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Rohstoffe – große Bedeutung für die Weltwirtschaft

Täglich wird weltweit eine Vielzahl von Rohstoffen gefördert, weiterverarbeitet und gehandelt. In unserer extrem arbeitsteiligen und komplexen Wirtschaft sind diese Grundstoffe Basis und unverzichtbare Grundlage für die verschiedensten Produkte und den Wohlstand unserer Welt.

Zwei der wichtigsten und für die Weltwirtschaft bedeutendsten Rohstoffe sind dabei Gold und (Roh)Öl.

Gold als wichtige "Sicherheitswährung"

Gold ist bereits seit langer Zeit als Edelmetall und Tauschmittel zentraler Bestandteil des wirtschaftlichen Handelns. Auch heute dient Gold als "Wertaufbewahrungsmittel". Das gilt sowohl für private Anleger als insbesondere auch für Staaten und deren Notenbanken.

Welche bedeutende Rolle Gold und Goldreserven für die Länder weltweit spielen zeigt die folgende Übersicht über die "offiziellen" Goldbestände verschiedener Staaten:

gold

Stand des Volumens: März 2015; Stand Goldpreis in EURO: 24.06.2015; eigene Berechnungen

Aber das ist nur ein kleiner Teil der bestehenden Goldvorräte. Das "World Gold Council" bezifferte die gesamte Goldmenge auf der Welt, die bisher gefördert wurde, mit rund 177.200 Tonnen per Ende 2013. Zu heutigen Preisen ein Gegenwert von rund 6,5 Billionen Euro.

Zentrale Funktion des Rohstoffes Öl für die Welt

Im Gegensatz zu Gold spielt Erdöl physisch selbst eine wichtige Funktion als notwendiger Grundstoff für eine Vielzahl von Produkten und damit weltweit die dominierende Rolle der "Verbrauchsrohstoffe".

Schon in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts führte die sogenannte "Ölkrise", ausgelöst durch einen plötzlichen und drastischen Anstieg der Ölpreise, zu einer realen Weltwirtschaftskrise.

Auch heute wird die Weltkonjunktur durch steigende oder fallende Ölpreise maßgeblich beeinflusst. Nicht zuletzt achten die Notenbanken weltweit bei der Umsetzung ihrer Geldpolitik auf mögliche inflationäre Wirkungen, die auch durch einen schwankenden Ölpreis ausgelöst wurden und auch künftig angestoßen werden können.

Im Folgenden werden wir die Preisentwicklung dieser beiden Rohstoffe eingehend analysieren und Ihnen so für Ihre Anlageentscheidungen wichtige Hintergrundinformationen geben.

Entwicklung des Goldpreises je Feinunze

Gold gilt traditionell als "alternative" Anlageform. Aber es ist wichtig festzustellen: Im Gegensatz zu fast allen anderen Anlagemöglichkeiten gibt es bei der Geldanlage in Gold keine regelmäßigen Ausschüttungen wie Zinsen oder Dividenden. Einziger Grund für die Anlage ist somit die Perspektive auf Kursgewinne. Gleichzeitig wird der Kauf von Gold oft als Möglichkeit gesehen, sich vor Inflation und Krisen zu schützen.

gold in us dollar

Stand: 26.06.2015

Gold wird an den internationalen Märkten in US Dollar je Feinunze notiert.

Bei der Preisfindung von Gold wurde die sogenannte "Feinunze" als Gewichtsmaßstab für den Goldpreis definiert. Eine Feinunze entspricht ca. 31,1 Gramm. Mit anderen Worten: sollten Sie einen Barren Gold mit einem Gewicht von 1 kg Ihr Eigen nennen, entspräche dieser Barren bei dem aktuellen Goldpreis einem Wert von knapp 34.000 Euro.

Seit Anfang dieses Jahrtausends war ein stetiger Preisanstieg des Goldpreises zu beobachten. Seit 2003 hat sich der Preis bis zum Jahr 2011 mehr als vervierfacht. Seit Ende 2012 ist ein Rückgang zu sehen, in den letzten beiden Jahren bleibt eine eher bewegungslose Seitwärtstendenz.

