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Wall Street: Hütchenspiel mit der Angst

An der Wall Street findet eine Art Hütchenspiel statt.

Das Hütchen für die US-Kojunktur wurde zur Seite geschoben, wegen vorläufiger Entwarnung. Das Hütchen für Europa wird derzeit ebenfalls in die grüne Zone versetzt.

Und China: Da kommen zuletzt wieder etwas bessere Zahlen. Das Hütchen wird auch aus der roten Gefahrenzone rausgeschoben.

Aber der Aktienmarkt an der Wall Street  fällt trotzdem.

Seit Beginn der Bilanzrunde für das 3. Quartal durch den Aluminiumschmelzer Alcoa hat der DOW 460 Punkte verloren.

Das ist ein Minus von 3,6%.

Viele an der Wall Street wundern sich über diesen scheinbaren Widerspruch.

Denn in den USA stabilisiert sich der Immobilienmarkt, die Umsätze im Einzelhandel ziehen leicht an. Die University of Michigan meldet wachsendes Konsumenten-Vertrauen.

Und die US-Wirtschaft, das haben wir am vergangenen Freitag gehört, wuchs im 3. Quartal um 2%.

Mehr Wachstum in USA, weniger Horrormeldungen aus Europa

Das löst keine Jubelsprünge aus, ist aber mehr als die mageren 1,7% im 2. Quartal.


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In Europa, so die Beobachtung der meisten an der Wall Street, ist vorübergehend etwas mehr Ruhe eingekehrt. Die Europäische Zentralbank steht für größere Anleihekäufe bereit. Und die stärkere Integration Europas nimmt erste Formen an.

Mehr noch: Die große Angst der vergangenen Wochen, dass die USA über ein „fiskalisches Kliff“ fallen, lässt auch etwas nach.

Das Kliff besteht bekanntlich aus automatischen Steuererhöhungen und gleichzeitigen Ausgabenkürzungen im Staatshaushalt, die sich zusammen auf ein Volumen von 560 Milliarden Dollar addieren würden.

Das wären 4% vom Bruttoinlandsprodukt. Genug, um die US-Konjunktur zurück in eine Rezession zu stürzen.

Der Verband des Verarbeitenden Gewerbes in den USA warnte am Wochenende sogar, dass in diesem Fall 6 Millionen Jobs bedroht wären und die Arbeitslosigkeit von 7,8% auf 12% steigen könnte.

Ein Albtraum, vor allem für die Wall Street.

Doch hier wird inzwischen so viel Druck von der US-Wirtschaft – vor allem von der Wall Street – auf den Kongress ausgeübt, dass die Hoffnung auf ein gemeinsames Sparpaket zwischen Republikanern und Demokraten wächst.

Dieses könnte das fiskalische Kliff gerade noch rechtzeitig umschiffen.

Woher also diese Verunsicherung am Aktienmarkt in New York ? Warum sinken die Aktienkurse, wenn all die Hütchen, die Gefahren signalisieren, zur Seite geschoben werden ?

Die Antwort ist schlicht: Ein neues Hütchen wird in die rote Gefahrenzone geschoben. Und darauf steht „Firmen-Umsätze.“

In dieser Woche schließen die 30 Firmen im Dow Jones Index ihre Berichte über das 3. Quartal ab. Und 71% der S&P 500-Firmen haben ebenfalls berichtet.

Umsatz-Prognosen – Angst vor der nächsten Bilanzrunde

71% von ihnen konnten die Analysten bei den Gewinnen zufrieden stellen. Aber nur 41% der Firmen erfüllten die Erwartungen bei den Umsätzen.

Das aber war nur möglich, weil ziemlich agressiv die Kosten gesenkt wurden. Währenddessen macht sich die Schwäche der Konjunkturen in Europa, China und den USA bemerkbar, die Auftragsbücher sind weniger gefüllt.

Das heißt: Die nächsten Quartale werden zu noch mehr Enttäuschungen bei den Firmenbilanzen führen. Die hohe Zahl von reduzierten Umsatzprognosen weist deutlich darauf hin.

Aktien-Indizes – Negative Wochenbilanz

Damit aber entfällt der wichtigste Grund für weiter steigende Kurse.

Den Anlegern und Investoren an der Wall Street schwant das.

Die vergangene Woche hat dies bereits deutlich zum Ausdruck gebracht.

Der DOW verlor von Montag bis Freitag 1,8%. Der S&P 500 büßte 1,5% ein. Der Nasdaq 100 gab 0,6% ab.

Da im Augenblick weniger Nachrichten aus Europa kommen, und am Dienstag kommender Woche die Präsidentenwahl in den USA abgehalten wird, dürfte es in dieser Woche ruhig am Aktienmarkt in New York zugehen.

Niemand will größere Positionen eingehen, wenn nicht klar ist, ob Obama oder Romney die Wahl gewinnt. Das reduziert den Umsatz. Und bei Ausbleiben überraschender Nachrichten sind auch keine großen Kursbewegungen zu erwarten.

29. Oktober 2012

Markus Gärtner
Von: Markus Gärtner. Über den Autor

Markus Gärtner kennt sich aus in Europa, Amerika und Asien. Lange Zeit war der Journalist als Korrespondent unterwegs und hat dabei viele Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Diese teilt er nun mit seinen Lesern börsentäglich.