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Pandemie lässt die Gewinne der Papierindustrie schmelzen

Pandemie lässt die Gewinne der Papierindustrie schmelzen
meinikof / shutterstock.com
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Die Pandemie ging auch an der Papierindustrie nicht spurlos vorbei. Die Papierindustrie stellt zwar Produkte des täglichen Bedarfs her, die überwiegend konjunkturresistent sind. Jedoch sorgte die hohe Abhängigkeit von den Rohstoffmärkten zu schwankenden Einkaufspreisen. Die Preise für Holz, Altpapier, Papier und Zellstoff sind im Laufe des Jahres 2020 wieder angestiegen. Beim Einkauf musste deshalb mehr Geld ausgegeben werden. Diese Effekte konnten nicht an den Markt weitergegeben werden. Die Gewinne sind eingebrochen. Die Gewinnrückgänge lagen oft im hohen zweistelligen Bereich.

Bei Int’l Paper ging der Gewinn um 60,7% auf 482 Mio. $ zurück. Bei Svenska Cellulosa ist der Gewinn um mehr als 95% eingebrochen. Sappi konnte keinen Gewinn mehr erwirtschaften, sondern musste dagegen einen hohen Verlust von 135 Mio. $ ausweisen. Etwas besser lief es bei Stora Enso. Hier lag der Rückgang nur bei 27,9% auf 617 Mio. €. Besonders positiv hervorzuheben sind Mayr-Melnhof Karton AG und UPM Kymmene. Beide konnten mit deutlich überdurchschnittlichen Ergebnissen überzeugen und brillieren mit einer strategischen Überlegenheit.

Verpackungslösungen bleiben gefragt

Beide Konzerne setzen gezielt auf zwei Themen: Nachhaltigkeit und Verpackungslösungen. UPM nutzt seine Papierproduktion als Grundlage für weitere Geschäftszweige wie der nachhaltigen Energiegewinnung. Schon heute ist UPM der zweitgrößte Energieerzeuger in Finnland, obwohl dieser Bereich nur ein kleiner Teil der Geschäftsentwicklung ist.

Ein weiteres wachsendes Standbein, das auch während der Pandemie große Erfolge erzielte, ist die Raflatac-Tochter, die sich auf die Beschriftung von Produkten im Lebensmittel- und Medikamentengeschäft spezialisiert hat. UPM ist für die Zukunft bestens ausgerichtet und überzeugt mit einer langfristigen Strategie. Die etwas schwächeren Zahlen 2020 können damit hingenommen werden.

Bei Mayr-Melnhof Karton dreht sich künftig immer mehr um nachhaltige Verpackungslösungen. Durch den boomenden Online-Handel ist die Nachfrage so hoch wie nie. Die Pandemie hat diese Entwicklung sogar noch beschleunigt. Dabei werden Verpackungslösungen immer häufiger als Werbefläche genutzt, um sich von der Konkurrenz abzugrenzen. Mayr-Melnhof ist hier klarer Qualitätsführer und wird seine Marktanteile weiter ausbauen können.

Büroartikel bleiben in der Schublade

Die Pandemie hatte nicht nur Auswirkungen auf den Papier- und Kartonmarkt, sondern auch auf die Nachfrage von klassischen Büroartikeln. BIC und edding zählen zu den wenigen börsengelisteten Büroartikelherstellern. Beide Konzerne sind alte Familienunternehmen, die auf ein Qualitätsimage bauen.

Genauso kämpfen aber auch beide Konzerne mit der starken Konkurrenz aus Asien, die zwar immer noch etwas hinter der Qualität zurückbleiben, dafür aber deutlich niedrigere Verkaufspreise verlangen. Die operativen Margen stehen deshalb unter Druck. Zudem führt der Digitalisierungsprozess zu einem geringeren Bedarf. Es werden immer mehr Tätigkeiten digital erledigt. Eine herausfordernde Lage!