National Grid – Strom fürs Depot

National Grid – Strom fürs Depot
Jirapong Manustrong / Shutterstock.com
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Die Inflationsängste an den Aktienmärkten sind wieder etwas mehr abgeflaut und die Börsen streben wieder in Richtung Rekordhochs. Dabei hält aber die Verunsicherung jedoch weiter an und die Furcht vor einer Kurskorrektur ist allgegenwärtig.

In der heutigen Ausgabe möchte ich Ihnen ein Investment vorstellen, dem die Corona-Pandemie und auch die Inflationsangst nur wenig anhaben konnte. Es handelt sich um den britischen Netzbetreiber National Grid.

Unternehmensportrait

Die britische National Grid plc ist ein Strom- und Gasversorgungsunternehmen, das sich auf Übertragungs- und Verteilungsaktivitäten im Bereich Strom und Gas konzentriert. Dabei zählen zu den Verbreitungsgebieten sowohl das Vereinigte Königreich als auch die USA und Australien. Derzeit profitiert der Konzern, der auch im Bereich Solar- und Windenergieerzeugung tätig ist, zudem von den weltweit zu beobachtenden Bestrebungen der Energiewende.

Erfreuliche Jahreszahlen

Die zuletzt veröffentlichten Zahlen fallen recht positiv aus: Im Geschäftsjahr 2020/21, das Ende März endete, stieg der Gewinn – nach Steuern – im fortgeführten Geschäft um knapp 30% auf 1,6 Mrd. Pfund. Dies entspricht rund 1,86 Mrd. Euro. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass es im Vorjahr höhere umweltbedingte Rückstellungen und höhere Steuerzahlungen gab, die das Ergebnis belasteten.

Somit ist das operative Ergebnis aussagekräftiger: Dieses konnte aber ebenfalls zulegen – und zwar um 4% auf rund 2,9 Mrd. Pfund. Und von dieser Entwicklung werden die Anteilseigner profitieren – wird doch die Dividende um 1,2% auf 49,16 Pence erhöht. Dabei gibt es noch eine weitere positive Aussage des Unternehmens. In den kommenden 5 Jahren soll das Ergebnis je Aktie durchschnittlich um 5-7% zulegen.

Profiteur der US-Politik

Durch den neuen US-Präsidenten Joe Biden wird die erneuerbare Energie zunehmend ins Blickfeld der (amerikanischen, aber auch globalen) Politik rücken. Auch vom umfangreichen Infrastrukturprogramm in den USA könnte der Wert profitieren.

In der letzten Woche gab es zudem eine Nachricht, die aufhorchen lässt: Der deutsche Energiekonzern RWE und National Grid werden sich beim Ausbau des Windenergiegeschäfts in den USA verbünden. Diesbezüglich wurde ein Partnerschaftsabkommen unterzeichnet, um Projekte für Windanlagen auf See (Offshore) im Nordosten der USA – genauer genommen in der New Yorker Bucht – zu entwickeln. Hier will man sich auch bei den Ausschreibungen beteiligen und so einen Beitrag zur US-amerikanischen Energiewende liefern.

Moderate Kennzahlen

Seit Jahresbeginn konnte die Aktie um knapp 10% zulegen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18 ist die Aktie recht moderat bewertet. Hinzu kommt eine sehr ordentlich Dividendenrendite von mehr als 5%. Als defensive Depotbeimischung ist die Aktie National Grid daher auf jeden Fall einen näheren Blick wert.