BioNTech profitiert von den Schwächen der Konkurrenz

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Während die Impfstoff-Konkurrenz nicht aus den Negativschlagzeilen kommt, produziert BioNTech positive Nachrichten am Fließband. (Foto: Markus Mainka - stock.adobe.com)

Die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson können die in sie gesteckten hohen Erwartungen bislang nicht erfüllen. BioNTech hingegen produziert quasi positive Schlagzeilen am Fließband. Das Mainzer Unternehmen ist inzwischen zum mit Abstand wichtigsten Impfstoff-Lieferanten in der EU aufgestiegen, was auch der gigantische Folgeauftrag der EU für die nächsten Jahre unterstreicht.

Rekord-Impfstoff-Auftrag aus der EU

Die EU hat angekündigt, bis zu 1,8 Milliarden COVID-19-Impfdosen für Auffrischungsimpfungen für die Jahre 2021 bis 2023 bei BioNTech und seinem Partner Pfizer bestellen zu wollen. Das ist das Dreifache der bislang bestellten Menge, Der Vertrag (dessen Einzelheiten derzeit noch verhandelt werden) sieht 900 Millionen Dosen vor, plus eine Option, die gleiche Menge noch einmal zu erhalten.

Nach Angaben der EU könnten auch weitere Impfstoff-Aufträge mit anderen Herstellern folgen. Doch mit 1,8 Mrd. Impfdosen wird BioNTech den Löwenanteil erhalten. Was in Anbetracht der Zuverlässigkeit von BioNTech – im Vergleich zur schwächelnden Konkurrenz – nur logisch ist.

Das war aber längst nicht die einzige positive Meldung für BioNTech in den vergangenen Wochen …

Ausweitung der Produktionskapazitäten

Während bei AstraZeneca die Produktion einfach nicht in die Gänge kommt, ist es BioNTech und Pfizer gelungen, ihre Produktionskapazitäten für das laufende Jahr schneller auszubauen als ursprünglich erwartet. Statt 1,3 Mrd. sollen 2021 sogar 2,0 Mrd. Dosen produziert werden. Für 2022 wurde die Kapazität auf 3,0 Mrd. Dosen erhöht.

Tiefkühlanforderungen konnten reduziert werden

Zudem konnten die Anforderungen an die Tiefkühlung des Impfstoffes reduziert werden. Statt -60 bis -80 Grad braucht es jetzt nur noch -15 bis -25 Grad, weshalb ein handelsübliches Tiefkühlgerät ausreichend ist. Damit reduziert sich der einzige Nachteil des BioNTech-Impfstoffes gegenüber der Konkurrenz.

Praxistests und Studien fallen positiv aus

Zuletzt bestätigte die erfolgreiche Impfkampagne in Israel die hohe Wirksamkeit des BioNTech-Impfstoffs in der Praxis, u.a. auch gegen die in Israel weit verbreitete britische Mutation.

Zudem hat der BioNTech-Impfstoff bei eine Langfrist-Studie mit 12.000 Probanden, bei denen seit der zweiten Impfung ein halbes Jahr vergangen ist, ein ausgezeichnetes Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil gezeigt. In diesem Zeitraum war keine Abnahme der hohen Wirksamkeit nachweisbar.

Eine weitere Studie bescheinigt den beiden mRNA-Impfstoffen von BioNTech und Moderna eine generelle Verringerung des Infektionsrisiko von 89%. Für diese Studie wurden rund 4.000 Angestellte aus dem medizinischen Bereich wöchentlich getestet. Dabei wurden auch Infektionen ohne Symptome erfasst. Diese Daten lassen hoffen, mit den beiden mRNA-Impfstoffen auch Infektionsketten zu durchbrechen.

Starke Kursentwicklung entspricht der sehr positiven Nachrichtenlage

Fazit: Die Nachrichtenlage bei BioNTech ist glänzend – ebenso wie die Kursentwicklung der Aktie in den vergangenen Wochen.

Ob es sich jetzt noch lohnt, auf den fahrenden Zug aufzuspringen, verrate ich Ihnen in der morgigen Ausgabe, wenn ich die BioNTech-Aktie mit der zweiten großen deutschen Impfstoff-Hoffnung CureVac vergleiche.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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