Zinszertifikate: So funktionieren die Hochzinsanleihen
Eine Nutzeranfrage brachte die ganze Verzweiflung über die Zinsen an den Tag. Denn:
So niedrig wie jetzt waren Zinsen für Investoren lange nicht mehr. Ein Zitat dazu lautet:
"Bei 1% bis 1,5% kann ich das Geld ja gleich unter das Kopfkissen legen." Das stimmt, denn nach Steuern bleiben maximal 1% und dies rechtfertigt zum Beispiel keine Zinsbindung über einen längeren Zeitraum. Denn zusätzlich kämpfen Sie als Investor auch noch gegen die Wirkung der Inflation und also den realen Geldverlust an.
Aber: Großartig sind die Angebote am Markt zum Thema Geldanlage nicht – die Zinsen sind niedrig und im Bereich zwischen 3% oder 4% findet sich nahezu gar nichts. In diese Kerbe schlägt das Angebot über Zinszertifkate, mit dem hohe Zinsen drin sind. So erhalten Sie bei einem Zertifikat beispielsweise gut 8%, die Sache hat aber einen Haken.
Fremdwährungsanleihe: Zinsen in Gefahr
Die Zinszertifikate sind faktisch Fremdwährungsanleihen, da Sie das Geld je nach Entwicklung der zugrundeliegenden Währung zurück erhalten. Das Zertifikat, von dem Sie eben gelesen haben, setzt beispielsweise auf die brasilianische Währung "Real". Es gibt weitere Zertifikate auf fremde Währungen:
- Wenn Sie auf die rumänische Währung Leu setzen, beträgt der Basiszinssatz lediglich 2,2% und Sie setzen ausschließlich auf die Wertsteigerung der Währung. Dementsprechend würde auch der Kurs des Zertifikats klettern.
- Wenn Sie den russischen Rubel abbilden wollten, wären immerhin Zinsen in Höhe von 4,9% drin und die Chancen auf Kursteigerungen des Zertifikates sollen angeblich nicht gering sein. Die russische Wirtschaft wächst, sodass die Währung faktisch gegenüber dem Euro aufwerten sollte.
- Auch Zertifikate auf die polnische Geldeinheit Zloty vertreibt die hier vorgestellte Bank Royal Bank of Scotland. Forint als ungarische Währung darf in der Sammlung nicht fehlen und sogar die mexikanische Währung Peso ist in Form eines solchen Zertifikates zu erwerben.
- Ein Grund für die aktuelle Popularität der Zertifikate ist die Vorstellung, die Schwellenländer würden so weiterwachsen wie bislang. Dann aber ist es unwahrscheinlich, dass alle Währungen auf einmal steigen. So stellen sich Ihnen bei einer Investition zwei Probleme:
- Zum Einen müssten Sie sich für eine oder zwei Währungen entscheiden. Zum Anderen vertrauen Sie dann darauf, dass die Bank am Ende der jeweiligen Laufzeit tatsächlich zahlen kann.
GeVestor meint: Es bleibt bei dem, was wir an dieser Stelle mehrfach empfohlen haben. Meiden Sie Zinszertifikate, auch wenn diese noch so verlockend scheinen und hohe Zinsen bieten. Eine Zinsalternative im Bereich von 4% bis 5% findet sich nicht so ohne weiteres. Unsere Dauerempfehlung:
Kaufen Sie einen Genussschein von Bertelsmann, dessen Rendite bei ungefähr 7% liegt.



