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Wall Street im Ausverkauf-Modus

Die Wall Street hatte auf einen Wahlsieg von Mitt Romney gesetzt. Gestern wurde sie für diese Fehleinschätzung schwer bestraft.

Aktien, die von einem Sieg Romneys besonders profitiert hätten, stürzten regelrecht ab, als der DOW 313 Punkte (2,4%) verlor: Kohleproduzenten, Militärausrüster sowie Banken, die auf weniger Regulierung gesetzt hatten, hat es besonders schwer erwischt.

Doch jetzt haben sie es vier Jahre länger mit Barack Obama zu tun.

Und die Zuwächse am Aktienmarkt aus dem laufenden Jahr sind bedroht. Beim DOW sind es 6,2%, beim S&P 500 sogar 11,3%.

Was den Ausverkauf gestern verursachte, ist leicht zu erklären:

Am Ende des massiven Wahlkampfes, der sechs Milliarden Dollar kostete, ergibt sich folgendes Bild: Derselbe Präsident, derselbe von Republikanern beherrschte Kongress, doch für das drängendste aktuelle Problem in Amerika bleibt kaum noch Zeit.

Fiskalkliff – Das neue Gespenst an der Wall Street

Das fiskalische Kliff aus 607 Milliarden Dollar Budgetkürzungen und höheren Steuern droht zu Jahresbeginn 2013. Außer es gelingt Obama und dem Kongress, bis 2013 den automatischen Grausamkeiten im Haushalt mit einem Spar-Kompromiss zuvor zuvor zu kommen.

Die Chancen dafür stehen schlecht. Die Republikaner hadern mit ihrer Wahlniederlage gegen Obama und sind wenig kompromissbereit. Obama will nicht schon wieder leicht einknicken und hält an höheren Steuern für betuchte Amerikaner fest, was die Republikaner strikt ablehnen.


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Als wäre das nahende Budget-Kliff nicht schon schlimm geenug gewesen, kamen gestern auch wieder ernüchternde Nachrichten aus Europa.

Eurozone – Die Schuldenkrise meldet sich zurück

EZB-Präsident Mario Draghi äußerte sich besorgt über die Schleifspuren der Schuldenkrise für die deutsche Wirtschaft. Die Industrieproduktion geht zurück, und für das laufende Quartal droht ein schrumpfendes Bruttoinlandsprodukt.

Im Klartext: Das ist ein Rohrkrepierer im Maschinenraum der europäischen Konjunktur.

Und vor dem griechischen Parlament kommt es erneut zu Unruhen.

In der Nacht verabschiedete das Parlament in Athen zwar äußerst knapp die neuen Sparmaßnahmen, für die jetzt von den Gläubigern mehr Geld fließt.

Doch zahlreiche Abgeordnete wurden aus ihren Fraktionen geworfen, weil sie dagegen stimmten.

Damit wird neben den Protesten auf der Straße auch eine stärkere Opposition innerhalb des Parlaments gezüchtet. Keine gute Perspektive für die Lösung der Schuldenkrise im Land.

In New York ging gestern der KBW Bank Index 4,6% auf Tauchstation. Alle zehn Sektoren im S&P 500 verzeichneten Verluste. Die Bank of America und JP Morgan Chase fielen fast 6%.

Die Ölnotierungen purzelten 4%. Die Aktien von Kohleproduzenten brachen um bis zu 12% ein. Obama will mehr erneuerbare Energien und Erdgas, anstatt Import-Öl und Kohle.

Erneute Androhungen der Ratingagenturen, die Kreditwürdigkeit der USA abzustufen, sorgen derweil für zusätzlichen Druck.

Und fast jeder an der Wall Street geht davon aus: Egal, wie der Spar-Kompromiss – falls er kommt – aussieht, er wird höhere Steuern für Dividenden und Kapitalerträge bringen, und er wird zahlreiche Schlupflöcher im Steuersystem stopfen.

Hilferufe aus der Wirtschaft – Wann handelt Washington?

Der Republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, John Boehner, signalisierte gestern Kompromissbereitschaft. Diese erstreckt sich jedoch nur auf einen Deal, bei dem das ganze Steuersystem in eine Einigung einbezogen wird, wo unter dem Strich für Besserverdienende Amerikaner ebenfalls höhere Belastungen herauskommen dürften.

„Die Aussicht auf höhere Steuern trug zu dem Ausverkauf bei den Aktien bei“, erklärt Pimco-Chef Bill Gross.

Was das für die Börsianer bedeutet, erläutert Gross ebenfalls: „Wenn Dividenden und Kapitalerträge höher besteuert werden, dann sind die Aktien weniger wert, und das haben wir heute gesehen.“

Diese Neubewertung der Dividenden-Titel im Lichte der konjunkturellen und politischen Umstände dürfte die Aktienkurse für ein paar Wochen kräftig unter Druck setzen.

Den USA steht ihr ganz eigenes „Griechenland-Erlebnis“ bevor, wo Rating-Watschen und wachsende Turbulenzen am Kapitalmarkt größere Anstrengungen erzwingen, um das Schuldenproblem zu lösen.

Hoffen wir, dass der Druck in New York mehr heilt als in Athen.

8. November 2012

Markus Gärtner
Von: Markus Gärtner. Über den Autor

Markus Gärtner kennt sich aus in Europa, Amerika und Asien. Lange Zeit war der Journalist als Korrespondent unterwegs und hat dabei viele Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Diese teilt er nun mit seinen Lesern börsentäglich.