Chinesischer Taxi-Konzern Didi fährt an der New Yorker Börse vor

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Didi Global mit Blitzstart an die Börse: Chinesischer Fahrdienst will mit frischen Mitteln Expansionskurs forcieren. Markteintritt in Südafrika geplant (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Der Börsengang des Chinesischen Uber Pendants Didi Global war mit Hochspannung erwartet worden. Zwar wurde die ursprüngliche vor dem Börsengang angepeilte Marktbewertung von 100 Milliarden Dollar zum Emissionspreis deutlich verfehlt, aber das knapp 20%ige Kursplus am ersten Handelstag zeigt, dass bei den Investoren durchaus Interesse vorhanden ist. Von der Dimension hatte der Börsengang jedenfalls eine historische Dimension: Mit einer Kapitalaufnahme von gut 4 Milliarden Dollar war das IPO nach Alibaba der zweitgrößte Börsengang eines chinesischen Unternehmens am US-Markt.

Didi Global der Platzhirsch in China

Mit Didi Global gibt es nun für die Anleger neben Uber Technologies und Lyft einen weiteren Fahrdienst-Konzern auf dem Kurszettel. Mit einem entscheidenden Unterschied: Während beispielsweise Uber in vielen Ländern auf der Welt aktiv ist, konzentriert sich Didi Global bislang nahezu ausschließlich auf den chinesischen Markt. Bislang stammen rund 95% der Konzernumsätze aus dem Reich der Mitte.

Dabei gibt es kaum einen Chinesen, der die Didi-App nicht auf seinem Handy installiert hat. Mit einem Marktanteil von rund 90% ist Didi Global der mit Abstand größte Player auf dem chinesischen Markt. Das Credo des Konzerns: Innerhalb von maximal drei Minuten muss das Taxi beim Kunden sein.

Starke Investoren im Rücken

Zum Börsengang haben zahlreiche der Investoren bei Didi Global Kasse gemacht und Anteilsscheine veräußert. Dabei wurde der Fahrdienst in den letzten Jahren von bekannten Großinvestoren unterstützt. Neben den typischen Tech-Investoren Tencent und der japanischen Softbank zählt auch der US-Fahrdienstvermittler Uber zu den Anteilseignern von Didi Global.

Zum Hintergrund: Ursprünglich wollte Uber mit seinem eigenen Fahrdienst in China Fuß fassen, konnte aber auf Grund des harten Wettbewerbs keine Meter machen. In 2016 veräußerte Uber seine Marke, sein komplettes Geschäft und seine bislang gesammelten Daten an den chinesischen Rivalen und bekam dafür 12,8% der Anteile des neu entstehenden Unternehmens.

Didi mit Gewinnsprung im ersten Quartal

Im chinesischen Heimatmarkt operiert Didi seit zwei Jahren operativ  bereits in der Gewinnzone. Zum Jahresstart verdoppelte der Konzern seinen Umsatz auf 42,2 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 5,5 Milliarden Euro. Der operative Gewinn versechsfachte sich sogar und lag bei 3,6 Milliarden Yuan (umgerechnet rund 468 Millionen Euro). Das entspricht einer operativen Gewinnmarge von 8,5%. Unter dem Strich stand aber weiterhin ein Quartalsverlust von 8,1 Milliarden Yuan in den Büchern des Konzerns.

Geschäftsmodell soll mit frischen Mitteln erweitert werden

Dabei will sich Didi künftig nicht nur als Fahrdienstleister positionierten, sondern das Geschäftsmodell massiv erweitern. Zuletzt wurden neben dem Bau eines Elektroautos auch das autonome Fahren getestet. Insgesamt sollen 30% der eingeworbenen Mittel in diese beiden Entwicklungen fließen. Mit weiteren 30% soll die Internationalisierungsstrategie vorangetrieben werden. Sie müssen wissen: In 2018 erfolgte der Markteinstieg in Südamerika. Jetzt will Didi auch in Südafrika seine Dienste anbieten.

Das ist alles mit hohen Anlaufinvestitionen verbunden. Bis der Konzern also auch auf Nettoebene die Gewinnzone erreicht, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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