Banken, Versicherungen und Rentenfonds involviert in Waffengeschäfte

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Weltweit wird an Kriegen profitiert, auch von deutschen Banken, Versicherungen und Rentenfonds. (Foto: vaalaa / Shutterstock.com)

Die grausigen, barbarischen Terroranschläge von Paris sind uns allen noch gegenwärtig.

Der Krieg in Syrien und dem Irak kommt in Form von Terror des sogenannten Islamischen Staates mitten nach Europa.

Kriegs-Profiteure sind auch Banken, Versicherungen und Rentenfonds

Wikileaks-Gründer Julian Assange prangerte vor Kurzem die Profiteure dieser Kriege an: Die Rüstungsindustrien, die Söldnerfirmen und die Geheimdienste.

Doch auch Banken, Versicherungen und Rentenfonds finanzieren die Rüstungsindustrie. Und sogar Atomwaffentechnologien.

Wie Sie bereits wissen, veröffentlichte Ende Oktober 2015 die niederländische Friedensorganisation Pax eine Studie des niederländischen Recherche-Instituts Profundo.

Darin wurden die Geschäftsbeziehungen von mehr als 411 Finanzinstituten zu 28 Unternehmen aus den Jahren 2011 bis 2014 untersucht.

Es handelt sich dabei um Unternehmen, die Atomsprengköpfe sowie deren Trägersysteme (Raketen, Bomber oder atomwaffenfähige U-Boote) entwickeln, produzieren oder warten.

Die Studie listet 382 Banken, Versicherungen und Rentenfonds auf, die seit Januar 2012 rund 500 Mrd. Dollar für die Produktion nuklearer Waffensysteme zur Verfügung stellten.

Das sind die internationalen Atomwaffen-Investoren

Die weltweit größten Investoren in die Atomwaffen-Technologie kommen aus den USA, ihre Namen: Capital Group, State Street und Blackrock.

Alleine diese 3 investieren mehr als 95 Mrd. Dollar.

In Europa sind es an 1. Stelle BNP Paribas in Frankreich, dann die Royal Bank of Scotland im Vereinigten Königreich und Crédit Agricole, ebenfalls in Frankreich.

In der asiatisch-pazifischen Region sind es Mitsubishi UFJ Financial in Japan, die Life Insurance Corporation of India und Sumitomo Mitsui Financial, auch in Japan.

Deutsche Banken und Versicherungen, die Atomwaffen-Technologien finanzieren

Hinzukommen 10 deutsche Banken und Versicherungen, die mehr als 10 Mrd. US-Dollar in Unternehmen stecken, die verheerende Massenvernichtungswaffen sowie deren Trägersysteme herstellen.

Diese profitieren von den Milliardenverträgen hinsichtlich der nuklearen Aufrüstung, die vor allem die Atomwaffen-Staaten vorantreiben.

Dazu gehören die USA, Russland, Frankreich, Großbritannien, China, Indien, Pakistan und vermutlich auch Israel und Nordkorea.

Die Umgehung des Atomwaffen-Sperrvertrags

“Moment mal!”, werden Sie nun einwerfen. Was ist mit dem Atomwaffen-Sperrvertrag, den inzwischen 191 Staaten unterschrieben haben; darunter auch Deutschland?

Dieser verpflichtet doch die Mitgliedstaaten dazu, weder Kernwaffen noch Kernsprengkörper herzustellen, zu erwerben und auch keine diesbezügliche Unterstützung zur Herstellung zu suchen oder anzunehmen.

Richtig ist, dass sich auch Deutschland zu einer atomwaffenfreien Welt bekennt.

Aber – und jetzt passen Sie gut auf! – diese Erklärungen verbieten nicht explizit, dass deutsche Finanzdienstleistungen (öffentliche wie private) für Atomwaffen-Hersteller angeboten werden können.

Verflechtungen zwischen Finanzdienstleistern und der Rüstungs-Industrie

Der oben genannten Studie nach bestehen dahingehend die stärksten finanziellen Verflechtungen mit dem deutschen Großunternehmen Thyssen Krupp.

Aber auch mit der europäischen Airbus Group (vormals EADS), an der auch Deutschland beteiligt ist, bestehen solche; ebenso mit dem britischen Rüstungs-Giganten BAE Systems.

Bei diesen Herstellern von Atomwaffen-Technologien handelt es sich um klassische Mischkonzerne. Sie stellen neben Rüstungs-Gütern auch zivile Produkte her.

Thyssen Krupp und Rüstungsgüter

Haben Sie gewusst, dass der Thyssen Krupp-Konzern auch Marine- bzw. Kriegsschiffe baut; selbst U-Boote?

Doch! – Und zwar in ihrem Subunternehmen Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS). Zuletzt ist TKMS durch die Lieferung von nichtnuklearen U-Booten in Spannungs-Gebieten wie etwa nach Ägypten aufgefallen.

Zudem fiel man hinsichtlich dreier U-Boote für die israelische Marine auf, die auch mit atomwaffenfähigen Marschflugkörpern bestückt werden können.

Die Airbus Group und Rüstungs-Güter

Die Airbus Group ist über die Beteiligung an einem europäischen Konsortium an der Herstellung von Atomraketen für die französische Luftwaffe beteiligt; ebenso an seegestützten Atomraketen für die französische Marine.

Dem Konsortium gehören neben der Airbus Group auch MBDA und Saab Bofors Dynamics an.

Boeing, BAE Systems und Rüstungs-Güter

Boeing ist für die Entwicklung und Produktion von US-Langstreckenraketen verantwortlich.

Der Konzern baut auch das Heckteil für die neue B61-12-Atombombe, die voraussichtlich 2020 in Deutschland stationiert wird.

BAE Systems bekam für den Bau der neuen britischen Atom-U-Boote den Zuschlag.

Fazit

Sie sehen also: Alle diese Firmen sind gut im Geschäft hinsichtlich Atomwaffen-Technologie. Und sie haben gute Financiers, zu denen u. a. auch deutsche Finanzdienstleister gehören.

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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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