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Zertifikate-Bank: Bald wird Macquarie vielleicht verschwinden

Der Zertifikatemarkt ist heiß umkämpft. Dies spüren die Wettbewerber offenbar. Denn:

In Frankfurt steht die "Macquarie" nach Medienberichten kurz davor zu schließen.

"Schließen" bedeutet nicht, dass die Bank wie Lehman Konkurs anmeldet. Sie soll allerdings den Standort Deutschland aufgeben, so lauten die Gerüchte. Das bedeutet: Sie würde wohl keine neuen Zertifikate mehr an die Börsen geben.

Alte Zertifikate sind formal von diesem Schritt nicht betroffen, da die Bank den Eigentümern der Zertifikate (=Schuldverschreibungen) gegenüber schlicht Verbindlichkeiten hat.

Diese aber beziehen sich zunächst "nur" auf das Laufzeitende. Ist die Bank auch verpflichtet, Kurse an den Börsen zu stellen, wird sie dies machen. Das große Aber folgt…

Bank: welche Kurse sind marktgerecht?

Rechnen Sie in erster Linie damit, dass die Bank keine besonders marktgerechten Kurse stellen wird. Denn: Sie hat schlicht kaum noch Interesse daran, am Markt als besonders guter Anbieter wahrgenommen zu werden.

Wenn Sie beispielsweise Zertifikate mit Hebel besitzen, könnten sich kleine Unterschiede bereits zu größeren Beträgen summieren. Daher überlegen Sie bitte:

  • Sollten Sie Zertifikate von Macquarie haben, werden Sie bitte zunächst nicht nervös – noch ist die Information nicht wasserdicht.
  • Auf der anderen Seite gibt es für die meisten Zertifikat am Markt Alternativen. Das aber bedeutet: Sie könnten die Zertifikate "tauschen".
  • Verkaufen Sie dann ein Macquarie-Zertifikat und kaufen ein adäquates Zertifikat einer anderen Bank.
  • Die Gebührenunterschiede der Zertifikate selbst sind in aller Regel vergleichsweise gering. Machen Sie eine Entscheidung nicht davon abhängig.
  • Fraglich ist allenfalls, wie hoch die Belastung durch die Orders ist. Hier gilt die Faustregel: je größer eine Position ist, desto eher wird sich der Handel für Sie lohnen.

Neue Zertifikate: Emissionsbank bewerten

Stehen Sie vor dem Kauf neuer Zertifikate, bewerten Sie die Emissionsbanken dazu vorab. Sie können sich sowohl die Hintergrundberichte dieser Seite als auch beim Derivateverband über die "CDS" informieren.

Dies sind die "Credit Default Swaps", die Kosten für die Absicherung von Zertifikaten darstellen. Je höher diese CDS, desto unsicherer schätzt der Markt selbst die Emissionsbanken ein.

GeVestor meint: Vorsicht vor dem weit verbreiteten Glauben, Emissionsbanken in Deutschland würden schon zurückzahlen. Die Bankennot in den USA oder Spanien kann eines Tages auch auf unseren Markt übergreifen.

Achtung: Macquarie selbst hat zu den Gerüchten noch keine Stellungnahme abgegeben, die eindeutige Rückschlüsse zulässt. Verkaufen Sie jedoch im Zweifel die Zertifikate wie beschrieben und kaufen Alternativen anderer Banken.

Die in Deutschland ansässigen Banken sind aus unserer Sicht für die nächsten Jahre vergleichsweise sicher und können ihre "Schulden" begleichen. Aber: die Einlagensicherung greift auch hier nicht.

17. Februar 2012
von Jan Aalto
Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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