Man könnte denken, dass der Goldpreis wegen des eingeschränkten Vorkommens und der großen Nachfrage in den meisten Bereichen immer weiter ansteigt. Jedoch wird der Goldpreis nicht nur von Angebot und Nachfrage beeinflusst, sondern auch durch aktuelle Ereignisse und Spekulationen über den Goldpreis. Außerdem haben der Ölpreis sowie der Dollarkurs einen Einfluss auf den Goldpreis. Schließlich sind sogar Emotionen von großer Bedeutung für die Bestimmung des Goldpreises.

Goldpreise im Mittelalter

Im Mittelalter gab es nur noch sehr wenig Gold, sodass der Goldpreis rasant anstieg und nur noch Silbermünzen als Währung geprägt wurden. Wegen der Kreuzzüge kam wieder ausreichend Gold nach Europa. Der Goldpreis fiel wieder herab und die Goldmünze konnte erneut als Zahlungsmittel genutzt werden. Die bedeutendste Währung in der Spätantike war der Solidus. Dieses Zahlungsmittel besaß einen hohen Goldanteil und gewährte so eine Stabilität der Währung, da damals auch die Goldpreise stabil waren. Sie wurde in Europa, Nordafrika und Vorderasien gebraucht.

Einflüsse auf den Goldpreis

Angebot und Nachfrage ändern sich bei Gold recht häufig. Deshalb schwankt der Goldpreis auch innerhalb von kurzen Zeiträumen erheblich. Der Goldpreis wird in US-Dollar gehandelt. Das liegt daran, dass Gold der Gegenpol zum US-Dollar darstellt. Der Goldpreis und der US-Dollar sind also gegensätzlich veranlagt. Wenn der Dollarkurs sinkt, steigt im Normalfall der Goldkurs.Mehr dazu: Goldpreis und Dollar – wie beide Größen zusammenhängen Das sind jedoch nicht die einzigen Umstände, die Einfluss auf den Goldpreis ausüben können. Auch Marktteilnehmer mit großen Goldreserven – wie beispielsweise Zentralbanken und Goldminenunternehmen – können den Goldpreis erheblich beeinflussen. Wenn der Goldpreis sinken soll, wird Gold verliehen, verkauft oder die Goldproduktion wird gesteigert. Wenn der Goldpreis hingegen ansteigen soll, kaufen Zentralbanken Gold auf oder die Goldproduktion von Minenunternehmen wird heruntergeschraubt. In Zeiten des Krieges gibt es eine geringere Goldnachfrage und somit fällt auch der Goldpreis. Die Bevölkerung hungert und verarmt, was zu verstärktem Goldverkauf führt. Gold gilt außerdem als langfristige Geldanlage. Gerade in Zeiten von Krisen oder der Hyperinflation verfallen Aktien, Immobilienwerte und auch Fonds. Der Goldpreis jedoch steigt dann. In diesen Krisenzeiten ist Geld weniger wert, weil die Zentralbanken sehr viel mehr davon produzieren, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Gold kann im Gegensatz dazu nicht künstlich hergestellt werden und wird so zu einem eigenen Zahlungsmittel.Mehr dazu: Physisches Gold: Pro und Contra Einen zunehmenden Einfluss auf den Goldpreis haben heutzutage außerdem Finanzderivate wie Swaps, Forwards, Optionen und Futures. Wegen der Arbitrage-Geschäfte, bei denen Händler von Preisdifferenzen an unterschiedlichen Finanzplätzen profitieren, haben diese Termingeschäfte einen direkten Einfluss auf den Goldpreis (Spotmarkt). Insgesamt üben also einige Umstände und Marktteilnehmer erheblichen Einfluss auf den Goldpreis aus. Trotzdem ist Gold eines der besten Langfristinvestments der Welt. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema kann sich also wirklich lohnen.

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