Börse: Die Halbjahresbilanz

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Das bisherige Börsenjahr 2021 lief unter dem Strich sehr erfolgreich. Blicken wir auf die Wertentwicklung verschiedener Anlageklassen im 1. Halbjahr. (Foto: tom - Adobe Stock)

Die erste Hälfte eines bis dato guten Börsenjahres 2021 ist seit einigen Tagen Geschichte. Ich möchte mir nun zusammen mit Ihnen hier im Schlussgong die Entwicklung verschiedener Anlageklassen in diesem Zeitraum anschauen.

Das „Handelsblatt” hat Daten von Bloomberg, ICE und BofA ausgewertet und daraus ein Ranking der Anlageklassen erstellt. Die Ausgangsfrage lautete: Was wurde aus 100.000 Euro, wenn man sie am 1. Januar 2021 investiert und am 30. Juni 2021 eine Zwischenbilanz gezogen hat?

Exotische Aktien mit den besten Renditen

Wie fast immer in solchen Statistiken, sollte man die Werte ganz oben und ganz unten ignorieren, weil sie wenig aussagekräftig sind. So hätten sich 100.000 Euro in 179.570 Euro verwandelt, wenn man zu Jahresbeginn einen Aktien-Mix aus der Mongolei gekauft hätte.

Ein Aktien-Mix aus Ghana hätte immerhin noch einen Halbjahresgewinn von gut 40% gebracht. Umgekehrt hätte man mit einer Aktienauswahl aus der Türkei oder aus Kolumbien hohe zweistellige Verluste erlitten.

Für Privatanleger sind das jedoch exotische Märkte, die man meiden sollte, wenn man nicht durch Zufall einen Experten vor Ort kennt, der genau einschätzen kann, wie sich die Wirtschaft und die Währung in diesen Ländern entwickelt.

Auch bekannte Indizes mit guter Wertentwicklung

Blicken wir daher auf die Märkte und Anlageklassen, die eine gute Informationsbasis bieten und in die Privatanleger problemlos ohne Insider-Wissen investieren können. Wer trotz der Corona-Krise den Mut hatte, zu Jahresbeginn ganz einfach in den Welt-Index MSCI World zu investieren, konnte im 1. Halbjahr aus einem Startguthaben von 100.000 Euro ein Depotguthaben von 116.500 Euro machen.

Noch etwas mehr Gewinn erzielten Anleger, die in den US-Index S&P 500 investiert haben. Hier wurden 100.000 Euro in 118.020 Euro „verwandelt”. Aber auch mit heimischen Aktien aus Europa konnten Sie sehr gutes Geld verdienen. Eine Investition von 100.000 Euro in den EuroStoxx50 hätte ein Ergebnis von 114.400 Euro gebracht.

Die gleiche Investitionssumme führte beim deutschen Aktien-Leitindex DAX zu einem Ergebnis von 113.210 Euro. Zusammengefasst: Mit den gängigen Aktien-Indizes konnten Sie im 1. Halbjahr 2021 einen Gewinn von 13 bis 18% erzielen.

Das zweistellige Plus ist ein schöner Sicherheitspuffer für schlechte Börsentage, die es auch wieder geben wird. Wer die starken Schwankungen in schlechten Zeiten einfach aussitzen kann, wird regelmäßig die besten Renditen am Finanzmarkt erzielen.

Zinspapiere mit vergleichsweise schlechter Wertentwicklung

Ganz anders sieht es bei Zinspapieren aus: Wer am 1. Januar 100.000 Euro in deutsche Staatsanleihen investiert hat, kam am 30. Juni nur noch auf ein Guthaben von 97.240 Euro. Wer etwas mehr Mut hatte und statt Staatsanleihen auf europäische Unternehmensanleihen mit guter Bonität gesetzt hat, kam mit einem kleinen Minus von 500 Euro davon.

Der österreichisch-deutsche Soziologe und Publizist Helmut Schoeck sagte einst: „Das größte Risiko unserer Zeit liegt in der Angst vor dem Risiko.“ Das gilt aktuell auch an der Börse. Wer vorsichtig ist und auf Zinspapiere setzt, wird dafür nicht belohnt. Wer etwas größere Risiken eingeht und auf Aktien setzt, wird dafür mit deutlich positiven Renditen belohnt.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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