Automobilzulieferer Hella auf Stabilisierungskurs

BYD Tang sports utility vehicle

Der Automobilzulieferer Hella hat seine aktuellen Halbjahreszahlen präsentiert. Diese fallen angesichts der Flaute auf dem Automarkt relativ gut aus. (Foto: walterericsy / Adobe Stock)

Die deutsche Automobilindustrie gehört zu den Branchen, die stark unter der Covid-Pandemie leiden. Hinzu kommt noch, dass die Nachfrage nach Neuwagen auch aufgrund des aktuellen Technologieumbruchs hin zum Elektro-Auto nachgelassen hat. So sind die Neuwagenverkäufe in 2020 um 19,1% deutlich eingebrochen.

Betroffen von dieser Krise sind aber nicht nur die großen deutschen Autobauer wie VW, Audi, Mercedes und BMW, sondern auch deren Zulieferer. Unternehmen wie Bosch, Continental, ZF Friedrichshafen und viele andere haben als Zulieferer mit der schwachen Nachfrage auf dem Automarkt zu kämpfen.

Hella überrascht mit soliden Halbjahreszahlen

Auch der nach dem Umsatzvolumen siebtgrößte deutsche Automobilzulieferer, die Hella GmbH & Co. KGaA mit Sitz im westfälischen Lippstadt, hatte unter der Nachfrageschwäche zu leiden. Doch die kürzlich veröffentlichten Zahlen der Westfalen für das 1. Geschäftshalbjahr 2020/21 können sich durchaus sehen lassen.

Die jetzt von Hella vorgelegten Halbjahreszahlen für den Zeitraum 1. Juni bis 30. November 2020 spiegeln laut Pressemitteilung eine „insgesamt gute Geschäftsentwicklung“ wider. So sank der währungs- und portfoliobereinigte Umsatz in einem rückläufigen Marktumfeld nur moderat um 2,5% auf 3,16 Mrd. Euro.

Insbesondere im 2. Geschäftsjahresquartal schrieben die Lippstädter gute Zahlen. Infolge einer leichten Markterholung erhöhte sich der bereinigte Umsatz in diesem Zeitraum gegenüber Vorjahr sogar um 4,7%.

Was die Gewinnzahlen angeht, kann Hella für das 1. Geschäftshalbjahr ein leichtes Plus verbuchen. Das bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes EBIT) legte in den ersten 6 Monaten um 6,3% zu und stieg auf 269 Mio. Euro. Der Grund für diese gute Entwicklung bei den Erträgen lag vor allem in der positiven Umsatzentwicklung sowie der unverändert hohen Kostendisziplin, so das Unternehmen.

Optimistische Prognose für das volle Geschäftsjahr 2020/2021

Angesichts des guten Geschäftsverlaufs hatte Hella bereits am 7. Dezember 2020 den Unternehmensausblick für das laufende Geschäftsjahr 2020/2021 angehoben. Die Westfalen rechnen nunmehr mit einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatz in der Bandbreite von rund 6,1 bis 6,6 Mrd. Euro (bisher: 5,6 bis 6,1 Mrd. Euro) sowie eine bereinigte EBIT-Marge in der Bandbreite von rund 6,0 bis 8,0% (bisher: 4,0 bis 6,0%).

Allerdings basieren diese Prognosen auf der Annahme, dass es zu keinen weiteren Corona-Lockdowns kommen wird, wie Hella-Chef Rolf Breidenbach, betont: „Zwar schauen wir inzwischen etwas optimistischer in die Zukunft. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin hohe Marktunsicherheiten und Herausforderungen bestehen.“

Hella hat sich operativ in den vergangenen Monaten besser geschlagen als viele andere Autozulieferer. Allerdings ist auch die Hella-Aktie verhältnismäßig gut gelaufen, sodass sich ein Kauf hier meines Erachtens aktuell nicht aufdrängt.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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