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Die nervöse Wall Street handelt wieder

An der Wall Street wird nach zwei Tagen Zwangspause heute wieder gehandelt.

Die gute Nachricht zuerst: Nach den 13 außerplanmäßigen Schließungen, die große Ereignisse seit dem Zweiten Weltkrieg an der New York Stock Exchange erzwangen, fiel der S&P 500 am ersten Tag des Handels jeweils im Schnitt um mickrige 0,05%.

Der DOW verlor im Schnitt nur 0,17%.

Übersetzt auf aktuelle Kurse würde das bedeuten: Der S&P 500 fällt heute weniger als einen Punkt. Der DOW würde ganze 22 Zähler abgeben.

Cooler Neubeginn – Keine Kurs-Panik nach „Sandy“

Der größte Kurseinbruch folgte auf den Terrorangriff gegen das World Trade Center im September 2001. Nach vier Tagen Unterbrechung verlor der S&P 500 satte 4,9%, der DOW sogar 7,1%.

Der stärkste Zuwachs in der Folge einer solchen Unterbrechung wurde nach der Beerdigung von John F. Kennedy im November 1963 registriert.

Der S&P 500 rauschte 4% nach oben, der DOW 4,5%.

Sicher scheint heute nur, dass der Umsatz am Aktienmarkt sehr hoch ausfallen wird.

Im Schnitt des laufenden Monats wurden in New York an jedem Tag 3,5 Milliarden Aktien gehandelt. Dieses Volumen kann sich heute leicht verdoppeln, sagen Experten vorher.

Der Grund dafür ist nicht nur der Nachholbedarf. Der DAX hat in Deutschland seit Wochenbeginn 1,2% zugelegt.

Mittwoch – Nachholbedarf und letzter Handelstag im Monat

Der heutige Mittwoch ist auch der letzte Handelstag im Oktober. Das ist üblicherweise jener Tag, an dem Hedgefonds, andere Fonds und Händler Positionen glattstellen.


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Für manche Fonds ist heute auch der letzte Tag im Finanzjahr. Da werden Zuwächse mit den Verlusten abgeglichen, um möglichst wenig an die Fondsmitglieder ausschütten zu müssen.

Hinzu kommt: Viele Firmen haben seit der Schließung in New York Nachrichten produziert, oder Bilanzberichte vorgelegt, die heute zu größeren Kursbewegungen führen könnten.

Apple hat in den vergangenen Tagen zwei Topmanager rausgeworfen. Walt Disney hat am Dienstag den Erwerb von Lucasfilm für vier Milliarden Dollar bekannt gegeben. Das gibt dem Movie-Konzern Zugriff auf die Star Wars-Marke.

Mehr noch: Viele Facebook-Beschäftigte dürfen erstmals seit dem Börsendebüt im Mai ihre Aktien verkaufen.

Und schließlich: Einige Firmen mussten seit dem Montag die Bekanntgabe ihrer Bilanz für das 3. Quartal verschieben, holen sie jetzt aber nach.

Das wird zu einer kleinen Verdichtung im Bilanzreigen führen. Ford, Archer Daniels Midland und TD Ameritrade haben ihre Bilanzen während der Pause präsentiert. Dort gibt es aus Sicht mancher Anleger vielleicht Nachholbedarf beim Handeln.

Genaues Hinschauen könnte sich heute auch beim Online-Videoverleiher Netflix rentieren. Die Zahl der Zuschauer hat sich – während der Zombie-Sturm „Sandy“ im Nordosten der USA wütete – verdoppelt.

An der New York Stock Exchange und an der Nasdaq wurden gestern fieberhaft die Betriebssysteme und das elektronische Backup getestet.

Sollte es heute unvorhergesehene Probleme geben, könnte der gesamte Handel auf einem elektronischen Notsystem abgewickelt werden.

Dennoch wird ein „normaler Verlauf des Handels“ erwartet, falls es so etwas knapp zwei Tage nach dieser Sturm-Katastrophe überhaupt geben kann.

Zuversicht auf dem Parkett, Zerstörung rund um das Börsengebäude

Gestern Nachmittag lagen überall in den Straßen um die NYSE herum noch Äste, Splitter und Laub. Die Sandsäcke rund um das Börsengebäude waren noch nicht weg geräumt.

In der Broad Street lagen umgestoßene Briefkästen und Mülleimer.

Bis zu 45 Milliarden Dollar Schaden könnte das Sturm-Monster verursacht haben. Überall wird noch ermittelt und geschätzt.

Mancherorts in den Handelsräumen und Analystenbüros gibt es die Hoffnung, dass Sandy mit seinem Desaster die zerstrittenen politischen Parteien in Washington unter Druck gesetzt und zur Vernunft gebracht haben könnte.

Dann dürfte man sich auf einen baldigen Spar-Kompromiss zwischen Republikanern und Demokraten freuen, was die schroffen automatischen Einsparungen und Steuererhöhungen zu Jahresbeginn 2013 vermeiden würde.

Doch Experten sind überwiegend skeptisch.

Die nächsten Tiefausläufer am Aktienmarkt sind schon zu sehen

„Ich glaube, Sandy hat kaum einen Einfluss auf die großen Themen, die uns derzeit beschäftigen“, sagt zum Beispiel der Finanzprofessor Jeffrey Bergstrand von der University of Notre Dame.

„Wir schließen in schwierigen Zeiten eigentlich immer die Schultern“, erklärt Bergstrand, „aber der Wirbelsturm wird die Streitpunkte rund um das fiskalische Kliff nicht ausräumen.“

Aus heutiger Sicht kommt in New York bei der Wiederaufnahme des Handels noch ein wichtiger Punkt hinzu.

In zwei Tagen werden die Arbeitsmarktzahlen für den Oktober vorgelegt. Die Verunsicherung in der US-Wirtschaft über ein mögliches Sparpaket und über die Konjunktur könnte zu enttäuschend wenigen Einstellungen im Oktober geführt haben.

Sollte das so sein, könnte die Wall Street das als Anlass für die nächste Verkaufswelle sehen.

Vorsicht also nicht nur heute, sondern vor allem auch am Freitag.

31. Oktober 2012

Markus Gärtner
Von: Markus Gärtner. Über den Autor

Markus Gärtner kennt sich aus in Europa, Amerika und Asien. Lange Zeit war der Journalist als Korrespondent unterwegs und hat dabei viele Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Diese teilt er nun mit seinen Lesern börsentäglich.