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Blick auf den Arbeitsmarkt zeigt: Euro-Krise geht doch weiter

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Das Thema Euro-Krise spielt in diesem Sommer fast keine Rolle mehr in der medialen Öffentlichkeit. Das liegt sicherloch auch daran, dass es so viele andere Krisenherde gibt. Vor allem der Ukraine-Konflikt überstrahlt aktuell sehr deutlich viele andere Geschehnisse in Europa.

Aber Sie können sicher sein: Unter der Oberfläche schwelt die Euro-Krise weiter. Und um Belege dafür zu finden habe ich nicht lange suchen müssen. Ein ganz wichtiger Faktor zur Bestimmung der wirtschaftlichen Lage ist immer noch der Arbeitsmarkt.

Nur wenn es auf dem Arbeitsmarkt gut läuft oder zumindest Anzeichen für eine Verbesserung gibt, dann kann es in einer Volkswirtschaft nach oben gehen. Und aktuelle Zahlen über die Beschäftigungsquoten aus der Euro-Zone geben nun überhaupt keinen Anlass zur Hoffnung.

Mit Ausnahme Deutschlands sind die Beschäftigungsquoten in allen maßgeblichen Euroländern in den vergangenen Jahren gesunken. Und Deutschland sticht hier schon deutlich hervor: Seit Anfang 2008 ist die Beschäftigungsquote von 69,4 auf 73% angestiegen.

Wie Sie es sich denken können, fallen die Rückgänge in den Krisenländern besonders drastisch aus. In Griechenland ist seit in den vergangenen sechs Jahren die Beschäftigungsquote von 61% (auch das schon ein niedriger Wert) bis jetzt auf 48% gesunken. Und der Abwärtstrend ist bislang nicht gestoppt worden.

Sparprogramme bringen nichts für den Arbeitsmarkt

Das zeigt eben auch: Trotz der massiven Sparprogramme schafft es beispielsweise Griechenland nicht die Krise zu überwinden. Und bei einer sinkenden Beschäftigungsquote wird die Krise dort auch noch längere Zeit andauern. Im Übrigen schaffen es auch die anderen Krisenländer nicht, nachhaltig die Lage zu verbessern. In der Praxis heiße das ein breit gefächerter Aufbau neuer Arbeitsplätze.

Denn die Folgen positiver Effekte am Arbeitsmarkt sind leicht nachvollziehbar: Mehr Jobs bedeuten mehr Steuereinnahmen auf der einen Seite und eine Entlastung für die Sozialsysteme auf der anderen Seite. Zudem steigt auch die Kaufkraft, wenn wieder mehr Menschen in Lohn und Brot sind. Wenn die Menschen Angst um den Job haben müssen, lässt auch der Konsum nach.

Diese positiven Effekte hat es in den vergangenen Jahren in Deutschland gegeben. Aber ein Land mit einer steigenden Beschäftigungsquote reicht innerhalb einer Währungsunion nicht aus, um das Steuer herumzureißen.

Vielmehr ist es aktuell so und das wird wohl auch erst einmal so bleiben: Die starken Staaten wie eben Deutschland helfen den schwachen Ländern wie eben Griechenland immer weiter. Das Ganze wird auch noch einige Zeit so weitergehen, bis eben auch die bislang noch starken Länder in Europa massiv in Bedrängnis kommen. Und genau das erwarte ich bei der nächsten Verschärfung der Euro-Krise.