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Wall Street: Absturz oder neuer Index-Rekord?

Die Bullen in New York lachen sich ins Fäustchen: Einer der größten Bären der Wall Street musste am Montag zugeben, dass er die Rally von 2012 verpasst hat.

Adam Parker, Aktienstratege bei Morgan Stanley in New York, hatte Anfang 2012 vorhergesagt, der S&P 500 würde bis zum Jahresende 7% auf 1.167 Punkte fallen.

Aktuell liegt der Index aber bei 1.433 Punkten. Der S&P 500 hat aber 14,3% zugelegt. Das ist nicht nur 22,9% über Parkers Ziel, sondern auch der größte jährliche Zuwachs seit 2009.

Was lernen wir aus diesem Vergleich?

Zwei Dinge: Erstens, das Jahr ist ja noch gar nicht gelaufen. Adam Parker könnte bei einer schroffen Korrektur im laufenden Quartal durchaus noch Recht bekommen.

Aktienmarkt – Genaue Prognosen fast unmöglich

Genügend Prognosen in diese Richtung gibt es ja.

Und am vergangenen Freitag wurden wir auch nach langer Zeit mit äußerst ruhigen Märkten schmerzlich daran erinnert, wie stark selbst die großen Barometer an der Wall Street ausschlagen können.

Die zweite Lehre ist aber viel wichtiger.

Adam Parker hatte bei seiner pessimistischen Prognose nicht berücksichtigt, wie stark die Notenbanken den Aktienmarkt mit ultra-lockerer Geldpolitik antreiben können.

Die „koste-es-was-es-wolle“-Kampagne von EZB-Präsident Mario Draghi und die dritte Geldschwemme der Fed (QE3) haben die Kurse in New York elektrisiert und nach oben katapultiert: Trotz schwächerer Weltkonjunktur, trotz schlechter Nachrichten aus Europa, und trotz dümpelnder Schwellenmärkte.

Spricht das gegen Parker ? Nein. Aber es zeigt: Wenn (geld)politische Einflüsse an der Börse so stark werden wie in unseren Tagen, dann kommen selbst renommierte Analysten und Aktienstrategen ins Schwimmen und holen sich ein blaues Auge.

S&P 500 – Kommen 2013 neue Kursrekorde?

Für uns Anleger und Investoren muss das eine Warnung sein.


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Und die lautet schlicht: Die Börsen sind seit der Finanzkrise viel weniger vorhersehbar geworden.

Die wirklich schlechte Nachricht dabei: Sie waren schon vorher schwer genug zu prognostizieren.

Trotzdem blüht und gedeiht das Prognose-Gewerbe, denn die Banken verdienen am Börsenumsatz mit.

Auf der Webseite MoneyNews.com kann man heute nachlesen, dass schon 5 der 15 von Bloomberg beobachteten Analysten ihre Vorhersage für 2013 unters Börsenvolk bringen.

David Kostin bei Goldman Sachs und Brian Belski bei der Bank of Montreal sagen dem S&P einen Anstieg bis 1.575 Punkte vorher.

Das wäre von jetzt ab ein Plus von 9,9%.

Noch höher greift Savita Subramanian bei der Bank of America mit 1.600 Punkten.

Tobias Levkovich bei der Citigroup traut dem S&P 500 sogar 1.615 Zähler zu.

Alle Prognosen haben eines gemeinsam: Sie erwarten, dass der marktbreite Index  sein altes Allzeit-Hoch von 1.565, das er am 9. Oktober 2007 markiert hatte, 2013 überwinden kann.

Apple schafft am Dienstag die Kurswende

Dass es weiter nach oben gehen könnte, haben uns die Aktienkurse in New York gestern gezeigt. Nachdem die führenden Indizes fast den ganzen Tag über tief im roten Bereich notiert hatten, verhalf ein Anstieg der Apple-Aktie um 4% der Börse zu einem Turnaround.

Der DOW, der schon satte 100 Punkte verloren hatte, schwang sich fast mühelos – auf jeden Fall aber schnell – in die Pluszone zurück.

Das Plus war am Ende mit 2 Zählern kaum beeindruckend. Die 180-Grad-Kehre aber umso mehr.

Dennoch: Dieselben Alarmlampen, die am Freitag die Börsianer in New York so verschreckten, dass der DOW 205 Punkte verlor, sie leuchteten auch gestern schrill.

Caterpillar, der weltweit größte Hersteller von Traktoren und Baggern, warnte, dass sich die globale Wirtschaft schneller abkühlt als bislang angenommen.

Einzelhändler des Herstellers sind – weil die Verkäufe seit Monaten zunehmend lahmen – so vorsichtig geworden, dass sie lieber aus dem Vorratslager verkaufen, als neu bei Caterpillar zu bestellen.

Yahoo – Kehrtwende unter Marissa Mayer?

Angesichts dieser Meldung ist es kaum tröstlich, dass der S&P 500 gestern mit einem mageren Zuwachs von 0,04% zum ersten Mal in 3 Tagen Boden gutmachen konnte.

Und der schöne Gewinnzuwachs von Yahoo mit Plus 66% im dritten Quartal – dem ersten unter der neuen Chefin Marissa Mayer – wirkt in diesem Zusammenhang zwar immer noch positiv, aber eben nur als ein Nebenschauplatz.

Die beiliegende GRAFIK in der heutigen Ausgabe vergleicht den Kursverlauf des S&P 500 im vergangenen Jahr mit dem Verlauf in 2012.

Deutlich zu sehen ist, wie drastisch der Index einbrach, als die USA bei nervtötenden Verhandlungen im Kongress das Schuldenlimit erreichten.

So ein Stresstest steht jetzt auch wieder bevor, und zwar gleich doppelt: Am 6. November wird ein Präsident gewählt, Obama oder Romney.

Binnen zwei Monaten nach dieser Wahl müssen sich Kongress und Präsident auf einen wichtigen Sparkompromiss einigen. Sonst stürzen rabiate automatische Ausgabenkürzungen und Steueranhebungen die USA in eine Rezession.

Dann würden wir eine Erholung dessen erleben, was die GRAFIK für den Juli 2011 beim S&P anzeigt: Ein herber Absturz.

23. Oktober 2012

Markus Gärtner
Von: Markus Gärtner. Über den Autor

Markus Gärtner kennt sich aus in Europa, Amerika und Asien. Lange Zeit war der Journalist als Korrespondent unterwegs und hat dabei viele Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Diese teilt er nun mit seinen Lesern börsentäglich.