Aktien: Kurzfristig Achterbahnfahrt, langfristig Gewinne

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Kurzfristig kosten die Kursschwankungen am Aktienmarkt Nerven, doch langfristig klettern die Kurse immer weiter nach oben. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Wahrscheinlich hatten Sie in dieser Handelswoche auch das Gefühl: kurzfristig gleicht der Aktienmarkt einer Achterbahnfahrt. Im August neues DAX-Allzeithoch, im gefürchteten Börsenmonat September „fehlten“ dann plötzlich 1.000 Punkte. Am Montag notierte der DAX kurzzeitig unter der 15.000-Punkte-Marke. Danach setzte aber prompt die Erholung ein.

Meine Empfehlung: Blicken Sie bei der Bewertung der Aktienmärkte auf größere Zeiteinheiten. Der DAX hatte im August zum ersten Mal seit der Gründung im Jahr 1988 kurzzeitig die Marke von 16.000 Punkten erreicht. Das bedeutet zum einen: Neues Allzeithoch und wieder eine runde Marke geknackt. Das bedeutet aber auch: Wie stets, wenn ein neues Allzeithoch erreicht wurde, tauchen die Untergangs-Propheten auf und verkünden, dass der nächste Crash nicht mehr fern sei.

Völlig absurd ist das nicht. Boom und Crash gehören zu der Börse wie Ebbe und Flut zum Meer. Es wird immer wieder in Ihrer Aktionärslaufbahn Crash-Phasen geben. Das große Aber: Der Gesamttrend bleibt auf Dauer positiv.

Langfristig steigen die Kurse

Der Dow Jones wurde vor über 100 Jahren mit gut 30 Punkten gestartet, notiert heute bei rund 35.000 Punkten und wird irgendwann auch die 50.000-Punkte-Marke knacken. Der DAX wurde 1988 mit 1.000 Punkten gestartet, hat jetzt kurzzeitig die 16.000-Punkte-Marke geknackt und wird mit größter Wahrscheinlichkeit innerhalb der kommenden 10 Jahre Richtung 25.000 Punkte laufen.

Der Weg nach oben ist vorgezeichnet, da Aktien Sachwerte sind und daher eine Art automatischen Inflationsausgleich besitzen und weil die Unternehmen immer produktiver werden.

Das alles bedeutet jedoch nicht, dass der Weg nach oben in der Vergangenheit einfach war oder zukünftig einfach sein wird. Die älteren Aktionäre unter Ihnen, die schon 20 Jahre im Geschäft sind, mussten 2000 bis 2003 und 2008 bis 2009 schwere Crash-Phasen überstehen.

Zwei so schlechte Phasen innerhalb weniger Jahre sind selten. Das erklärt aber auch, warum es seit 2009 jetzt schon gut 12 Jahre in der Tendenz nach oben geht und wir damit einen der längsten Aufwärtstrends der modernen Börsengeschichte erleben: Nach zwei großen Abstürzen war das Ausgangsniveau so niedrig, da dauert anschließend der Aufwärtstrend auch länger.

Korrekturphasen sind gesund

Gesund für den Gesamtmarkt war auch, dass es innerhalb des Aufwärtstrends recht starke Korrekturen gab. 12 Jahre Aufwärtstrend im DAX hören sich gut an, aber einfach war selbst diese Phase nicht. 2011 ist der DAX kurzzeitig von 7.600 auf 5.000 Punkte abgestürzt. 2015 folgte ein bitterer Sturz von 12.400 auf 9.300 Punkte. 2016 verlor der DAX nach dem überraschenden Brexit-Votum innerhalb von nur 2 Handelstagen knackige 10%! 2020 erlebten wir in der Corona-Krise den schnellsten 40%-Absturz, den der DAX je hinnehmen musste (es folgte aber eine fast ähnlich schnelle Erholung).

Selbst in diesem Aufwärtstrend, in dem der DAX von 3.600 (2009) auf 16.000 Punkte geklettert ist, gilt die alte Weisheit des Börsen-Gurus Andre Kostolany: “Gewinne an der Börse sind Schmerzensgeld. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld.”

Genießen Sie die realisierten Gewinne

Wichtig ist, dass wir Aktionäre stets damit rechnen, dass eine Korrekturphase kommen kann. Daher gilt auch: Sind Positionen im aktuellen Aufwärtstrend “heiß” gelaufen, dann ruhig Gewinne mitnehmen! Realisierte Gewinne sind die schönsten Gewinne. Das Geld auf Ihrem Konto kann Ihnen niemand mehr nehmen. Und vergessen Sie nicht: Gönnen Sie sich von diesen Gewinnen auch ab und zu etwas Schönes.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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