Auch Varta leidet unter dem Coronavirus

Auch Varta leidet unter dem Coronavirus
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Vor einigen Tagen sah es noch so, als ob das Coronavirus lediglich eine kurzfristige Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft bewirkt. Inzwischen haben sich aber offensichtlich die Vorzeichen deutlich geändert: Das globale Wirtschaftswachstum wird – so vorsichtige Berechnungen – um 0,1 % geschmälert. Die Märkte reagierten zum Wochenauftakt mit deutlichen Abschlägen und zeigen sich weiterhin verunsichert. Einer der großen Verlierer zum Wochenauftakt war dabei die Varta AG.

Zahlen waren verheißungsvoll

Noch vor 2 Wochen sah alles noch so positiv aus. Als der Batteriehersteller Varta seine Zahlen veröffentlichte, waren die Anleger begeistert u.a. vom Boom bei kabellosen Kopfhörern. Diese trugen nachhaltig dazu bei, dass sich der Umsatz um mehr als ein Drittel (34%) auf 364 Mio. Euro verbesserte. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen konnte sich auf 98 Mio. Euro nahezu verdoppeln. Und die Aussichten wurden als sehr positiv bezeichnet.

Umsatzwarnung von Apple belastete

Dann folgte jedoch die Ernüchterung: Nach der Umsatzwarnung von Apple zeigte sich der Wert von seiner schwächeren Seite. Hintergrund hierfür ist, dass Varta für den Technologieriesen unter anderem die Batterien für die AirPod genannten Bluetooth-Kopfhörer fertigt. Dies und die Angst vor einer Pandemie durch das Coronavirus sorgte zu Wochenbeginn für Ausverkaufsstimmung bei Varta.

Unternehmensportrait

Dabei ist das Unternehmen recht gut aufgestellt: Die VARTA AG als Muttergesellschaft der Gruppe ist über ihre hauptsächlichen operativen Tochtergesellschaften VARTA Microbattery GmbH und VARTA Storage GmbH in den Geschäftssegmenten Microbatteries und Energy Storage Solutions tätig. Dabei beschäftigt das Unternehmen rund 4.000 Mitarbeiter, wovon 130 in Forschung und Entwicklung tätig sind. Varta verfügt über Vertretungen in über 75 Ländern weltweit.

Erfreuliche Performance seit Börsengang

Mit Blick auf die Entwicklung der letzten 2 Jahre können die Aktionäre recht zufrieden sein. Ende Oktober 2017 kam die Aktie mit einem ersten Kurs von über 26 Euro an die Börse – zum Jahreswechsel war der Titel schon knapp 130 Euro wert.

Dann folgte allerdings – mit kurzen Unterbrechungen – eine Abwärtsbewegung, die bis zur Nähe der 75 Euro-Marke führte, welche derzeit noch als Unterstützungslinie fungiert. Seit Beginn des Jahres hat der Anteilsschein somit rund ein Drittel an Wert verloren – und dass trotz der guten Zahlen, wie eingangs erwähnt.

Kommt eine Erholungsbewegung?

Sobald die Ausverkaufsstimmung und Hysterie bald der Vergangenheit angehört und Normalität an den Börsen eingekehrt ist, kann ich mir eine Erholungsbewegung bei Varta gut vorstellen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 36 ist der Wert zwar nicht mehr günstig bewertet, jedoch ist diese Kennzahl in den vergangenen Wochen auf Normalmaß zurückgekommen.

Auf diesem Niveau ist die Varta-Aktie auf jeden Fall wieder einen näheren Blick wert.