Die deutschen Autobauer Daimler, BMW und VW sind wieder auf dem Vormarsch

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Alle drei Unternehmen schauen wieder optimistisch in die Zukunft und treiben die Elektrifizierung ihrer Flotte stark voran. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Daimler hat das 1. Quartal mit deutlichen Steigerungen bei Umsatz, operativem Ergebnis, Gewinn und Absatz abgeschlossen. Insgesamt verkaufte der Konzern 728.600 Fahrzeuge. Verantwortlich für das überzeugende Zahlenwerk waren die hohe Nachfrage nach Premium-Modellen in China und den USA, höhere Preise sowie erfolgreiche Kostensenkungen. Die operative Marge in der Sparte Cars & Vans lag bei 14,3% und in der Sparte Trucks & Buses bei 6%.

Daimler ist für 2021 optimistisch gestimmt

Auch im Gesamtjahr erwartet Daimler deutliche Steigerungen bei Umsatz, Absatz und Ergebnis. Unter deutlich versteht der Konzern mehr als 10%. Die Margenziele für die beiden Sparten lauten 10 bis 12%, respektive 6 bis 7%. Die Prognose berücksichtigt den anhaltenden Mangel an Halbleitern, der auch im 2. Quartal zu Produktionsausfällen führen könnte. Mit einer Besserung wird erst im 2. Halbjahr gerechnet. Es gibt allerdings auch Stimmen, die von einer jahrelangen Verknappung ausgehen. Wird das Problem dagegen früher behoben, sind die Ziele zu konservativ.

E-Mobilität bleibt wichtiges Thema

Neben der Verbesserung der Profitabilität ist die E-Mobilität ein wichtiges Thema. Schon 2022 soll die gesamte Mercedes-Benz-Flotte elektrifiziert sein. Zu einer höheren Profitabilität soll nicht nur die strikte Kostenkontrolle beitragen, sondern auch die geplante Abspaltung der Nutzfahrzeuge mit anschließendem Börsengang. Denn dadurch verringert sich die Komplexität des Konzerns. Andererseits steigt wegen des hohen Streubesitzes die Gefahr, dass Daimler Cars & Vans zum Übernahmeziel wird. Quartalszahlen und Abspaltungsplan kamen an der Börse gut an.

Unternehmensporträt

Daimler ist ein weltweit führender Hersteller von Premium-Personenwagen und bei Nutzfahrzeugen weltweit die Nummer 1. Geschäftsfelder sind Mercedes-Benz Cars, Daimler Trucks, Daimler Financial Services sowie Vans und Busse.

BMW ist weiterhin auf profitablem Wachstumskurs

Bei einem Umsatzwachstum von 15,2% hat sich der Gewinn im 1. Quartal verfünffacht. Die operative Marge in der Auto-Sparte lag mit 9,8% innerhalb des langfristig definierten Zielkorridors. Der Absatz stieg um ein Drittel auf 636.606 Fahrzeuge. Umsatz- und Ergebnistreiber waren gute Geschäfte in China sowie eine höhere Effizienz dank erfolgreicher Sparmaßnahmen. Zudem musste der Konzern weniger Rabatte gewähren und konnte daher höhere Preise durchsetzen.

Im weiteren Jahresverlauf rechnet das Management mit Belastungen durch steigende Rohstoffpreise und durch den anhaltenden Halbleitermangel. Entsprechend wurde das Jahresziel einer operativen Marge in der Auto-Sparte am oberen Ende des Korridors von 6 bis 8% auch nur bestätigt. Fortschritte macht der Konzern in der E-Mobilität. Im 1. Quartal hat sich der Absatz elektrifizierter Fahrzeuge auf 70.207 Einheiten mehr als verdoppelt. Vor diesem Hintergrund geht BMW davon aus, die CO2-Grenzwerte in der EU noch deutlicher zu unterschreiten als 2020. In China und den USA muss BMW aber noch Zertifikate kaufen.

Der Absatz vollelektrischer Fahrzeuge soll kräftig steigen

Bis 2025 will der Konzern mit einer kontinuierlich erweiterten Modellpalette den Absatz vollelektrischer Fahrzeuge jährlich um mehr als 50% steigern. Gleichzeitig entwickelt BMW kostengünstigere und nachhaltigere Feststoffbatterien und forciert den Ausbau der privaten und öffentlichen Ladeinfrastruktur. Dabei erfolgt die Stromversorgung zu 100% aus regenerativen Energien. Die Aktie entwickelt sich wieder besser als der DAX und ist im historischen Vergleich noch nicht zu teuer.

Unternehmensporträt

Die BMW Group gehört mit ihren Marken BMW, Mini und Rolls Royce zu den weltweit führenden Herstellern von Pkws des gehobenen Preissegments. Motorräder und Finanzdienstleistungen runden die Produktpalette ab. Der Konzern betreibt 28 Produktionsstätten in 13 Ländern sowie ein globales Vertriebsnetzwerk mit Vertretungen in über 150 Ländern.

Volkswagen hat trotz der Halbleiter-Engpässe starke Zahlen für das 1. Quartal präsentiert

Der Umsatz ist um 13,3% gestiegen und der Absatz um 20,5% auf 2,33 Mio. Fahrzeuge. Der Gewinn hat sich sogar verachtfacht, und die operative Rendite hat sich von 1,6 auf 7,7% verbessert. Der Konzern ist auch finanziell stärker geworden. Die Nettoliquidität stieg um rund zwei Drittel auf 29,65 Mrd. € und der Cashflow im Automobilbereich von -1,5 auf +5,5 Mrd. €. Umsatz- und Ergebnistreiber waren gute Geschäfte in China, ein verbesserter Produktmix, positive Effekte aus der Bewertung von Rohstoffsicherungen sowie geringere Fixkosten. Restrukturierungsaufwendungen belasteten nur geringfügig.

Digitalisierung und Elektrooffensive haben an Fahrt aufgenommen

Der Absatz elektrifizierter Fahrzeuge hat sich auf 133.000 Einheiten mehr als verdoppelt. Für das Gesamtjahr hat das Management ein signifikantes Umsatzwachstum sowie eine operative Rendite von 5,5 bis 7% in Aussicht gestellt. Bei der Kernmarke VW werden 3 bis 4% angepeilt. Der Absatz soll das Vorjahresniveau von 9,16 Mio. Fahrzeugen deutlich übertreffen. Von den elektrifizierten Fahrzeugen könnte sich das neue Batterie-SUV ID 4 zum Kassenschlager entwickeln. Bei der Batterieherstellung setzt VW verstärkt auf seine eigenen Werke. Das Plattformmodell wird entsprechend ausgeweitet.

VW ist ein Kerninvestment im Automobil-Sektor. Risiken sind die anhaltende Halbleiter-Knappheit sowie steigende Rohstoffpreise. Ein interessanter Schachzug wäre ein Börsengang der Marke Porsche, die dann ihren wahren Wert zeigen würde.

Unternehmensporträt

Die Volkswagen-Gruppe (VW) ist mit einer Produktion von fast 10 Mio. Autos der größte Hersteller Europas. Wichtigster Absatzmarkt ist Deutschland. Zum Konzern gehören die Pkw-Marken Audi, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Seat, Skoda, Porsche und Volkswagen. Zudem bietet der Konzern Finanzdienstleistungen an. Die Sparte Nutzfahrzeuge mit den Marken Scania und MAN wurde unter dem Name Traton an die Börse gebracht.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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