Viele Markteilnehmer nehmen dies verwundert zur Kenntnis, weil verschiedene Krisen in den vergangenen Jahren sich nicht nachhaltig im aktuellen Goldpreis niedergeschlagen haben.

Für Sie als Anleger ist aber letztlich nicht der Preis in US Dollar sondern der Goldpreis in Euro entscheidend. In der folgenden Graphik haben wir darum für Sie den jeweiligen Goldpreis je Feinunze mit den jeweils aktuellen Euro-Preisen bewertet:

gold in euro

Stand: 26.06.2015

Bei genauerem Hinsehen können Sie teilweise markante Unterschiede im Kursverlauf beobachten. So ist insbesondere zu Beginn des Jahres 2015 ist eine deutlich bessere Entwicklung beim Goldpreis in Euro zu sehen, die alleine auf den Kursverfall des Euro gegen den US Dollar begründet ist. In Euro ist der Goldpreis seit Anfang 2015 um mehr als 10 % gestiegen, in US Dollar dagegen praktisch unverändert geblieben.

So investieren Sie in Gold(werte)

Spielen Sie mit dem Gedanken in Gold zu investieren, so haben Sie eine Vielzahl von Möglichkeiten. Eine Übersicht über die Möglichkeiten, unkompliziert Gold in physischer Form zu kaufen, sehen Sie hier. Beachten Sie dabei unbedingt, nur die Goldbarren oder Goldmünzen zu erwerben, deren Handel in Deutschland von der Mehrwertsteuer befreit ist.

Außer zu Sammlerzwecken ist der Kauf von Goldmünzen oder -barren sicher nicht erste Wahl.

Sie können aber leicht in ETF's, in Fonds mit Anlageschwerpunkt Goldaktien oder in die unterschiedlichsten (Hebel-) Zertifikate investieren. Dabei gibt es kein "richtig" oder "falsch". Wichtig ist, dass Sie das jeweilige Instrument verstehen und dadurch ein gutes Gefühl bei der Anlage haben. Übrigens können Sie mit Zertifikaten bei Bedarf auch auf fallende Goldpreise setzen.

Sie können natürlich auch direkt Goldaktien kaufen. Eine Übersicht mit vielen weiteren Erläuterungen und Infos finden Sie hier. Nach Möglichkeit kaufen Sie immer Aktien, die auch an deutschen Börsen gehandelt werden. Beachten Sie aber immer die jeweilige Heimatwährung des Unternehmens und damit mögliche zusätzliche Wertveränderungen durch Währungsverschiebungen.

Grundsätzlich ist ein Engagement in Gold immer eine gute Möglichkeit zur Risikodiversifikation Ihres Portfolios. Wie groß dabei der Anteil von Gold und den verschiedenen Vermögensklassen ist, hängt dabei immer von Ihrer speziellen persönlichen Situation ab.

Ausblick

Viele Analysten betrachten die aktuelle Situation des Goldpreises wegen der geringen Bewegungen in der letzten Zeit als "langweilig". Trotzdem steht zu erwarten, dass mit Anziehen der Inflation weltweit -einem Ziel, auf das viele bedeutenden Notenbanken weltweit aktiv "hinarbeiten"- auch der Goldpreis wieder steigen wird.

Ebenfalls ist Gold immer ein Zufluchtsort in Krisenzeiten gewesen. Darüber hinaus gehen viele Experten davon aus, dass durch die wachsende wirtschaftliche Bedeutung der Schwellenländer die Nachfrage nach Gold tendenziell steigen wird.

Entwicklung des Ölpreises

Noch viel direkter als der Goldpreis beeinflusst der Ölpreis die Aktivitäten in der Weltwirtschaft, beziehungsweise er ist ein Spiegelbild der Wirtschaftslage weltweit.

Bitte beachten Sie: weltweit werden viele verschiedene Ölsorten gehandelt, daher lesen Sie jeweils unterschiedliche Preise für verschiedene Arten von (Roh)-Öl. Im Zeitablauf sind die Preisebewegungen der einzelnen Ölsorten aber sehr vergleichbar.

öl crude

Stand: 26.06.2015

"Brent" ist die für den Handel in Europa wichtigste Rohölsorte. Dies wird auch als "Brent Crude" oder nur mit "Crude" bezeichnet. Es ist eine "Referenzölart" aus einer weltweit Vielzahl von Sorten. Oft werden die Ölsorten nach den Namen der großen Erdölfelder benannt, aus denen sie gefördert wurden.

