Weg vom Schrott! Zählt an der Börse wieder Qualität?

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Da können wir noch so sehr die Volatilität senken, es sind einfach Schieflagen und irrationalen Kursbewegungen, die der Markt noch immer nicht verdaut hat. (Foto: Shaiith / shutterstock.com)

Das ist zumindest die Aussage von Morgan Stanley. Demnach soll es sich in Zukunft wieder mehr lohnen, wenn Sie in solide Unternehmen investieren. Im krassen Kontrakt steht dabei der Nebenwerte-Index in den USA.

Der Russell 2000 ist ein Schrotthändler, der seinesgleichen sucht: Rund 40 Prozent der Unternehmen, die in diesem Index gelistet sind, machen Verluste. Viele davon sind auch Zombie-Unternehmen, die nicht einmal die Zinsen für Ihre Schulden erwirtschaften.

Aber was macht der Russell 2000 im Corona-Jahr? Er fällt von 1.700 auf unter 1.000 Punkte und steht aktuell bei über 2.200! Es ist also noch völlig egal, ob fast die Hälfte dieser AGs hier unprofitabel sind. Rein in die Nebenwerte. Es geht alles nach oben.

Hier im Wochenchart ist der Anstieg extrem steil. Wenn wir unter die eingezeichnete Trendlinie rutschen, wäre es das ein deutlichen Signal, dass sich die Vorzeichen gedreht haben. Noch hat der Index Luft. Sollten wir allerdings bald die 2.000 Punkte unterschreiten, wäre das auch unter der Trendlinie und ein Rücksetzer wird dann wahrscheinlicher. Die letzten Hochs im Bereich der 1.700 Punkte könnten dann angelaufen werden.

Paradigmenwechsel im Anmarsch?

Wenn sich hier aber bald wirklich etwas drastisch ändern sollte, kann es brutale Umwälzungen geben. Stellen Sie sich einmal diese verrückte Welt vor, in der Börsenwerte nahe ihrer fairen und realistischen Bewertungen notieren! Ich weiß, das hatten wir schon eine Zeit nicht mehr – es ist ja auch nur ein Gedankenspiel. Solange die Notenbanken mitmischen, können wir die Bewertungen mit einem beliebigen Faktor multiplizieren. Genauso lief es auch beim Russell 2000.

Hier floss nach dem Corona-Crash massiv Geld hinein. Nicht, weil dort geheime Schätze schlummern oder der breite Index unglaublich lukrative Firmen enthält. Das Geld musste einfach irgendwohin und so stieg der Russell 2000, wie auch alle anderen US-Indizes gewaltig an.

Wann fängt das Ventil an zu pfeifen?

Wir haben ordentlich Druck auf dem Deckel. Der Markt ist heiß gelaufen und jetzt passiert nichts mehr. Wir traben auf der Stelle, aber im Kessel brodelt es. Da können wir den Herd noch so sehr herunterdrehen und die Volatilität senken, es sind einfach genau diese Schieflagen und irrationalen Kursbewegungen, die der Markt noch immer nicht verdaut hat.

Klar, es kann auch noch viel weiter nach oben gehen. Alles. Nicht nur der Russell 2000. Doch es darf sich auch keiner beschweren, wenn der Markt einfach einmal in einem kurzem Zeitraum 20-30 Prozent korrigiert.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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