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ZEW-Prognosetest: Experten lagen 2014 völlig daneben

„Prognosen sind schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen!“

Wer kennt nicht dieses  Zitat des Dänen Niels Bohr (1885 – 1962)? Es war die süffisante Antwort des Physikers und Nobelpreisträgers (für seine Verdienste um die Erforschung der Struktur der Atome und der von ihnen ausgehenden Strahlung) auf eine Frage nach der Zukunft der Quantenphysik im Rahmen eines Seminars zum selben Thema.

Wir kennen im Börsengeschäft die Prognosen der Banken. Das ZEW, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, befragt seit dem Jahr 2001 quartalsweise 21 dieser Banken nach ihren Prognosen zu den „6 wichtigsten Finanzmarktgrößen in Europa“.

Dazu gehören die kurz- und langfristigen Zinsen im Euroraum, der Dow Jones Stoxx 50-Index, der Deutsche Aktienindex DAX 30, der Euro / US-Dollar sowie Ölpreis der Sorte Brent in USD. Die Prognosen beziehen sich jeweils auf einen Zeitraum von 3 und 6 Monaten.

Bilanz der 6-Monats-Prognosen

Bevor ich in meinem Beitrag Morgen auf die soeben veröffentlichten (am 19. Dezember 2014 abgegebenen) Prognosen eingehe, schauen wir doch zunächst einmal, wie die Bankexperten mit ihren auf den 31.12.2014 ausgerichteten Voraussagen lagen, die Ende September bzw. Ende Juni 2014 erstellt wurden:

Beginnen wir mit den am 27. Juni 2014 abgegebenen 6-Monats-Prognosen. Ich fokussiere mich jeweils auf die drei letztgenannten Vorhersagen für den Euro / USD, den DAX 30 sowie den Ölpreis. Die Betrachtung der anderen 3 Finanzmarktgrößen überlasse ich Ihnen.

Da es sich ja hier um ausgewiesene Börsenprofis handelt, sollte man annehmen, dass ihre Prognosen ziemlich treffsicher sind. Die Realität sieht indes – wieder einmal – völlig anders aus:

zew-6-monats-prognosen für stichtag 31.12.2014-12-01-2015

ZEW 6-Monats-Prognosen der Banken: Hier irrten die Experten komplett

Beim DAX 30 beträgt die Abweichung 575 Zähler bzw. 5,5% vom Durchschnitt. Beinahe 10 Cents oder 7,2% lagen die Experten beim Euro / USD daneben.

Die Krönung bildet indes der Ölpreis: Er hat sich in 6 Monaten nahezu halbiert, während die Bankprofis im Mittel lediglich einen Rückgang um 5 USD für möglich hielten. Hier betrug die Abweichung 50,60 USD bzw. satte 46,5%!

Bilanz der 3-Monats-Prognosen

Schauen wir nun noch auf die 3-Monats-Prognose vom 29. September 2014:

zew-3-monats-prognosen für stichtag 31.12.2014-12-01-2015

ZEW 3-Monats-Prognosen der Banken: Auch hier teils haarsträubende Abweichungen

Hier betrug die durchschnittliche Abweichung beim DAX 30 lediglich 111 Punkte bzw. 1,1%. Allerdings sollten wir dabei nicht vergessen, dass der deutsche Leitindex in den 10 Tagen vor Abgabe der Prognose um rund 470 Zähler in die Tiefe gerauscht war. Daher dürften die Experten etwas vorsichtiger in ihrer Einschätzung gewesen sein.

Beim Euro / USD ist die Abweichung des Mittelwertes vom tatsächlichen Jahresschlusskurs, unter Beachtung des wesentlich kürzeren Prognose-Zeitraums, mit mehr als 5 Cents bzw. 4,1% immer noch ordentlich. Das ist umso erstaunlicher, als zum Zeitpunkt der Prognosen-Erstellung der Abwärtstrend beim Währungspaar schon annähernd 5 Monate andauerte.

Dies gilt, wenngleich eingeschränkt, auch für den Ölpreis: Dieser war im September 2014 aus seiner 43-monatigen Seitwärts-Bewegung nach unten herausgefallen. Der um satte 53 USD bzw. 42,5% abweichende Erwartungswert zeigt, dass ganz offensichtlich die Tragweite dieses charttechnischen Vorgangs völlig unterschätzt wurde.

Prognosen sind eben schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen…

12. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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