BNP Paribas und UBS kommen gut durch die Krise

BNP Paribas Logo RED_shutterstock_455183383_Cineberg

BNP Paribas und UBS konnten im 1. Quartal mit guten Ergebnissen glänzen und auch der weitere Ausblick stimmt mich positiv. (Foto: Cineberg / shutterstock.com)

BNP Paribas kommt gut durch die Krise. Der Gewinn ging 2020 lediglich um 13,5% auf 7,1 Mrd. € zurück. Im 1. Quartal 2021 kehrte bereits das Wachstum zurück. Boomende Aktien- und Anleihemärkte bescherten BNP ein gutes Ergebnis. Die Bruttoeinnahmen stiegen um 8,6% auf 11,8 Mrd. €. Der Gewinn kletterte um 37,9% auf 1,8 Mrd. €.

Im Gegensatz zu anderen Banken fielen nie Verluste an

Für Rückstellungen fielen lediglich 896 Mio. € an. Das ist ein Rückgang um 37%. Zudem trug das Investmentbanking zum Gewinnanstieg bei. Der Mittelbedarf vieler Unternehmen steigt.

BNP Paribas hat deshalb im 1. Quartal 112 Mrd. € durch Rahmenkredite, Anleihen- und Aktienemissionen für seine Kunden eingeworben. Mit einem Plus von 11,2% war das Kreditwachstum im französischen Heimatmarkt besonders stark. Die Bank hatte Hilfsprogramme des französischen Staates großzügig aufgestockt. Das höhere Kreditvolumen wird in den kommenden Jahren zu einem Anstieg des Zinsüberschusses führen. Die französische Wirtschaft wächst nach der Krise sogar stärker als die deutsche.

Die Gefahr großer Kreditausfälle sinkt

Für 2020 zahlt die BNP Paribas auch wieder eine Dividende, nachdem die Ausschüttung im Vorjahr ausgefallen war. Die EZB wollte die Kapitalausstattung der Banken sicherstellen und verbot deshalb Zahlungen an die Aktionäre. Für 2020 schüttet BNP 1,11 € pro Aktie aus. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von 21% des Gewinns.

Bankenporträt

BNP Paribas ist die größte börsennotierte Universalbank Frankreichs und eine führende Bank Europas. Der Konzern entstand 2000 aus der Verschmelzung der beiden französischen Banken BNP und Paribas. In Deutschland ist die BNP mit der Consorsbank aktiv. Weitere Töchter: BancWest in den USA und BNL in Italien.

UBS trotzte der Krise im abgelaufenen Jahr mit einem Gewinn von 6,6 Mrd. $

Erreicht wurde dies durch gute Ergebnisse im Geschäft mit dem Investmentbanking sowie der Vermögensverwaltung. Damit war die Bank weniger anfällig für faule Kredite im Kreditgeschäft. Auch zum Jahresauftakt 2021 überzeugte UBS mit guten Ergebnissen.

Die verbesserten Marktbedingungen im Kreditgeschäft und die freundlichere Anlegerstimmung ließen sowohl die wiederkehrenden als auch die transaktionsbasierten Erträge ansteigen, während die Ausfallkosten für Kredite im Zaum gehalten werden konnten. So wurde der Gewinn um 14% auf 1,8 Mrd. $ gesteigert. Ohne die Sonderbelastung aus der Pleite des Hedge-Fonds Archegos hätte der Gewinn 2,2 Mrd. $ betragen. Die harte Kernkapitalquote lag mit 14,0% auf einem soliden Niveau und über dem Zielwert von 13%.

Vor diesem Hintergrund wurde zusätzlich zur Dividendenzahlung von 0,37 $ pro Aktie für das abgelaufene Jahr auch das laufende Aktienrückkaufprogramm intensiviert. Allein im 1. Quartal wurden eigene Aktien im Wert von 1,1 Mrd. $ zurückgekauft, was die Shareholder-Value-Politik der UBS unterstreicht.

Angesichts der anhaltenden Nettozuflüsse steigt das verwaltete Vermögen weiter an

Dies trägt zusammen mit den verbesserten Marktbedingungen zu dem Wachstum der Bank bei. Wir haben unsere Gewinnschätzungen deutlich angehoben und sehen die Aktie auch im Hinblick auf die niedrige Bewertung nach KGV sowie dem laufenden Aktienrückkaufprogramm weiter im Aufwind.

Bankenporträt

Die UBS Group (United Bank of Switzerland) entstand 1998 aus der Fusion der traditionsreichen Schweizerischen Bankgesellschaft und des Schweizerischen Bankvereins. Sie ist vor allem in Europa und Nordamerika tätig. Die Konzernstruktur umfasst folgende Sparten: Wealth Management & Swiss Bank, Wealth Management Americas, Global Asset Management, die UBS Investment Bank und das Corporate Center.

Robert Fuchsgruber: Digitalisierung als Schlüssel zur Demokratisierung der Geldanlage

Robert Fuchsgruber: Digitalisierung als Schlüssel zur Demokratisierung der GeldanlageSelbst in Zeiten in denen keine Zinsen mehr gezahlt werden, ist die Anlage in Aktien und Wertpapieren in Deutschland in der breiten Bevölkerung nach wie vor kaum ein Thema. Eine… › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz