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ADO Properties auf Übernahmekurs

Inhaltsverzeichnis

Der deutsche Immobilienmarkt wird gerade von einer Fusionswelle ordentlich durcheinandergewirbelt. So verkündete der in Luxemburg ansässige Wohnimmobilienkonzern ADO Properties am 25. März, dass er den Berliner Mitbewerber Westgrund AG übernehmen möchte.

Am vergangenen Freitag konkretisierte ADO Properties das freiwillige Übernahme-Angebot: ADO hat sich bereit erklärt, 11,71 Euro für jede Westgrund-Aktie zu bezahlen. Unter dem Strich will ADO für die Übernahme der Westgrund AG rund 930 Mio. Euro auf den Tisch legen. Nach erfolgter Übernahme will ADO die Aktien der Westgrund AG von der Börse nehmen.

Die im SDax gelistete ADO ist ein Wohnungsunternehmen, das ausschließlich in Berlin aktiv ist. Dort besitzt das Unternehmen rund 18.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten. Westgrund besitzt knapp 19.000 Immobilien, die sich hauptsächlich in Niedersachsen und den neuen Bundesländern befinden.

ADO will regional diversifizieren

Durch den Ende Januar vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossenen Mietpreisdeckel, der am 23.02.2020 in Kraft trat, ist ADO unter Druck geraten. Da der Mietpreisdeckel die Einnahmesituation auf dem Berliner Wohnungsmarkt einschränkt, hat ADO seinen Fokus auf die Übernahme von Mitbewerbern gesetzt, die in anderen Regionen Deutschlands aktiv sind.

So hat ADO nicht nur ein Übernahmeangebot für die Westgrund AG lanciert, sondern seine Fühler auch nach der ebenfalls in Berlin ansässigen Adler Real Estate AG ausgestreckt.

Übernahme von Adler Real Estate fast abgeschlossen

In Sachen Adler Real Estate konnte ADO am 09.04.2020 den erfolgreichen Abschluss des Übernahmeangebots vermelden: 91,93% der Adler-Aktionäre haben das Übernahmeangebot angenommen. Dieses Geschäft erfolgte im Rahmen eines Aktientauschs. Adler-Aktionäre erhielten für ihre Papiere jeweils 0,4164 ADO-Aktien.

Die Adler Real Estate AG besaß Ende 2019 insgesamt 58.083 Mieteinheiten. Die Mehrheit dieser Mieteinheiten liegt in Niedersachen (18.307 Mieteinheiten), Nordrhein-Westfalen (13.811) und Sachsen (9.673). Bereits seit 2015 ist Adler Real Estate im Besitz von mehr als 90% der Aktien der Westgrund AG.

ADO wird zur Nummer 3

Da ADO bereits 91,93% der Anteilsscheine von Adler Real Estate und diese wiederum Mehrheitsaktionärin von Westgrund ist, dürften die erfolgreiche Übernahme beider Unternehmen durch ADO als sicher gelten.

Nach Abschluss der Übernahmen steigt ADO zur Nummer 3 unter den deutschen Immobilienunternehmen auf. Größer sind dann nur noch die Vonovia SE mit über 400.000 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich sowie die Deutsche Wohnen SE mit etwa 163.000 Wohnungen und 2.600 Gewerbeimmobilien.

Wie es weitergehen könnte

Die Inhaber der ADO-Aktie mussten in den vergangenen Jahren deutliche Kursverluste hinnehmen. Erst seit Bekanntwerden des Übernahme-Angebotes für Westgrund haben sich die Papiere trotz Corona-Krise wieder ein wenig erholen können.

Ob die Aktie auch weiterhin an Boden gewinnen kann, hängt sicherlich zu großen Teilen vom Erfolg der Übernahmegeschäfte ab. Für risikofreudige Anleger mit längerfristigem Anlagehorizont könnte sich hier eventuell eine Turnaround-Spekulation anbieten.