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Deutsche Mark Scheine von 10 bis 100, Vorn- und Rückseite

Sind außerbörsliche Genussscheine für Privatanleger interessant?

Außerbörsliche Genussscheine sind ein Zwischending zwischen Aktie und Anleihe. Dabei gilt: Emissionsbedingungen unbedingt studieren. > Mehr

Genussscheine: Was man wissen sollte

Ein sogenannter Genussschein ist ein Finanzprodukt, das sowohl Eigenschaften von Anleihen als auch von herkömmlichen Aktien besitzt. Dabei handelt es sich um ein rein nationales Wertpapier, in anderen Ländern werden keine Genussscheine auf dem Finanzmarkt angeboten.

Genussscheine in unterschiedlichsten Ausführungen

Obwohl die einheitliche Bezeichnung suggeriert, dass es sich bei Genussscheinen um eine gleichartige Anlagegattung handelt, ist dem nicht so. In Wirklichkeit existiert eine große Vielfalt an Genussscheinen, die sich alle in ihren speziellen Eigenschaften unterscheiden. Diese verschiedenen Typen werden nur zur Vereinfachung unter dem Sammelbegriff „Genussscheine“ zusammengefasst. Zunächst einmal: Anders als bei Aktien verbrieft der Besitz eines Genussscheines keinerlei Recht zur Mitsprache in den Belangen eines Unternehmens. Ausschüttungen hängen auch hier von den Gewinnen des Emittenten ab und werden in der Regel nur dann ausgezahlt, wenn auch die regulären Aktionäre eine Dividende erhalten.

Rückzahlungskürzungen sind möglich

Achtung: Bei vielen Genussscheinen wirken sich nicht nur Gewinne auf die Rendite der Inhaber aus, sondern auch Verluste. Schreibt ein Unternehmen, das solche Genussscheine herausgibt, also in einem Geschäftsjahr rote Zahlen, kann es zu Auszahlungskürzungen kommen. Je nach Genussschein gibt es die Möglichkeit, dass Rückzahlungskürzungen im darauffolgenden Jahr wieder ausgeglichen werden. Dies ist aber nicht bei jedem Genussschein der Fall und sollte vor einem Kauf in Erfahrung gebracht werden. Noch vor einiger Zeit gehörten Genussscheine trotz des hohen Risikos zu den größten Renditebringern und die meisten wurden im Bereich der Finanzbranche emittiert. Mittlerweile hat man sich dort jedoch größtenteils aus dem Genussscheinhandel zurückgezogen. Grund dafür sind vor allem die strengeren gesetzlichen Regelungen im Hinblick auf Eigenkapital.

Die steuerliche Erfassung von Genussscheinen

Für die Besitzer von Genussscheinen gelten diese in steuerlicher Hinsicht ebenfalls als Eigenkapital, wenn sie gewinnabhängig verzinst werden. Bei anderen Sorten dieses Finanzproduktes ist jedoch keine Beteiligung am Liquiditätserlös des emittierenden Unternehmens vereinbart - diese Genussscheine können dann als Fremdkapital geltend gemacht werden.Mehr zum Thema: Das Wichtigste über Genussscheine Als Anleger sollte man bei Genussscheinen jedoch viel Ausdauer mitbringen, denn die meisten besitzen eine extrem lange Laufzeit: 30 - 40 Jahre und mehr sind keine Seltenheit. Die Verzinsung läuft gänzlich anders als bei normalen Anleihen. So gibt es keinen festen Zinssatz, sondern der Kurs eines Genussscheines sinkt nach einer Ausschüttung um diesen Betrag. Im Laufe des Jahres steigt der Kurs dann wieder, bis er den nächsten Ausschüttungszeitpunkt erreicht hat. Sie sehen also, dass es bei Genussscheinen nicht so sehr auf den Zeitpunkt des Erwerbs ankommt, denn die Ausschüttungen sammeln sich im Kurs gewissermaßen immer wieder aufs Neue an. Im Allgemeinen kann man sagen, dass Genussscheine ein starkes Vertrauen der Anleger in den Herausgeber voraussetzen und sich für private Anleger gerade aufgrund der verwirrenden Einzelregelungen und Unterschiede nur sehr bedingt lohnen.


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