AMD: Aktie des Halbleiterherstellers auf Achterbahnfahrt

Intel RED_shutterstock_398463883_StockStudio

AMD-Aktie: Kursrally des Halbleiterherstellers gerät ins Stocken. Rückkehr auf den Wachstumspfad im dritten Quartal geplant (Foto: StockStudio / shutterstock.com)

Die Zeit der schnellen Gewinne dürfte erst einmal vorbei sein. Dabei war die Kursentwicklung des US-Chip-Konzerns in den letzten Jahren durchaus beeindruckend. Allein vom Sommer 2015 bis zum vergangenen Monat schnellten die Papiere von unter 1,7 auf über 34 Dollar in die Höhe, wenn auch unter extrem hohen Schwankungen. Während sich der Kurs im vierten Quartal 2018 nahezu halbierte, konnten sich mutige Anleger seit dem Jahresbeginn wieder über eine Verdopplung freuen. Seither pendelt der Kurs erratisch hin und her.

AMD im Portrait

Bevor ich Ihnen näher auf die aktuelle Geschäftsentwicklung eingehe, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell des AMD-Konzerns noch näher vorstellen. Advanced Micro Devices, kurz AMD, hat seinen Unternehmenssitz in Sunnyvale (Kalifornien) und ist hinter Intel der weltweit zweitgrößte Entwickler von Computer-Prozessoren. Dabei will sich AMD zukünftig auf das Chip-Design-Geschäft fokussieren. Eigene Produktionsanlagen wurden schrittweise veräußert.

Seit der Akquisition des kanadischen Grafikchip-Herstellers ATI Technologies für rund 5,4 Milliarden Dollar ist AMD auch ein bedeutender Player im weltweiten Mark für Grafikchips.

Intel auf den Fersen

Die wichtigste Neuigkeit ist dabei der neue Server-Chip, den AMD erst vor wenigen Tagen vorstellte. Er soll schneller und günstiger sein als vergleichbare Produkte von Intel. Mit den neuen Chips mit der Produktbezeichnung „Epyc“ will AMD mit der Vergangenheit brechen und endlich den großen Konkurrenten Intel angreifen.

Die starke Performance des neuen Epyc-Chips untermauert AMD mit zwei hochkarätigen Partnern. Sowohl Google als auch Twitter sollen Abnehmer der Server-Prozessoren werden. Google arbeitet in seinen Data-Centern bereits mit Server-Chips von AMD und hat laut eigenen Angaben bei einer Reihe von Anwendungen Vorteile bei Geschwindigkeit und Kosten festgestellt. Damit wird der AMD-Chip auch interessant für andere Cloud-Anbieter.

Massiver Gewinnrückgang im zweiten Quartal

Allerdings waren die vor wenigen Tagen abgelieferten Geschäftsergebnisse eher durchwachsen. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Umsatz von 1,75 Milliarden Dollar auf 1,53 Milliarden Dollar (-13%). Unterdessen fiel auch der Gewinn drastisch von 116 Millionen Dollar auf 35 Millionen Dollar (-70%). Dafür stieg im Gegenzug der durchschnittliche Verkaufspreis pro Prozessor, weil die Ryzen 3000 für Desktops und die Epyc 7002 für Server teurer sind als die mittlerweile günstig verfügbaren Vorgängermodelle.

Auch wenn die Ergebnisse rückläufig waren konnte AMD einen wichtigen Meilenstein erreichen: Das erste Mal seit über zehn Jahren blieb der Konzern auch im 6. Quartal in Folge in den schwarzen Zahlen.

Rückkehr auf Wachstumspfad

Im laufenden 3. Quartal peilt der US-Konzern wieder die Rückkehr auf den Wachstumspfad an. So soll der Umsatz um 18% auf 1,8 Milliarden Dollar nach oben klettern, gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal wäre das ein Plus von 9%.

Zusammen mit weiterem Wachstum erwartet AMD für das Jahr 2019 am Ende ein Umsatzwachstum im „einstelligen Prozentbereich“. Dafür muss sich das Unternehmen aber ordentlich strecken. Weil das 1. Halbjahr fast 20% schwächer ausfiel, kann der Chipspezialist seine Ziele nur erreichen, wenn das 4. Quartal einen beachtlichen Umsatzsprung von deutlich über 30% auf um die 2 Milliarden Dollar bringt – das wäre ein neuer Firmenrekord.

Analysten sehen nur begrenztes Aufwärtspotenzial

Unterdessen sind die Analysten eher zurückhaltend. Von 35 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, stufen 19 Analysten das Papier nur als Halteposition ein. Vier Banker raten sogar zum Verkauf, während 12 Analyten den Titel als Kauf einstufen. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 32,62 Dollar aktuell knapp 9% über dem aktuellen Kursniveau.

Intel RED_shutterstock_398463883_StockStudio

Intel fährt vor Chefwechsel höchsten Umsatz der Firmengeschichte einIntel: Chipriese kann vor Chefwechsel auf ganzer Linie punkten. Dank Homeoffice-Boom lässt der Halbleiterkonzern die Analystenerwartungen deutlich hinter sich › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
GeVestor Logo Adler
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz