Automobilzulieferer bewältigen noch die Pandemie

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Die Automobilzulieferer rechnen aufgrund der Pandemie erst im kommenden Jahr mit einer wirtschaftlichen Erholung. (Foto: Grzegorz Czapski / shutterstock.com)

Als wenn die Transformation der Branche in die Elektromobilität nicht schon genug Herausforderungen mit sich bringt, kommt jetzt auch noch eine Pandemie hinzu. Jeder zweite Automobilzulieferer rechnet damit, dass erst 2022 das wirtschaftliche Vorkrisenniveau wieder erreicht wird, jeder zehnte sogar erst im Jahr 2023. Sechs von zehn Unternehmen planen außerdem als Folge der Corona-Krise verstärkten Personalabbau.

Bei Continental soll beispielsweise die Reifenproduktion in Aachen geschlossen werden. Das Reifengeschäft galt eigentlich als das Aushängeschild des Konzerns. Denn Räder werden immer gebraucht, egal bei welchem Fahrzeug und welchem Antrieb. Zieht Continental das Vorhaben durch, sind 1.800 Stellen betroffen. Schon vor dem Ausbruch der Pandemie war klar, dass die Umstellung auf die Elektromobilität nicht ohne größere Kollateralschäden über die Bühne gehen würde.

Ich rechne damit, dass Continental rund 30.000 Stellen streicht – davon 14.000 in Deutschland. Keine schöne Aufgabe für den neuen Vorstandsvorsitzenden. Michelin hatte Anfang Januar mitgeteilt, in den kommenden drei Jahren bis zu 2.300 Stellen in Frankreich zu streichen.

Es geht langsam aufwärts

Schaut man sich die Entwicklung des STOXX Europe 600 Automobiles & Parts an, dann würde man wohl kaum auf den Gedanken kommen, dass es den Zulieferern in irgendeiner Weise schlecht gehen könnte. Denn seit Anfang des Jahres ist der Index um 18% gestiegen und seit dem Tiefpunkt im Mai 2020 um bemerkenswerte 73% auf 623 Punkte. Zum einen sind in dem starken Anstieg offensichtlich jede Menge Vorschusslorbeeren enthalten und zum anderen war der Corona-Absturz zwar heftig, aber in den Jahren davor ging es auch schon mächtig bergab.

Auf Sicht von drei Jahren war Magna mit seinem Geschäftsmodell und einer Kursperformance von rund 60% sehr erfolgreich. Kommt es zu einer Kooperation mit Apple, die einen Auftragsfertiger für ihr Elektroauto suchen, dürfte der Kurs weiteren Auftrieb erhalten. Mit 6% bzw. 0,6% schafften es nur noch Michelin und Bridgestone in den grünen Bereich. Mit minus 76% ist Leoni das Schlusslicht.

Mit Blick auf das 1. Quartal 2021 lässt sich ganz allgemein feststellen, dass sich die Geschäfte der Zulieferer erholen bzw. stabilisieren. Die Grundlage dafür bildet die stärker als bislang erwartete Nachfrageerholung im Automobil- und Industrieumfeld, angetrieben durch Asien insbesondere China.

Schaeffler in die Beobachtung aufgenommen

Schaeffler ist ein weltweit führender Automobil- und Industriezulieferer. Zum Produktportfolio des Unternehmens gehören Präzisionskomponenten und Systeme für Motor, Getriebe und Fahrwerk sowie Wälz- und Gleitlagerlösungen für eine Vielzahl von Industrieanwendungen. Als Zulieferer für die Automobilindustrie bietet Schaeffler unter anderem Ventilspielausgleichselemente, Wälzlagerungen für Motorwellen, Kupplungen und Doppelkupplungssysteme, Radlager oder Servolenkungen.

Für die Industrie ist der Konzern in den Sparten Mobilität, erneuerbare Energien sowie als Systempartner bei der Entwicklung von Produktionsmaschinen oder Lagersystemen für die Luft- und Raumfahrt tätig. Abgerundet wird das Angebot durch umfassende Serviceleistungen und die Bereitstellung von Ersatzteilen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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