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Abiomed-Aktie nach Übernahmeangebot mit 50% Kurssprung

Inhaltsverzeichnis

Die Flut an großen Übernahme-Deals in der Medizinbranche reißt nicht ab. Jetzt hat der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson (J&J) eine Milliardenofferte für Abiomed auf den Tisch gelegt. Abiomed ist auf Herzpumpen spezialisiert und soll das Geschäft mit kardiovaskulären Geräten von J&J stärken. Die Transaktion ist der größte Deal von J&J seit der Übernahme des Schweizer Biotech-Unternehmens Actelion durch seine Pharmasparte Janssen im Jahr 2017 für 30 Milliarden Dollar.

Johnson & Johnson – der Dino unter den Gesundheitskonzernen

Johnson & Johnson ist ein weltweit agierendes Unternehmen, das pharmazeutische Produkte, medizinische Geräte und Konsumgüter herstellt. Die Historie des Konzerns reicht weit in die Vergangenheit zurück. Gegründet wurde das Unternehmen bereits im Jahr 1886. Heute ist es eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Zum Portfolio gehören sowohl verschreibungspflichtige wie auch frei erhältliche Präparate, darunter Wirkstoffe gegen Pilzinfektionen, Wundsalben, Kosmetika, Augentropfen, Schmerzmittel und Kontaktlinsen. Über Akquisitionen ist das Unternehmen auch verstärkt in den Bereichen Orthopädie, Diabetesforschung oder Kardiologie tätig und vertreibt außerdem Wirkstoffe gegen Krankheiten wie Schuppenflechte oder Rheuma.

50% Kursaufschlag für Herzpumpenspezialist

Je Abiomed-Aktie bietet J&J zunächst 380 Dollar. Das ist ein Aufschlag von mehr als 50 % auf den Abiomed-Schlusskurs vom Montag. Damit legt der Gesundheitskonzern 16,6 Milliarden Dollar für den Hersteller von minimal-invasiven Herzpumpen und Lungenunterstützungsgeräten auf den Tisch. Sollten in Zukunft weitere Meilensteine erreicht werden, dann können nochmals 35 Dollar zum Kaufpreis hinzukommen.

Fokus auf Pharma und Medizintechnik

Mit dem Abschluss des Deals rechnet J&J vor dem Ende des ersten Quartals 2023. Der Konzern will sich künftig nur noch auf Pharma und Medizintechnik konzentrieren und sein Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten in den nächsten eineinhalb bis zwei Jahren als eigenständige Firma an die Börse bringen. Das hatte der Konzern bereits vor rund einem Jahr angekündigt.

Abiomed auf Wachstumskurs

Abiomed verzeichnet seit 17 Jahren ein jährliches Umsatzwachstum von 20 %, auch während der COVID-19-Pandemie. Die Produkte des Unternehmens sind in allen großen Herzkatheterlabors in den USA sowie in fast allen Herztransplantationszentren erhältlich und werden auch in Krankenhäusern in Deutschland und Japan eingesetzt. Das Unternehmen verzeichnete im Geschäftsjahr 2022, das im März dieses Jahres endete, einen Umsatz von 1,03 Milliarden US-Dollar. Das war ein Umsatzplus von 22%.

Seit 11 Jahren profitabel

Zudem ist der Konzern seit dem Geschäftsjahr 2012 profitabel. Im vergangenen Geschäftsjahr stand am Ende ein Nettogewinn von 137 Millionen Dollar in den Büchern. Das entspricht einer Gewinnmarge von 13,23%. Zuletzt erhielt Abiomed von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für eine leichter zu tragende Pumpe bei rechtsseitiger Herzinsuffizienz

Weitere Meilensteinzahlung bei 3,7 Milliarden Dollar Umsatz

J&J erwartet, dass sich die Transaktion im ersten Jahr leicht verwässernd oder neutral auf den bereinigten Gewinn pro Aktie auswirken wird. Im Jahr 2024 soll der Deal einen positiven Gewinnbeitrag 5 Cent pro Aktie mit steigender Tendenz. Unter dem Dach von J&J soll Abiomed von Größenvorteilen sowie von klinischem und kommerziellem Know-how profitieren. Dies sollte dazu beitragen, das Wachstum von Abiomed zu beschleunigen, insbesondere auf den internationalen Märkten.

Sollte der Nettoumsatz des Abiomed-Portfolios bis zum Ende des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2028 die Marke von 3,7 Milliarden Dollar knacken, haben die Anleger Anspruch auf weitere 17,50 Dollar pro Aktie. Weitere Sonderzahlungen winken bei verschiedenen Zulassungen in den kommenden Jahren.

Den Anlegern scheint der Deal zu gefallen. Nach dem Kurssprung notieren die Abiomed-Papiere mit rund 375 Dollar nur noch minimal unter dem Angebotsniveau (380 Dollar).