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Rogers-Aktie kollabiert nach chinesischer Deal-Blockade

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Es sollte ein wegweisender Deal werden. Für 5,2 Milliarden Dollar wollte der Chemie-Riese DuPont die Rogers Corporation schlucken. Mit dem Erwerb des Spezialisten für Elektronikmaterialien wollte DuPont sein Geschäft neu ausrichten. Doch daraus wird jetzt erstmal nichts. Die Mega-Transaktion ist am Widerstand Chinas gescheitert. Wie der Konzern mitteilte, ist es nicht rechtzeitig gelungen, die erforderlichen Genehmigungen der Aufsichtsbehörden zu erhalten.

DuPont- weltweit führender Spezialchemiekonzern

DuPont ist ein weltweit führendes Chemieunternehmen für technologie-basierte Spezialmaterialien. Das Unternehmen bietet seine Expertise zur Entwicklung von Speziallösungen für die vielfältigsten Industrieanwendungen an. Die Spezialmaterialien kommen bei Kunden aus unterschiedlichsten Industriezweigen zum Einsatz, so zum Beispiel in den wichtigen Schlüsselmärkten Elektronik, Transportwesen, Bau und Konstruktion, Gesundheit und Wellness, Nahrungsmittel und Arbeitssicherheit. Im zurückliegenden Geschäftsjahr erzielte DuPont bei einem Umsatz von 16,65 Milliarden Dollar einen Nettogewinn in Höhe von 6,46 Milliarden Dollar.

Neuausrichtung nimmt Fahrt

Nun sollte mit dem Zukauf der Rogers Corporation die Neuausrichtung beschleunigt werden. Künftig liegt der Fokus auf den Kernbereichen Elektronik, Wasser, Schutz, industrielle Technologien und auf der nächsten Generation der Automobilindustrie.

Der Bereich Elektronik und Industrie, der mit Rogers zusammengelegt werden sollte, machte zuletzt rund ein Drittel des Umsatzes aus. Der Bereich Mobilität und Werkstoffe stand ebenfalls für beinahe ein Drittel der Konzernumsätze.

33% Kursprämie für Rogers Corporation

Für Rogers Corporation hatte DuPont 5,2 Milliarden Dollar beziehungsweise 277 Dollar je Aktie geboten. Das entsprach einem Kursaufschlag von 33% auf den Kurs vor der Übernahmemeldung im November letzten Jahres. Die bedeutenden anwendungstechnischen und konstruktiven Kompetenzen von Rogers sowie die intensiven Kundenbeziehungen sollten laut Firmenangaben eine starke strategische Ergänzung bilden.

Zum Hintergrund: Rogers, mit Sitz in Chandler, Arizona, entwickelt fortschrittliche elektronische Materialien, die in Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen. Der Konzern will damit vom Trend für Elektromobilität, 5G-Technologien und saubere Energie profitieren. Im vergangenen Jahr ging bei Rogers ein Umsatz von 932,9 Millionen Dollar durch die Bücher.

Chinesische Behörden bremsen Deal aus

Doch die Plänen muss DuPont nun begraben. Dabei hatte der Konzern sich im September noch zuversichtlich gezeigt und erklärt, bis auf die chinesische alle notwendigen Genehmigungen erhalten zu haben. Nun hat das chinesische Handelsministerium und die staatliche Behörde für Marktregulierung die Übernahme blockiert.

Rogers-Aktie kollabiert

Die Reaktion der Anleger fiel drastisch aus. Direkt nach der Ankündigung rauschten die Papiere von Rogers um mehr als 40% in den Keller. Gestern verloren die Papiere nochmals zweistellig. Mittlerweile notiert die Aktie mit 110 Dollar Lichtjahre unter dem Angebotsniveau von 277 Dollar. Die DuPont-Aktie konnte hingegen sogar etwas an Boden gut machen, auch wenn der Chemiekonzern nun eine Entschädigung von 162,5 Millionen Dollar an Rogers zahlen muss.