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Wall Street: Nervöses Warten auf die Wahl

Wie sieht es zu Beginn der neuen Woche in den Köpfen der Börsianer in New York aus?

Antwort: Ungefähr so wie an Halloween: Viele Geister spuken durch den Börsensaal.

Die vergangene Woche bescherte nicht nur eine Zwangspause, weil der Monstersturm „Sandy“ den Nordosten der USA lahmlegte.

Die Woche endete auch mit dicken Minuszeichen. Und das, obwohl der letzte Handelstag zunächst positiv begonnen hatte.

Die Meldung, dass die US-Wirtschaft im Oktober 171.000 neue Arbeitsplätze geschaffen hat, wurde vom DOW mit 50 Punkten Zuwachs begrüßt.

Doch dann setzte eine Verkaufswelle ein, die den DOW 1,05% ins Minus trieb. Der S&P 500 beendete den Freitag mit einem Minus von 0,9%.

Warum die Kurse am Aktienmarkt in New York den anfänglichen Schwung nicht halten konnten, darüber wurde das ganze Wochenende über in den Finanz-Webseiten der USA spekuliert.

Besserer Arbeitsmarkt – Weniger QE – Schwaches Gold

Denn aus den Antworten versuchen Anleger und Investoren abzuleiten, wie es in dieser Woche weitergehen könnte.

Die wichtigsten Erklärungen, die am Wochenende geliefert wurden, lauten so: Der Dollar wurde stärker, was Rohstoffe für Käufer außerhalb des Dollar-Raums verteuert.

Daraufhin sanken die Kurse der Rohstoff-Werte. Der S&P Materials Index verlor mit -2% deutlich

Der Goldpreis sank unter die Marke von 1.700 Dollar je Feinunze. Das ist ein 2-Monatstief. Hier spielt eine Rolle, dass die Börsianer weniger auf neue Geldfluten der Notenbank hoffen, weil die Zahlen vom Arbeitsmarkt stärker ausfielen als erwartet.


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Zweiter Grund: Zwar überraschten die Jobzahlen positiv. Doch die Regierung meldete auch, dass die Stundenlöhne in der US-Wirtschaft im Oktober erneut sanken.

Mehr Jobs, aber weniger Geld für die Arbeit. Das klingt nicht mehr so positiv wie wenn man sich die Arbeitszahlen alleine anschaut.

Außerdem kamen viele dieser neuen Jobs durch saisonale Effekte wie das anlaufende Weihnachtsgeschäft im US-Einzelhandel. Die Supermärkte und Malls bunkern Saisonarbeiter. Nach Stärke am Arbeitsmarkt riecht das nicht unbedingt.

Der dritte Grund, der genannt wurde: Bessere Arbeitsmarkt-Zahlen helfen Barack Obama, morgen vielleicht die Wahl zu gewinnen und eine zweite Amtszeit zu bekommen.

Doch wenn Obama weitermacht, steigen wahrscheinlich die Steuern auf Kapital-Erträge. Das sehen die Börsianer gar nicht gerne.

Und schließlich: Die Verwüstungen, die der Monster-Wirbelsturm Sandy hinterlassen hat, sind größer als zunächst angenommen.

Sandy schlimmer als erwartet – Leidet die Konjunktur?

Noch immer sind Hunderttausende in und um New York ohne Strom, U-Bahn-Schächte überflutet und Tunnels gesperrt.

„25 Millionen Amerikaner werden monatelang in sehr schlechter Laune sein“, sagte am Freitag ein Trader im New York.

Für den Konsum verheißt das nichts gutes. Und wenn man sieht, dass New Jersey den Wahlberechtigten erlaubt, morgen ihre Stimme per E-Mail abzugeben, dann weiß man, wie schlimm es steht.

Kaputte Straßen, lahm gelegte öffentliche Verkehrsmittel und lange Schlangen mit Prügeleien vor den Tankstellen – das sieht nicht nach einer Konjunkturbelebung in dem am dichtesten besiedelten und wirtschaftskräftigsten Teil der USA aus, wo 60 Millionen Amerikaner leben.

Die Verunsicherung, mit der die Wall Street in die neue Woche geht, zeigt folgendes Zitat zum vergangenen Freitag von Fred Dickson, dem Chefstrategen bei D.A. Davidson & Co. in Oregon:

„Wir sind mit Stärke gestartet, mit tollen Arbeitsmarkt-Zahlen. Dann sind wir den ganzen restlichen Tag langsam gesunken. Es ist schwer zu sehen, in welche Richtung wir eigentlich unterwegs sind.“

Aktienmarkt – Kauf-Zurückhaltung vor dem Wahltag

Einen Tag vor der Präsidentenwahl, die morgen stattfindet, heißt das vor allem eines: ABWARTEN und lieber erst mal nicht kaufen.

Und jetzt kommt noch die Psychologie hinzu: Die Bilanzsaison ist weitgehend gelaufen. Aus Europa kommen im Augenblick keine kursbewegenden Nachrichten.

Ob China konjunkturell die Kurve kriegt, ist auch nicht ganz klar.

Das bedeutet, dass Anleger und Investoren in den USA in dieser Woche intensiv die Verfassung der eigenen Konjunktur studieren werden.

Das wirft vor allem die Frage auf, wie der Kongress und der nächste Präsident in den kommenden Wochen ein neues Sparpaket schnüren werden, um die drastischen Steueranhebungen und Ausgabensenkungen zu umgehen, die automatisch kommen, wenn bis zum 31. Dezember kein Kompromiss erzielt wird.

Sollte Obama gewinnen, könnte sich die Kompromissbereitschaft bei den Republikanern stark verringern. Eine Konfrontation, statt eine baldige Lösung, würde dann drohen.

Für Aktien sind das keine guten Aussichten.

Schon gar nicht in einer Phase, in der gerade die Gewinn-Dynamik nachlässt und die Umsätze deutlich schwächer werden.

5. November 2012

Markus Gärtner
Von: Markus Gärtner. Über den Autor

Markus Gärtner kennt sich aus in Europa, Amerika und Asien. Lange Zeit war der Journalist als Korrespondent unterwegs und hat dabei viele Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Diese teilt er nun mit seinen Lesern börsentäglich.