Neben den extremen Bewegungen vor und nach dem Ausbruch der Finanzkrise in den USA ist vor allem die Entwicklung seit Mitte 2014 bemerkenswert. Hatte der Ölpreis seit 2010 seitwärts zwischen 70 und 110 Dollar geschwankt, so wurde der Preis in der letzten Zeit stark durch neue Schürfmethoden und damit neue Alternativen –Stichwort: Fracking- gedrückt. Losgelöst davon, wie man aus ökologischen Gründen zu dieser Fördermethode eingestellt sein mag, die wirtschaftliche Entwicklung wurde durch das größere Ölangebot zu sinkenden Preisen weltweit begünstigt.

Dazu kommt, dass die Macht des "Ölkartels" (OPEC) immer geringer geworden ist. Wurden früher durch dieses Kartell bei (drohenden) Preisrückgängen die Förderquoten gesenkt und damit der Preis künstlich hoch gehalten, so funktioniert nun der Preismechanismus besser. Nach einer mehr als Halbierung des Preises hat Öl bei einem Wert von ca. 60 US Dollar vorläufig eine neue Untergrenze gefunden.

So wirken Preisveränderungen beim Öl in Deutschland

An den Tankstellen in Deutschland kam dieser Preisrückgang allerdings nur zu einem geringen Teil an. Der Grund: Alleine rund 65 Cent pro Liter Benzin und 47 Cent pro Liter Diesel beträgt die Mineralölsteuer.

Dazu kommt die Mehrwertsteuer. Der "echte Produktpreis" macht damit nur rund ein Drittel des Endpreises aus. Mehr Hintergrundwissen zur Zusammensetzung des Benzinpreises an Tankstellen können Sie hier nachlesen. Zusätzlich bremste der gegen den US Dollar etwas schwächere EURO den Preisrückgang im Inland.

Trotzdem führte der Preisrückgang für Benzin und Diesel auch in Deutschland zu einer spürbaren Entlastung der Haushalte.

Zusätzlich hat ein steigender Ölpreis immer steigende Preise für viele weitere Produkte des täglichen Bedarfs zur Folge, weil Öl bei der Produktion sehr vieler Stoffe eine zentrale Rolle spielt.

So investieren Sie in Öl(werte)

Ähnlich wie bei Gold gibt es verschieden Möglichkeiten. Auch hier können Sie in ETF's, in Fonds mit Anlageschwerpunkt von Unternehmen, deren Geschäft mit der Produktion oder Weiterverarbeitung von Öl verknüpft ist, oder in (Hebel-) Zertifikate investieren. Oder Sie investieren direkt in Ölaktien. Hintergrundwissen und Ideen hierzu finden Sie hier.

Der Ölpreis ist enger als der Goldpreis an die tatsächliche Entwicklung der Weltwirtschaft geknüpft. In Zeiten der Rezession ist eher mit schwächeren Ölpreisen zu rechnen, in Phasen des Aufschwungs wird der Ölpreis eher steigen, weil die Nachfrage größer wird.

Achten Sie auch hier darauf, in welcher Währung das von Ihnen gewählte Instrument notiert und beachten Sie den entsprechenden zusätzlichen Währungskurseffekt.

Ausblick

Zurzeit ist kein Ende des relativ ruhigen Handels der Ölmärkte mit relativ geringen Preisschwankungen zu erwarten. Investitionen haben daher keine Eile. Erst eine weitere deutliche Belebung der Weltwirtschaft sollte zu nachhaltig anziehenden Notierungen führen. Der Ölpreis reagiert zudem stets sehr sensitiv auf Krisen in den Regionen auf der Erde, in denen sehr viel Öl gefördert wird. Dies gilt insbesondere für den Nahen Osten.

Langfristig sollte die Abhängigkeit der Welt vom Öl allerdings abnehmen, weil die Tendenz zu alternativen Energien immer stärker wird. Noch aber ist Öl bezüglich der Energiegewinnung und als Rohstoff für die Produktion einer Vielzahl von wichtigen Produkten in seiner Dominanz ungebrochen.

 

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