MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Wall Street: Sandy legt die Börse lahm

Der Monster-Sturm „Sandy“ verordnet der Wall Street heute am zweiten Tag in Folge eine Zwangspause.

Der größte Wirbelsturm, den es je über dem Atlantik gegeben hat – mit einem Durchmesser von Frankfurt bis Marseille – legt nicht nur das führende Finanzzentrum auf dem Planeten lahm.

Er hat zur Schließung von 70% aller Raffinerien an der US-Ostküste geführt. Sämtliche Flughäfen von Washington bis Boston kamen zum Erliegen.

Sturmfluten und Straßenschäden im Großraum New York waren bis gestern Abend bereits so groß, dass der Gouverneur von New Jersey keine Hilfe mehr nach Atlantic City schicken konnte. Es wurde eine Ausgangssperre verhängt.

Sämtliche großen Brücken in New York wurden um 19 Uhr geschlossen, die Tunnels gesperrt. Busse und U-Bahnen fuhren seit dem Vorabend nicht mehr, aus Angst vor einer Flutung der Fahrbahn-Schächte.

Delle im Vor-Weihnachtlichen Konsum ?

Bank-Analysten erwarten beim US-Konsum im November bis zu drei Prozentpunkte weniger Umsatz, weil im beginnenden Weihnachtsgeschäft 60 Millionen Amerikaner gegen steigende Wasserfluten und Stromausfall kämpfen, anstatt in die Shopping-Malls zu strömen.

Bis gestern Abend fiel in 11 Bundesstaaten der USA bereits für 2,5 Millionen Haushalte der Strom aus.

Allein die Supermarkt-Kette Wal-Mart hat 900 Läden gezählt, die im Sturmgebiet liegen. Bei JP Morgan arbeiten 35.000 Leute in der Region, die Sandy bis Mittwoch verwüsten dürfte.

In Manhattan – nur wenige Blocks von der Wall Street entfernt – sehen die glitzernden Türme der Großbanken wie Festungen aus. Die Zentrale von Goldman Sachs ist umringt von einer meterhohen Mauer aus Sandsäcken.

Schaden für die Konjunktur – 10 Milliarden Dollar pro Tag ?

Der Schaden für die ohnehin brüchige US-Konjunktur könnte immens werden. Millionen von Amerikanern werden tage- oder wochenlang ohne Strom sein.

Zehntausende von Flügen (allein bis gestern mittag über 12.000) werden ausfallen.

Dazu kommen die verlorenen Umsätze im Einzelhandel.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Und die Verluste bei den Versicherern. Kaum jemand wagt sie zu beziffern. Es wäre jetzt auch zu früh dafür.

Laut dem Moody´s-Ökonomen Ryan Sweet könnte sich der Schaden, den Sandy insgesamt verursacht, täglich auf 10 Milliarden Dollar belaufen.

Doch es gibt auch positive wirtschaftliche Effekte: Viele der 60 Millionen Amerikaner

im Sturmgebiet von Sandy werden , wenn das Monster abgezogen ist, die Supermärkte stürmen und sich neue Vorräte kaufen.

Reparaturbedarf in Milliardenhöhe wird Baumarkt-Ketten wie Home Depot riesige Umsätze bescheren.

Und Hotels sind die großen Gewinner: Hotels sind im Nordosten der USA vielfach ausgebucht. Denn gestrandete Flug-Passagiere brauchen dringend Zimmer.

Ebenso wie Amerikaner, die zwangsweise evakuiert werden und solche, die aus Angst vor Stromausfällen lieber in Hotels ziehen, weil es dort Notstrom-Aggregate gibt.

Fazit: Der Wirbelsturm-Zombie wird der US-Wirtschaft – und den Banken durch entgangenen Börsenhandel – kurzfristig Schäden zufügen. Doch diese werden nicht nachhaltig die US-Konjunktur aus dem Gleis werfen.

Doch Sandy hat die führende Industrienation auf dem Globus bereits aus dem gewohnten Rhytmus gebracht.

Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney mussten am Montag ihre Wahlkampftermine absagen. Die Regierungsgebäude in der US-Hauptstadt blieben geschlossen.

Wiederaufnahme des Aktienhandels – Frühestens Mittwoch

Niemand vermag zu sagen, ob die für kommenden Dienstag geplante Präsidentenwahl reibungslos abgehalten werden kann, wenn Millionen von Amerikanern ohne Strom und öffentliche Verkehrsmittel ausharren müssen.

Wie der Aktienmarkt in New York bei Wiederaufnahme des Handels – vermutlich erst am Mittwoch oder Donnerstag – reagieren wird, ist schwer vorher zu sehen.

In der Nacht auf den Dienstag notierten die DOW Futures 100 Punkte im Minus.

Eines ist aber schon jetzt klar: Zu der Angst vor dem „fiskalischen Kliff“ automatischer Einsparungen und Steuer-Erhöhungen Anfang 2013 – und der eingetrübten Situation in der laufenden Bilanz-Saison – gesellt sich nun eine Naturkatastrophe, die alle früheren Ausmaße übertreffen kann.

Das verstärkt den Eindruck, der seit der vergangenen Woche in immer weiteren Kreisen von Analysten und Investoren herrscht: Die Kurse in New York haben erst einmal ihren Zenith erreicht.

Das beschrieb gestern ausführlich der Portfolio-Manager Martin Pelletier beim Vermögensberater TriVest Wealth Counsel.

Erstens, so Pelletier, verheiße die Korrektur bei Apple nichts Gutes. Denn zu 90% haben sich in den beiden vergangenen Jahren die Kurse im S&P 500 und bei Apple im Gleichschritt bewegt.

Doch die Apple-Rally scheint fürs Erste zu Ende zu sein. Apple macht 5% vom S&P 500 aus. Und der Kurszuwachs von rund 50% bei Apple im laufenden Jahr hat ein sattes Viertel zu den 12% Zuwachs beim S&P 500 beigetragen.

Apple als Alarmzeichen für die Börse?

Doch die Apple-Aktie hat seit ihrem Hoch am 19. September 13% verloren.

Zweitens, so Pelletier, löst sich auch der starke Kurs-Zusammenhang zwischen den Ölpreisen und dem S&P 500 derzeit kräftig auf.

Entweder, so die Schlussfolgerung, sind die Aktien fair bewertet und der Ölpreis stark unterbewertet. Oder – was viel wahrscheinlicher sei – die Öl-Notierungen sind fair bewertet und die Aktienkurse schroff überbewertet.

Drittens übertreffen immer weniger Wall Street-Firmen die Umsatz-Prognosen der Analysten. Diese Enttäuschungen kommen zudem von großen Konzernen, die wegen ihrer weltweiten Aufstellung in allen wichtigen Regionen als Konjunktur-Barometer gelten.

Das sind Firmen wie General Electric, McDonald´s, Google und DuPont, sogar der mächtige Tech-Primus Apple.

„Wenn man all diese Faktoren berücksichtigt“, sagt Pelletier, „dann muss man am US-Aktienmarkt nun eine vorsichtigere Position einnehmen. Das bedeutet eine Reduzierung der Aktienbestände, oder zumindest Absicherungsgeschäfte gegen sinkende Kurse.“

30. Oktober 2012

Markus Gärtner
Von: Markus Gärtner. Über den Autor

Markus Gärtner kennt sich aus in Europa, Amerika und Asien. Lange Zeit war der Journalist als Korrespondent unterwegs und hat dabei viele Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Diese teilt er nun mit seinen Lesern börsentäglich.