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Invest 2014: Lars Brandau im Interview

Marcus Schult sprach anlässlich der Invest 2014 in Stuttgart mit Lars Brandau, dem Geschäftsführer des Deutschen Derivate Verbands e.V.

Brandau, der unter anderem aus  der Sendung „Telebörse“ und als Chefmoderator von n-tv bekannt geworden ist, arbeitet heute beim Deutschen Derivate Verband, der Branchenvertretung der 17 führenden Emittenten derivativer Wertpapiere.

Derivate: „Die moderne Aktie von morgen“

Im Interview spricht Brandau über das Potenzial derivativer Produkte, wie etwa Optionsscheine oder Zertifikate. Für Brandau sind Zertifikate „die moderne Aktie von morgen“.

Umso mehr sei es wichtig, den Wissensstand zu diesem Bereich in der Bevölkerung zu erhöhen – etwa schon mit einer Finanzgrundbildung in der Schule.

Brandau: Derivate grundsätzlich gut fürs Depot

Derivate, so Brandau, seien letztlich für jedes Depot gut und für jeden Anlegertyp geeignet, da man mit ihnen sowohl eine Risikosteigerung, aber auch eine Risikominderung im Depot abbilden könne.

Das komplette Interview als Textversion

GeVestor: Lars Brandau, Geschäftsführer des Deutschen Derivateverbands. Hier auf der Invest in Stuttgart sind sehr viele Privatanleger. Sind Derivate überhaupt etwas für Privatanleger?

Brandau: Ich glaube, man muss zunächst einmal unterscheiden, was sind Derivate eigentlich? Synthetische Produkte, ja. Ich glaube, es wird viel Schindluder mit der Begrifflichkeit getrieben. Wir müssen einfach sehen, dass wir uns auf strukturierte Produkte für Privatanleger konzentrieren.

Das meint Zertifikate und Optionsscheine. Wenn wir uns auf die Privatanleger hier auf der Invest konzentrieren, würde ich sagen, das Vernünftigste – und das zeigen die Statistiken auch – ist der Zertifikatebereich.


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Das sind im Grunde genommen normale Anlageformen, ein synthetisches Produkt. Wir sehen auch hier auf der Invest, dass vor allem Zertifikateanbieter hier im Gespräch mit den Endkunden sind.

GeVestor: Wie ist denn der Wissensstand der Endkunden?

Brandau: Das ist wie immer – es gibt einen relativ kleinen, selbst entscheidenden Anteil an Menschen, die sehr genau wissen, worum es geht. Die sind in dieser Finance Education Geschichte sehr tief drin, die wissen sehr genau, was sie kaufen.

Und es gibt einen sehr großen Teil an Menschen, die man an die Hand nehmen muss und die auch gerne an die Hand genommen werden. Dafür dienen solche Veranstaltungen wie hier die Invest. Der Wissensstand insgesamt ist, glaube ich, deutlich zu niedrig.

GeVestor: Was kann man da machen?

Brandau: Das ist immer die Frage, wie sehr man sich bemüht. Jede Anspruchsgruppe in Deutschland hat den Anspruch, dass mehr getan wird. Wir sind natürlich dafür, dass sich diese Finanzbildung tiefer in der Schule manifestiert.

Das ist aber ein Wunsch, den alle Gruppen äußern. Es gibt die, die sagen, es darf nicht so viele dicke Kinder geben, wir brauchen mehr Sport. Es gibt die, die sagen, das Geschichtsbewusstsein darf nicht vergessen werden, wir brauchen mehr Geschichte.

Es gibt Kunstmenschen, die sagen, die Kinder können heute nicht mehr malen und zeichnen. Jeder kommt an, die Lehrer sind überfordert, es gibt nur einen gewissen Bereich, den man in der Stundenzahl abdecken kann und jede Gruppe kommt eben mit all diesen Wünschen.

Da stehen wir in einer langen Liste derer, die dafür sind, dass Finanzbildung einen größeren Stellenwert einnimmt.

GeVestor: Lernen bedeutet Anstrengung. Insofern stellt sich die Frage, warum soll ich diese Anstrengung auf mich nehmen? Was bedeuten Derivate in der heutigen Situation am Finanzmarkt?

Brandau: Ich glaube, strukturierte Produkte sind dringend erforderlich und zwar für jedes Depot. Damit meine ich, ein breit aufgestelltes, gut diversifiziertes Depot muss Zertifikate haben. Sicherlich nicht zu 100 oder 90 Prozent, aber sicherlich zu 10 Prozent.

Dann lautet die Frage, wofür brauche ich diese strukturierten Produkte? Dafür gibt es genau zwei Möglichkeiten: Ich nehme etwas Risiko raus – dafür sind diese Produkte erfunden worden –, oder ich will etwas mehr Risiko reinnehmen. Was wir feststellen ist eine Niedrigzinsphase. Wir bekommen für unser Fest- und Tagesgeld nichts mehr.

Das heißt, unser Geld auf dem Konto wird weniger wert. Das kann ich nur abfedern, indem ich attraktivere Produkte habe, Produkte, die eine höhere Rendite versprechen. Dafür braucht man ganz sicher strukturierte Produkte.

GeVestor: Wie sehen Sie die Entwicklung der Derivate hier in Deutschland langfristig?

Brandau: Wir sind aus der Lehman-Krise in ein sehr tiefes Loch gefallen, wie der Markt insgesamt auch, haben uns in Teilen erholt. Ich glaube, es gibt deutlich Potenzial, weil wir einfach in dieser Zeit, in der wir leben, eine relativ hohe Volatilität sehen, aber auch niedrige Zinsen.

Es gibt für den Privatanleger nicht so unheimlich viel, was er tun kann. Viele machen aus dem Beton Geld, das haben wir in den zurückliegenden Jahren gesehen. In Aktien ist immer schwierig, das heißt Direktinvestment.

Wir glauben, wenn es der Aktie gut geht und die Bundesbürger zurück in die Aktie gehen, geht es uns auch zwangsläufig gut. Ich glaube ein bisschen daran, das Zertifikat ist die moderne Aktie von morgen, weil es ein synthetisches Produkt ist.

Ein Bonuszertifikat ist eine großartige Erfindung. Ich habe einen Puffer auf ein Direktinvestment, das ist großartig. Das heißt, ich kann mit meiner eigenen Marktmeinung noch 30 Prozent daneben liegen und kriege trotzdem noch eine Rendite raus. Das geht mit dem Direktinvestment nicht und auch sonst nicht.

5. April 2014

Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.