber stark differenziert werden: Während zum Beispiel die Kritik an den Apple-Zahlen der berühmten Suche nach dem Haar in der Suppe gleicht (Apple hat die eigenen Prognosen und auch die deutlich höheren Analysten-Schätzungen sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn übertroffen), zeigen andere Unternehmen Schwachstellen, die dringend behoben werden müssen.

Der seit diesem Jahr im MDax gelistete Online-Schuh- und -Modehändler Zalando hat Vorabzahlen für das 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2015 vorgelegt. Nach Vorlage der Zahlen fand sich der Onlinehändler gestern am Ende des MDax wieder und verlor auch heute über 2%.

Zwar wuchs Zalando stärker als von Analysten und vom Unternehmen selbst erwartet, dafür drückten unter anderem höhere Kosten im Bereich der Zahlungsabwicklung auf den operativen Gewinn. Zalando teilte mit, dass dieser Kostenanstieg nur von vorübergehender Natur sei, viele Anleger zeigten sich dennoch enttäuscht.

Die Quartalszahlen im Detail

Im zurückliegenden 2. Quartal stieg der Umsatz bei Zalando um 33 bis 35% auf 727 bis 738 Mio. Euro. Der Umsatzanstieg fiel erheblich stärker aus als zuvor angenommen. Damit dürfte der Umsatz im 1. Halbjahr 2015 um 31 bis 32% auf 1,37 bis 1,38 Mrd. Euro gewachsen sein.


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Das hat zur Folge, dass Zalando bislang über der eigenen Wachstumsprognose für das Gesamtjahr liegt. Der Onlinehändler ging bislang von einem Umsatzwachstum von 20 bis 25% (oder etwas mehr) für das Gesamtjahr aus.

Zalando entwickelte sich besser als der stationäre Modehandel in Deutschland, der laut der Fachzeitschrift Textilwirtschaft im 1. Halbjahr des laufenden Jahres erneut gesunken ist. Dies ist für viele Analysten ein deutliches Zeichen dafür, dass sich die generelle Neigung des deutschen Verbrauchers, Mode vermehrt im Internet zu bestellen, weiter verstärkt.

Von einer geringen Gewinnmarge und anderen Problemen

Soweit die guten Nachrichten. Doch es gibt auch schlechte Nachrichten, die nach meiner Einschätzung das große Problem von Zalando aufzeigen. Der bereinigte operative Gewinn des Onlinehändlers ist nach vorläufigen Berechnungen für das abgelaufene Quartal womöglich sogar gesunken – und das trotz des sehr deutlichen Umsatzanstiegs.

Zalando erwartet einen bereinigten operativen Gewinn (EBIT) von 22 bis 37 Mio. Euro, nach 35 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Die entsprechende EBIT-Marge (operative Gewinnmarge) dürfte damit bei 3 bis 5% liegen, nach 6,5% im Vorjahr.

Analysten hatten im Durchschnitt mit einer Fortsetzung des Ergebnisverbesserungskurses gerechnet. Daher liegt die aktuelle EBIT-Marge unter den Erwartungen der Analysten. Verantwortlich dafür sind unter anderem gestiegene Kosten im Bereich der Zahlungsabwicklung.

Zalando akzeptiert praktisch jeden Kunden und verzichtet – anders als viele Konkurrenten – weitgehend auf eine Prüfung der Kreditwürdigkeit. Die Folge: Hohes Umsatzwachstum, aber auch viele Zahlungsausfälle.

Weiterhin macht Zalando nach wie vor die hohe Rücksendungsquote von 50% gemessen am Umsatz zu schaffen. Die Möglichkeit, dass Kunden alle Pakete in einem gewissen zeitlichen Rahmen gratis zurückschicken können, kostet viel Geld und wirkt sich somit negativ auf die Gewinnmarge aus.

Doch wenn Zalando den Kunden diese Möglichkeit nimmt, wird sich dies mit sehr großer Wahrscheinlichkeit negativ auf den Umsatz auswirken. Deshalb wird sich Zalando nach meiner Einschätzung weiterhin mit einer kleinen Gewinnmarge arrangieren müssen.

Die Folgen für Zalando-Aktionäre

Für Zalando-Aktionäre bedeutet das: Aufgrund der augenblicklich hohen Bewertung der Zalando-Aktie drohen größere Kursrückschläge, wenn sich meine Einschätzung bewahrheiten sollte, dass Zalando aufgrund des eigenen Geschäftsmodells auch zukünftig nicht im Stande dazu ist, deutlich größere Gewinnmargen zu erzielen als im Augenblick.

Daher sollten Anleger weiterhin sehr genau die Gewinnmargen bei Zalando beobachten. Erst dann, wenn das Internet-Unternehmen nachweist, dass Umsatzwachstum und hohe Margen möglich sind, ist die Aktie ein Kauf-Kandidat.

22. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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